Pro und Contra: Die MS Rossini kommt nach Bach zurück – Muss das sein?

Von Philip Hell, Christian Eckl · 22. November 2023 um 05:00

Eigentlich sollte die MS Rossini nur ein halbes Jahr in Bach liegen. Nach einigen Monaten in Donaustauf kehrt sie im Februar nun zurück. Ist das gerechtfertigt? Mz-Chefreporter Christian Eckl und MZ-Redakteur Philip Hell sind unterschiedlicher Meinung.

Philip Hell ist dafür: „Wir müssen kreativ werden“

In Bach zeigt sich im Kleinen, wie überfordert die Republik mit den immer weiter steigenden Flüchtlingszahlen ist. Es zeigt sich aber auch, wie man dem Problem mit kreativen Lösungen begegnen kann. Es ist allemal besser, die Menschen auf einem Schiff unterzubringen, als sie in eine Turnhalle zu stecken, in der sie nur getrennt von Planen ausharren müssen. So nimmt man auch in den Unterkünften selbst den Druck aus dem Kessel.

Das heißt nicht, dass auf der Donau alsbald mehr Flüchtlingsunterkünfte als Ausflugsdampfer herumschwimmen sollen. Kreativ werden kann man auch auf dem Trockenen: Wir müssen beispielsweise zusehen, Leerstand schnell und unbürokratisch mit Flüchtlingen zu füllen. Es handelt sich nicht um ein temporäres Problem. Deutschland ist ein Einwanderungsland, das sollten wir endlich akzeptieren.

Lesen Sie hier: „Wo soll sie die Leute denn hin tun“: Wie geht es mit der MS Rossini weiter?

Christian Eckl hält dagegen: „In den sicheren Hafen“

Traurig ist das. Traurig, dass in Sonntagsreden ein humaner Umgang mit Flüchtlingen gefordert wird, doch wenn es darauf ankommt, wird der Schwarze Peter weitergereicht. Da wird gegen Flüchtlinge in Schulturnhallen demonstriert. Und das Flüchtlingsschiff will auch keiner. Irgendwo müssen die Leute aber hin. Solange faktisch jeder einreisen kann in Deutschland und in ein Jahre dauerndes Asylverfahren rutscht, müssen sich Kommunalpolitiker damit auseinandersetzen, wo die Flüchtlinge untergebracht werden. Dass man den Bachern nun wieder den Schwarzen Peter zuschiebt, ist falsch. Sollen diejenigen Verantwortung übernehmen, die in Sonntagsreden etwa gerne von der Stadt Regensburg als „sicheren Hafen“ sprechen. Statt in Bach anzulegen, sollte das Schiff in Regensburg ankern. Das wäre für die Flüchtlinge besser – und würde Worten Taten folgen lassen.