Regensburger Classic Rallye: Stadtamhof wird zum Exil für die Oldtimer

Die Oldtimer-Ausfahrt macht heuer einen Bogen um die Altstadt. Dies hat einen Grund – und Konsequenzen.
Sie haben zweifellos einen Sinn fürs Schöne, die über 100 Teilnehmer-Paare der Classic Rallye Regensburg. Bei der 19. Auflage der Oldtimer-Ausfahrt werden sie am Sonntag bei aller Voraussicht nach schönem Sommerwetter mit ihren schönen alten Autos durchs schöne Naab- und Labertal cruisen, für eine schöne Mittagspause beim Winkler-Bräu in Lengenfeld ist ebenfalls gesorgt.
Neupfarrplatz: Kein Termin frei bis Ende Oktober
Zwei wesentliche Programmpunkte der Veranstaltung werden allerdings anders sein als gewohnt: Start und Zieleinlauf am Sonntag sowie die Ausstellung der Autos am Samstag werden nicht mehr in der Altstadt, genauer gesagt am Neupfarrplatz und Domplatz, sein – stattdessen müssen die Rallye-Freunde nach Stadtamhof ausweichen.
„Am Neupfarrplatz war kein Termin mehr frei“, nennt Bernhard Hinreiner vom veranstaltenden AMC Deuerling den simplen Grund für diesen Ortswechsel. Die Fülle der Events in diesem Sommer hat den Motorsportclub buchstäblich ausgebremst, bei der routinemäßigen Anmeldung der Rallye lautete die Auskunft der Stadt, dass nichts mehr geht. „Den Domplatz hätten wir haben können, doch der Neupfarrplatz ist bis Ende Oktober ausgebucht. Das wäre dann doch etwas zu spät für uns gewesen“, sagt Hinreiner.
Daher wird nun Stadtamhof zum Oldtimer-Exil. Start und Ziel wird in der Hauptstraße sein, die Ausstellung am Samstag findet am östlichen Teil des Dultplatzes statt. Für den AMC Deuerling ist vor allem die Hauptstraße eine äußerst reizvolle Alternative. Da lässt es sich verschmerzen, dass der Dultplatz – die meisten zu bewundernden Autos erwartet Hinreiner hier zwischen 16 und 18 Uhr – nicht ganz mit dem Domplatz mithalten kann.
Doch wie kommt der Umzug der Rallye bei den Stadtamhofern selbst an? „Ich glaube, dass das viele noch gar nicht wissen“, sagt dazu Alexander Irmisch. Der Vorsitzende des Vereins Pro Stadtamhof, Inhaber vom Café Schierstadt und SPD-Stadtrat erwartet jedenfalls nicht nur Jubel im Stadtteil: „Ich kann natürlich verstehen, dass das Ambiente für so eine Veranstaltung verlockend ist. Aber die Hauptstraße ist eh schon immer sehr voll.“
Die Umweltzone ist kein Faktor
Irmisch bezeichnet sich daher als „zwiegespalten“, auch aus Klimaschutzgründen. „Zum Anschauen finde ich alte Autos sehr schön, auf der Straße muss ich sie nicht unbedingt haben.“
Die Ausweisung der Altstadt als Umweltzone spielt übrigens keine Rolle für den Umzug der Rallye. Die aus den 30er- bis 90er-Jahren stammenden Autos haben zwar nicht die erforderliche grüne Plakette, sind aber aufgrund ihres H-Kennzeichen von der Plakettenpflicht befreit.