Neutraubling nimmt sich für kommendes Jahr einiges vor

Von Dagmar Unrecht · 30. Dezember 2023 um 11:00

Im neuen Jahr stehen in Neutraubling einige Projekte in den Startlöchern. Die dicksten Brocken sind die Sanierung der Mittelschulturnhalle und des Bürgerzentrums. Auch die Erneuerung der Oder-Neiße-Straße soll umgesetzt werden. Eine Baustelle kommt dagegen zum Abschluss: Das neue Hallenbad soll im Herbst eröffnen.

2023 wurde in der größten Stadt im Landkreis vieles aufgeschoben. Entsprechend üppig sind die Rücklagen von fast 24 Millionen Euro. „Ich bin sicher, dass wir die Mittel gut einsetzen werden“, sagt Bürgermeister Harald Stadler.

• Sanierung von Rathaus und Bürgerzentrum

Seit gut zehn Jahren steht die Sanierung von Rathaus und Stadthalle schon auf der Agenda der Stadt. Dieses Jahr nimmt die Runderneuerung Fahrt auf. Der Terminplan ist eng. Es gibt Förderzusagen aus einem Regionalentwicklungsfonds, damit verbunden ist eine rasche Umsetzung: Bis 2027 muss alles fertig sein. 2024 stehen Planung, Ausschreibung und Vergabe an, vielleicht auch noch der Baustart, so Stadler.

• Generalsanierung der Mittelschulturnhalle

Die Dreifachturnhalle ist mehr als 50 Jahre alt. Vor allem die Sanitäranlagen müssen dringend saniert werden, aber auch die Halle. Das Holzparkett splittert, Heizung, Lüftung und Schallschutz sind veraltet. Drei Sanierungs-Varianten hat ein Regensburger Architekturbüro erarbeitet. Bis zu 14 Millionen Euro könnten geschätzt im teuersten Fall fällig werden. Dabei würde südlich der bestehenden Dreifachturnhalle ein ergänzender Neubau mit Einfachturnhalle entstehen. Diese könnte auch von Gymnasiasten genutzt werden. Beide Schulen sind mit einem Gang verbunden. Mit einem LED-Sportboden wäre der große Wurf komplett. Günstiger käme dagegen ein kleinerer Erweiterungsbau im Norden.

Schon jetzt wird die Turnhalle auch von vielen Vereinen genutzt – Handballern, Judoka, Volleyballern und im Winter auch von Fußballern. Am Wochenende finden Turniere statt. Bis Februar soll feststehen, ob und wie viel Fördergeld fließt, dann entscheidet der Stadtrat, was gebaut wird. „Die Sanierung muss auf jeden Fall gemacht werden“, sagt Stadler. Er plädiert für den großen Wurf, „dann wird der Pausenhof nicht kleiner“. Mitte 2025 soll Baustart sein.

• Straßenbauprojekte und Erschließungen

Schon lange warten die Anwohner der Oder-Neiße-Straße auf die Sanierung ihrer Wohnstraße. Kanal und Wasserleitung müssen erneuert werden, ebenso der Straßenbelag und der Gehweg. Auch die Fernwärmeleitung der Rewag soll im Zuge der Sanierung mitverlegt werden. Die Arbeiten sollen im März beginnen und bis Dezember abgeschlossen sein. Die Gesamtkosten stehen laut Stadt noch nicht fest. Zuletzt stand ein Betrag von rund zwei Millionen Euro im Raum. Darüber hinaus steht 2024 die Erschließung des Gewerbegebiets Nord und der Europastraße an. In der Breslauer Straße soll die Wasserleitung erneuert werden. Auch der Steg an der Ostseite des Neutraublinger Sees wird renoviert. Bei der Pumpstation an der Autobahn werden die Vorarbeiten für den Umbau beginnen.

• Sanierung des Friedhofsgebäudes

Im Sommer 2023 hat der Stadtrat grünes Licht für die Sanierung der Aussegnungshalle und des Nebengebäudes gegeben. Der Grundsatzbeschluss stammt schon von 2016. Im Frühjahr soll nun gebaut werden. Die Sanitäranlagen werden erweitert, auch eine barrierefreie Toilette wird gebaut. Das Dach der Aussegnungshalle wird erneuert und eine PV-Anlage installiert. Auch die Heizung wird neu gemacht, die Gastherme wird durch eine Wärmepumpe ersetzt. Im Nebengebäude werden die Räume neu geordnet, eine kleine Trauerhalle entsteht. Insgesamt wird laut Stadler knapp eine Million Euro investiert.

• Das Gymnasium wächst, St. Vincent wird neu gebaut

Die Generalsanierung des Gymnasiums ist gerade abgeschlossen, schon plant der Landkreis als zuständiger Träger einen zusätzlichen, dreistöckigen Erweiterungsbau mit Tiefgarage an der Gregor-Mendel-Straße beim derzeitigen Lehrerparkplatz. Wegen der Wiedereinführung des neunjährigen Gymnasiums reichten die bestehenden Kapazitäten nicht mehr aus, teilt Claudine Tauscher, Sprecherin des Landratsamts, mit. Als die Generalsanierung geplant worden sei, sei das nicht absehbar gewesen. Der Stadtrat hat bereits grünes Licht für das gegeben. Nach Fertigstellung hätte das Gymnasium dann insgesamt 75 Klassenräume für rund 1500 Schüler.

Für den Neubau der St.-Vincent-Schule erfolgte im Herbst 2023 der Spatenstich. 2024 wird weitergebaut. Verläuft alles nach Plan, soll ab Herbst 2025 am Förderzentrum mit dem Schwerpunkt emotionale Entwicklung unterrichtet werden. Träger ist die Katholische Jugendfürsorge (KJF). Rund 22,5 Millionen Euro werden investiert, zum Großteil vom Freistaat Bayern gefördert.

• Eröffnung des neuen Hallenbades

Die Erleichterung ist mindestens so groß wie die Vorfreude: Mehr als zwei Jahre nach dem Kran-Unfall ist das neue Hallenbad auf der Zielgeraden. Innen geht es zügig vorn, im Frühjahr folgen die Außenanlagen. Läuft alles glatt, wird im Herbst eröffnet. Bis dahin bleibt das alte Bad laut Stadt in Betrieb.