Ausgezeichnet: Architektur aus Regensburg räumte einige Preise ab

Die Architektur der Domstadt versetzt nicht nur die Regensburger selbst regelmäßig in Verzückung, sie begeistert auch Touristen. Zuletzt ließen vier Objekte aber auch die Preisrichter wieder jubeln: Sie prämierten die Arbeiten mehrerer Büros für Immobilien in der Stadt.
Deutscher Bauherrenpreis für die Margaretenau
Mit ihrem Entwurf für die Sanierung und Nachverdichtung eines Hauses aus den 1930er-Jahren in der Margaretenau ist es derBaugenossenschaft Margaretenauund dem Architekturbüro Luxgreen Climadesign erstmals nach zwanzig Jahren gelungen, wieder eine Würdigung des Deutschen Bauherrenpreises nach Regensburg zu holen: den Sonderpreis. Zuletzt gab es im Jahr 2002 mit einer besonderen Anerkennung für einen Neubau in Burgweinting Lob beim Preis des Bundes Deutscher Architektinnen und Architekten für einen Beitrag aus der Domstadt. Aber damit nicht genug: Die Genossenschaft und das Büro, die das Projekt in Zusammenarbeit mit der Ostbayerischen Technischen Hochschule und der für die Haustechnik zuständigen TGA Projektierung verwirklichten, räumten auch noch eine Anerkennung beim Bundespreis Umwelt & Bauen damit ab. Der Charakter der Anlage sei durch die Ergänzung eher betont als zerstört worden, heißt es in der Begründung der Jury. Ebenso begeisterte die Preisrichter, dass die Bewohner in den Umbauprozess miteinbezogen wurden. Wie das gelang? „Es wurden vor Beginn der Maßnahme eine Bewohnerbefragung, inklusive leitfadengestützter Interviews und Informationsabende durchgeführt“, beschreibt es Luxgreen-Chef Christian Kirchberger. So seien etwa Balkone und Mietergärten ermöglicht worden.
Wohnraum statt Lager in der Schattenhofergasse
Einen denkmalgeschützten, dreigeschossigen, giebelständigen Stadel mit Aufzugsluken aus dem 12. Jahrhundert und Aufstockung aus dem 15. Jahrhundert im östlichen Teil des Unesco-Welterbes sollte das Büro Köstlbacher Miczka Architektur Urbanistik für den Bauherren Edgar Schwabenbauer sanieren und in ein Wohngebäude verwandeln. Keine leichte Aufgabe. Wurde das Haus zuletzt doch als Lager genutzt. Dafür gab es den Bauherrenpreis der Arbeitsgemeinschaft (AG) Historische Städte. Dazu gehören neben Regensburg auch Bamberg, Lübeck, Görlitz, Meißen und Stralsund. Die Städte haben sich zusammengeschlossen, um sich beim Thema Stadtentwicklung auszutauschen. Die AG lobt, dass die Sanierung des Stadels in der Schattenhofergasse9 Engagement des Bauherren zeige – mit Hingabe zum Detail wie zur bauzeitlichen Struktur des Hauses. Dabei sei der ursprüngliche Charakter des Gebäudes trotz energetischer Sanierung bewahrt worden. Dem Team um Architekt Martin Köstlbacher war es dabei wichtig, die Atmosphäre in dem Haus etwa durch die Holzbalken, die Dachkonstruktion oder auch die steilen Treppen zu erhalten.
• Anerkennung der AG für das Zuckerlhaus
Als Kaufmann Franz „Zuckerl“ Müller vor fast sechs Jahren starb, nahm die gesamte Stadt Anteil. Damit gingen auch in Regensburgs ältestem Süßwarengeschäft die Lichter aus.Der Name aber ist geblieben: Zuckerlhaus.Seit zwei Jahren ist dort auch wieder neues Leben eingezogen. Damals eröffneten das Hotel der Patrizier und die Bar Bonaparte in der Wahlenstraße. Vorangegangen war dem eine Sanierung unter der Ägide von Thomas Rödl, Geschäftsführer beim Bauunternehmen Rödl und Herdegen, was ihm nun die Anerkennung beim Bauherrenpreis der AG Historische Städte einbrachte. Lob fand dabei, dass die neue Nutzung dem Denkmal weitgehend untergeordnet worden sei.
• Synagoge: besonders und dennoch zurückhaltend
Wer sich über Architektur in Regensburg unterhält, wird auch auf die Synagoge zu sprechen kommen.Das Büro der Staab-Architekten, die zuletzt etwa so prominente Projekte wie die Geschichtsgalerie am Flughafen Tempelhof, die Historische Mitte Kölns oder das Bauhaus-Archiv in Berlin umsetzen konnten, entwarfen sie. Ihre Ideen für das Quartier am Brixener Hof in der Regensburger Altstadt heimsten nun eine Auszeichnung ein: die Anerkennung beim Bauherrenpreis der AG Historische Städte. Die Fassade hebe den Baukörper in seiner städtebaulichen, aber auch emotionalen Bedeutung aus dem Stadtraum heraus, so das Lob.


