Parkende Lkw, Radwege und Straßenbau: Verkehr beschäftigt Neutraubling

Von Michael Sperger · 23. November 2023 um 05:00

Bei der Fragerunde zur Bürgerversammlung in Neutraubling dominieren vor allem Verkehrsthemen. Der Bürgermeister zeigt Verständnis für die Anliegen, bietet Lösungsvorschläge an – und gibt ein Update zur Flüchtlingssituation in der Stadt.

„Ja, kann man da denn gar nichts machen?“ Einem Bürger passt es überhaupt nicht, dass manche Radfahrer immer wieder die Bürgersteige in Neutraubling benutzen und so Menschen mit Rollatoren, Rollstühlen oder Kinderwagen behindern. „Ich kann das Problem verstehen und will das nicht beschönigen“, zeigt sich Bürgermeister Harald Stadler verständnisvoll. „Aber die Polizei hat nicht nur Neutraubling als Zuständigkeitsgebiet.“

Bei der Fragerunde zur Bürgerversammlung am Dienstag dominieren vor allem Verkehrsthemen. Der Bürgermeister zeigt Verständnis für die Anliegen und bietet Lösungsvorschläge an. Ein Neutraublinger beschwert sich zum Beispiel über Lkw, die regelmäßig den Friedhofsweg zuparken. Laut Stadler laufen hier bereits Gespräche mit dem Unternehmen. „Und wenn es keine Reaktion gibt, müssen wir eben Verbotsschilder aufstellen“, sagt der Bürgermeister.

Auch über den mittlerweile geteerten Weg zwischen Gärtnersiedlung und Ikea sind nicht alle glücklich. Wie ein Anwohner vorbringt, werde der eigentliche Radweg von Autofahrern als Abkürzung missbraucht. Stadler kündigt an, hier Maßnahmen zu ergreifen. „Ein Durchfahrtsverbot wird kommen – und wenn das nicht hilft, werden wir einen Pfosten hinstellen“, sagt der Bürgermeister.

Überblick in der Stadthalle in Neutraubling

Stadler freute sich über „deutlich mehr Zuhörer als im Vorjahr“. Gut 60 Interessierte fanden sich in der Stadthalle ein. Der Bürgermeister gab einen Überblick über die Projekte der Stadt. Dabei hob er zum Beispiel die anstehende Sanierung der Mittelschulturnhalle hervor. Dafür seien zwischen 2024 und 2026 laut Haushaltsplanung etwa 5,45 Millionen Euro vorgesehen. „Die Sanitäranlagen sind nicht mehr zeitgemäß und auch die Halle selbst ist in die Jahre gekommen“, sagt der Bürgermeister.

Besondere Herausforderungen sieht der Bürgermeister zum Beispiel beim Thema Kinderbetreuung und Schulen. „Wir haben trotz unserer zahlreichen Einrichtungen so gut wie keine Restplätze zur Verfügung“, sagt Stadler. Die Generalsanierung des Kindergartens in Heising sei mit drei Millionen Euro ebenfalls eine wichtige Investition in den kommenden Jahren.

Ebenso sei der Wohnungsmarkt in Neutraubling so gut wie leer gefegt. Mehrere Neubaugebiete in der Stadt sollen hier in naher Zukunft Abhilfe schaffen. „Ich denke, dass wir nächstes Jahr wieder eine höhere Einwohnerzahl präsentieren können“, prognostiziert Stadler. Auch in der Stadtmitte werde sich in den kommenden Jahren einiges tun.

Flüchtlinge in Neutraubling: „Ruhige Lage“

Ein Neutraublinger erkundigte sich zum Flüchtlingsthema, das in anderen Kommunen im Landkreis Regensburg aktuell zu heißen Diskussionen führt. „Es ist positiv, dass man die Asylbewerber in Neutraubling nicht negativ wahrnimmt. Die Lage in unserer Stadt ist sehr ruhig“, sagt Stadler. Im Stadtgebiet seien gut 100 Flüchtlinge in privaten Wohnungen untergebracht. Auch Thomas Rölz, Leiter der Neutraublinger Polizeiinspektion, bestätigt, dass es in der Stadt keine Hotspots oder auffälligen Probleme gebe.

„Wir setzen auf dezentrale Unterkünfte“, erklärt der Bürgermeister. Zwei Jahre lang hatte man den Container-Kindergarten als Wohnfläche zur Verfügung gestellt. Aufgrund der angespannten Betreuungssituation sei das nicht mehr möglich. Man wisse, dass weitere Flüchtlinge in den Landkreis kommen werden. Eine Turnhalle oder ähnliches könne die Stadt aber nicht zur Verfügung stellen. „Wir helfen immer mal wieder aus, wenn bei uns Kapazitäten frei sind“, sagt Stadler. Der Bürgermeister erkennt eine positive Entwicklung beim Thema Integration: „Viele dieser Menschen haben mittlerweile einen Job und fügen sich gut in unsere multikulturelle Stadt ein.“

Die Neutraublinger Eislauffläche kehrt zurück

Ab 16. Dezember ist am Jugendtreff in Neutraubling wieder Eislaufen statt Basketball angesagt. Die synthetische Eisfläche wird gegenüber der Realschule aufgebaut. Im vergangenen Winter bot die Stadt erstmals die Möglichkeit, auf Kunsteis die Schlittschuhe zu schnüren. Die Stadt hat die Anlage, die 19 mal 14 Meter misst, vor dem Winter als Mietkauf angeschafft und nach dem Andrang im ersten Winter beschlossen, die Eislaufbahn endgültig zu kaufen. Dafür nahm die Stadt gut 88000 Euro in die Hand.

Die Bahn ist wetterunabhängig nutzbar. Sie muss nicht energieintensiv gekühlt werden und braucht auch sonst kein Wasser, weil sie aus speziellen puzzleartigen Kunststoffplatten besteht. Wie lange die Bahn diesen Winter stehen bleibt, werde man laut Harald Stadler je nach Nachfrage entscheiden. „Irgendwann wollen die Kinder und Jugendlichen wieder Fußball und Basketball spielen. Dann kommt die Eisfläche weg“, sagt der Bürgermeister.

Die Eislaufbahn am Jugendtreff in Neutraubling soll noch dieses Jahr ein Comeback feiern. Foto: Sperger