„Wo soll sie die Leute denn hin tun“: Wie geht es mit der MS Rossini weiter?

Von Philip Hell · 22. November 2023 um 05:00

Als die MS Rossini zum ersten Mal in Bach anlegte, fegte der Schnee über Bach. Die Flocken waren jedoch nichts gegen den Sturm des Ärgers, der Anfang 2023 über den kleinen Ort brauste. Damals wurde bekannt, dass das ehemalige Kreuzfahrtschiff in Bach anlegen wird. Landrätin Tanja Schweiger versprach, dass es nur ein halbes Jahr anlegen wird – nun kommt es zurück.

Noch sei es relativ ruhig in Bach, sagt Gemeinderätin Gertraud Rissmann. Anfang des Jahres war das anders: Bei einer Bürgerversammlung wurde hitzig diskutiert, die AfD veranstaltete eine Demonstration gegen das Schiff und das kleine Bach war tagelang in überregionalen Medien präsent.

Die MS Rossini sorgt immer wieder für Diskussionen: MZ-Chefreporter Christian Eckl und MZ-Redakteur Philip Hell streiten sich in einem Pro und Contra

„Vielleicht hat man aus den Erfahrungen gelernt. Es war ja nix.“ Rissmann hofft, dass es weiterhin ruhig bleibt – eines stört sie allerdings. Aus ihrer Sicht macht es logistisch wenig Sinn, die MS Rossini wieder nach Bach zu verlagern. Donaustauf sei schließlich viel besser angebunden. „Die Leute wollen ja nach Regensburg rein.“

Umzug wegen der Fische

Dazu kommt, dass die Ortsdurchfahrt von Bach ab März saniert wird. „Ich weiß nicht, wie das logistisch funktionieren soll.“ Gleichzeitig ist sich Rissmann sicher: „Bach wird damit umgehen.“ Auch wenn Tanja Schweiger ursprünglich versprochen hatte, dass die MS Rossini nicht mehr in Bach anlegen wird, nimmt Rissmann sie in Schutz: „Wo soll sie die Leute denn hin tun? Beschlagnahmte Turnhallen will doch auch keiner.“

In das selbe Horn hatte Schweiger am Montag selbst gestoßen: „Ich bedauere es sehr, mit der MS Rossini die Gemeinde Bach erneut in Anspruch nehmen zu müssen, aber die Situation zwingt uns dazu. Unglücklicherweise hat es die Bundespolitik versäumt, innerhalb des vergangenen Jahres Lösungen für die bestehenden Probleme zu finden.“ Allerdings habe sie sich ein wenig mehr Offenheit gegenüber den Bürgern gewünscht. Dem Gemeinderat gegenüber habe das Landratsamt die Rückkehr der MS Rossini damit begründet, dass man Fischlaiche schützen müsse.

In einer knappen Pressemitteilung sprach das Landratsamt am Montagabend von „rechtlichen Gründen“, ohne näher darauf einzugehen. Ende Juni, also kurz vor dem Umzug der MS Rossini nach Donaustauf, ist das Landratsamt allerdings schon einmal genauer auf die Fisch-Thematik eingegangen. Damals teilte die Behörde mit, dass das Schiff nur von August bis Ende Februar dort liegen darf, um „besondere Laichgründe“ zu schützen.

Wie lange die MS Rossini in Bach bleiben wird, ist derzeit noch nicht absehbar. Auch gestern konnte das Landratsamt diese Frage nicht beantworten.

Polizei: Alles läuft normal

Seit August liegt die MS Rossini vor Donaustauf. Probleme habe es in dieser Zeit nicht gegeben, sagt Bürgermeister Jürgen Sommer. „Die Situation war völlig unproblematisch.“ Die Bewohner des Schiffs waren zwar sichtbar, seien aber nicht negativ aufgefallen. Sommer bestätigt, dass die Fischer der Grund für den Umzug sind. Dazu, ob das Schiff nach seinem zweiten Aufenthalt vor Bach zurück nach Donaustauf kommt, wolle er erst nachdenken, wenn es soweit ist.

Die Polizei hat bislang keine besonderen Vorkommnisse rund um das Schiff festgestellt, wie Josef Neft von der PI Wörth bestätigt. Die Beamten sind sowohl für Donaustauf als auch Wörth zuständig. Es laufe normal – abgesehen von einigen Ordnungswidrigkeiten. „Aber die kommen überall vor, wo Menschen zusammenleben.“