Auf (Aperol-)Spritz-Tour durch Regensburg: Mit diesen Kreationen trumpfen die Bars auf

Von Heike Haala · 4. August 2023 um 15:00

Der Aperitif mit Eis, Prosecco, Soda und Aperol ist so beliebt, dass in manchen Lokalen in Regensburg mehrere Hundert Gläser pro Tag geordert werden. Ob alkoholfrei, mit Beeren oder Martini – hier kommt jeder Spritz-Fan auf seine Kosten.

• Der Klassiker: Auf ein Aperölchen nach Stadtamhof

Müsste jemand ein neues Wappen für Stadtamhof entwerfen – ein orange gefülltes Glas mit Zitrusscheibe und Eiswürfeln wäre ein heißer Anwärter auf das Motiv. Denn der Stadtteil mit den drei roten Schlüsseln in der Standarte ist einer von Regensburgs Spritz-Anlaufpunkten schlechthin. Eine, die einen erklecklichen Teil zu diesem Umstand beiträgt, ist Banu Tekkeci, Chefin im La Strada. Sommer, ein Platz am Brückenbasar und dazu ein Aperitif – das ist für sie schon fast wie in Italien. Und so stehen auf den Tischen eigentlich immer Gläser mit dem kühlen Orange. Tekkeci kenne das Getränk schon seit 1994, als sie als Studentin im Ambrosius in der Brückstraße gearbeitet hat. Seinen Siegeszug durch Regensburg habe der Spritz dann vor etwa zwölf Jahren angetreten. „Und die Menschen werden ihm auch nicht überdrüssig“, sagt sie.

• Auf die Zwölf! Der Spritztower reicht für die ganze Runde

Das weiß auch Sophia Ramm, Chefin im Bonaparte, und bietet Spritz deswegen im Zwölfergebinde an: als Spritztower. Bilder von dem roségoldene Gestänge an dem die Gläser wie Trauben hängen, kursierten im Frühjahr durch die sozialen Medien. Da habe Stamm eines dieser Teile für ihre Bar bestellt. Und wenn das nun erst einmal auf dem Freisitz steht, erfreue es sich auch großen Interesses. Ob Junggesellinnenabschied oder Geburtstagsgesellschaft – wenn ein Gastgeber eine Runde ausgeben will, sei der Tower einfach perfekt. Spritz, sagt Ramm, ist der Drink, den sie am meisten ausschenkt. Mehrere Hundert Gläser könnten an einem Tag bei gutem Wetter schon über den Tresen gehen.

• Das Spritz-Spektrum von alkoholfrei bis Artischocke

Neben der Standardvariante in der Farbe des Sonnenuntergangs haben Barkeeper viele neue Versionen in anderen Geschmacksrichtungen entwickelt. Tekkeci spricht etwa Limoncello oder Maracuja als Note in dem Getränk an. Überhaupt, eigentlich sei das, was hier als Spritz angeboten wird, ohnehin lediglich das liebliche von zwei Standardrezepten aus Italien. „Das Herbe wird mit Campari aufgegossen“, erklärt die Chefin im La Strada. Stadtamhof wäre aber nicht die mit am stärksten sprudelnde Spritzquelle Regensburgs, wenn es hier nicht noch einiges mehr zu schlürfen gäbe. Und so schmeckt es in den bauchigen Gläsern in Richtung Walhalla-Bockerl zum Beispiel auch nach Brombeere, Basilikum, Rose, Pfirsich oder Artischocke. Etwa in der Aperitivo Bar belegt der Drink große Flächen der Getränkekarte. Hier durften sich die Mitarbeiter mit eigenen Versionen selbst verwirklichen.

Meike Ganter verwendete für ihre Kreation Grapefruit und Campari. Der Micha Speciale trumpft mit Martini auf. Wer auf Alkohol verzichtet, kann zwischen herbem, lieblichem und saurem Spritz wählen. „Das nehmen viele Gäste dankend an“, sagt Ganter. Immerhin rät die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA) zum risikoarmen Alkoholkonsum. Demnach sollten Frauen nicht mehr als ein Standardglas mit zwischen zehn und zwölf Gramm Alkohol pro Tag trinken, Männer nicht mehr als zwei. Zwei Tage in der Woche sollte laut BzgA-Empfehlung komplett auf Alkohol verzichtet werden.

• Selbstgemixt: Für einen ruhigen Sommerabend daheim

Manche Menschen würden zwar gerne Spritz trinken, können oder mögen aber nicht in eine Bar, andere wollen oder müssen Alkohol entsagen. Simone Grötsch aus dem Spirituosengeschäft Vom Fass hat eine Lösung. In dem Laden verkauft sie auch eine alkoholfreie Essenz, die mit ebenfalls alkoholfreiem Prosecco zu einem Aperitif aufgegossen werden kann – das Rezept steht auf der Flasche. Für alle Spritz-Fans auf dem Balkon: Laut dem offiziellen Rezept der International Bar Association werden für den Aperitif drei Teile Prosecco, zwei Teile Aperol und ein Teil Sodawasser mit einem Orangenschnitz auf große Eiswürfel im Glas gegeben.

• Eiskalt: Halbgefroren kühlt der Aperitif noch besser ab

Ramm, die auch die Bar Kosmonaut betreibt, hat noch eine Version für besonders heiße Tage: Frozen Spritz. „Die Grundmasse kommt in eine Slush-Eismaschine. Im Glas geben wir den Aperol hinzu“, sagt sie. So sorge dieses Getränk für eine ordentliche Abkühlung.

Simone Grötsch mit alkoholfreien Spritz-Zutaten Vom Fass
Tina Kindermann serviert in der Aperitivo Bar viele Variationen.
Frozen Spritz sorgt in der Bar Kosmonaut für Erfrischung.
Der Klassiker: ein Spritz mit Blick auf den Brückenbasar