Wunsch für Regensburgs Feelgood-Stadtteil: Stadtamhofer wollen Verkehrsberuhigung

Von Rainer Wendl · 29. Juni 2023 um 17:00

Bei einer Bürgerversammlung in Stadtamhof zeigte sich, wo die Bürger des Welterbe-Stadtteils der Schuh drückt.

1,4 Prozent der rund 170.000 Regensburger leben in Stadtamhof. Wiederum ein Prozent dieser 2400 Einwohner war am Mittwochabend bei der Bürgerversammlung in der Turnhalle der Gerhardinger Schule live dabei. Trotz der überschaubaren Teilnehmerzahl wurde gleich nach dem einführenden Vortrag von Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer deutlich: Auch Regensburgs Feelgood-Stadtteil Nummer eins ist nicht frei von Sorgen, und wie überall anders auch drehen sich diese hauptsächlich ums Thema Verkehr.

„Wäre eine Verkehrsberuhigung in der Hauptstraße so schlimm“, fragte eine Anwohnerin ganz direkt, nachdem der anhaltende Park-Suchverkehr dort als Störfaktor benannt worden war. Fakt ist: Die gebührenfreien und für alle nutzbaren Parkplätze in der Hauptstraße verführen dazu, in der Hoffnung auf eine freiwerdende Lücke auch mehrere Runden übers Kopfsteinpflaster zu drehen – eine akustische Belastung für diejenigen, die dort wohnen.

Remmidemmi mit Ferrari

Ob und wie eine Verkehrsberuhigung umgesetzt werden könnte, wurde nicht eingehender diskutiert. Gemurmel im Publikum ließ zudem darauf schließen, dass der Wunsch danach nicht von allen Anwohnern geteilt wird. Maltz-Schwarzfischer sagte aber zu, das Thema aufzunehmen – und auch ernst zu nehmen. „Eine Anregung, die von den Anwohnern selber kommt, hat deutlich mehr Gewicht“, sagte sie.

Nicht ganz einig waren sich die Stadtamhofer allerdings in der Frage nach der nervigeren Lärmquelle. So monierte ein Bürger vom Protzenweiher, dass am dortigen Reisebus-Terminal verbotswidrig lange die Motoren der Touristen-Kutschen laufen. Im Winter wegen der Heizung, im Sommer wegen der Klimaanlage.

Unterschiedliche Geräuschpegel

„Die tuckern die ganze Zeit“, fasste der Beschwerdeführer zusammen, ehe ein Bewohner der Hauptstraße das Augenmerk wieder auf diesen Bereich verlagerte: „Da ist der Geräuschpegel hoch, und zwar wegen der Gastronomie. Am Brückenbasar ist bis halb zwei Remmidemmi, und die Leute fahren mit dem Ferrari hin.“

Nach diesem wütenden Zwischenruf wurde das Gespräch nochmals Richtung Pylonentor gelenkt – mit dem Wunsch, einen Fußgänger-Überweg von dort zum Busterminal einzurichten. „Halten Sie es da für gefährlich“, fragte die Oberbürgermeisterin sichtlich überrascht. Sie bekam ein deutliches und mehrstimmiges „Ja!“ zurück. Wegen flott aus Richtung Gräßlschleife kommender Autofahrer entstünden hier immer wieder heikle Situation für querende Fußgänger, bekam das Stadtoberhaupt als Erklärung dafür zu hören.

Eine bereits umgesetzte Maßnahme der Verkehrsberuhigung ist die Umwidmung der Andreasstraße zur Fahrradstraße. Ein Anwohner lobte dies prinzipiell und bezeichnete die erfolgte Verlagerung der Parkplätze als verschmerzbar – die bessere, auch für Fußgänger sicherere Lösung sieht er aber in einer Spielstraße. Hier erklärten Oberbürgermeisterin und Ordnungsamtsleiter, dass eine solche Ausweisung nicht möglich sei. Zum einen wegen der Gestaltung der Straße, zum anderen wegen ihrer Zugehörigkeit zum städtischen Hauptradroutennetz.

Kommt Grieser Ersatzsteg?

Um das unübersichtliche Eck beim Andreasstadel zu entschärfen, regte derselbe Anwohner die Anbringung eines Spiegels an. Auch dies lehnte die Verwaltung ab. Begründung: Ein Spiegel verführe dazu, die Situation falsch einzuschätzen.

Einen dritten Vorschlag für diesen Bereich will die Oberbürgermeisterin immerhin prüfen lassen: Ab 2025 wird der Grieser Steg neu gebaut. Weil bislang kein Ersatzsteg geplant ist, drohen vielen Bürgern aus Stadtamhof-Ost weite Umwege. Jetzt soll untersucht werden, ob ein provisorischer Übergang während der Bauzeit nicht doch möglich ist.