Wiedersehen mit BAP: Wolfgang Niedecken kehrt nach 40 Jahren nach Burglengenfeld zurück

Von Josef Schaller · 31. Mai 2026 um 15:29

Es ist „verdamp lang her“, als Wolfgang Niedecken mit seiner Band BAP beim legendären Anti-WAA-Festival 1986 am Lanzenanger neben anderen Musikgrößen wie Udo Lindenberg, Die Toten Hosen, Herbert Grönemeyer und Rio Reiser als einer der Hauptakteure auf der Bühne stand. Nun wird Niedecken mit seiner Band nach 40 Jahren nach Burglengenfeld zurückkehren.

Er wird sich beim Steinbruch-Festival am 3. Juli bei einem sogenannten Warm-Up-Konzert auf die große Show zum 50. Bühnenjubiläum, die am 10. Juli im RheinEnergie-Stadion in Köln vor 40.000 Fans stattfindet, eingrooven.

Aus diesem Anlass war der 75-Jährige mit seinem Tourmanager Mathias Schaettgen am vergangenen Donnerstag vor Ort, um sich im Keller No. 10 den Fragen der Presse zu stellen. Dabei erzählte Niedecken auch lange über seine Erinnerungen vom Anti-WAA-Festival.

Im Song setzt sich Sänger mit seinem Vater auseinander

Anschließend stand auch ein Besuch des WAA-Denkmals in der Kellergasse, das an den Widerstand gegen die geplante Wiederaufarbeitungsanlage (WAA) in Wackersdorf und das „Anti-WAAhnsinns-Festival“ erinnern soll, sowie ein kurzer Fußmarsch zum Lanzenanger, wo das Konzert damals stattfand auf dem Programm. Beide Stationen sind nur ein paar Steinwürfe weit vom Keller No. 10 entfernt.

Das Konzert am 3. Juli in der Steinbruch-Arena auf dem Betriebsgelände des Zementwerkes ist eines von insgesamt sieben Warm-Up-Konzerten für die große BAP-Show am 10. Juli in Köln. Der Song „Verdamp lang her“, ein Titel, in dem sich Niedecken mit seinem Vater auseinandersetzt, der immer sehr umsorgt mit ihm gewesen sei, wie der 75-Jährige erzählte, wird dabei, neben vielen anderen Klassikern wie Kristallnaach, Alles em Lot..., sicherlich zu hören sein. Niedecken kündigte an, zirka 30 Songs im Steinbruch präsentieren zu wollen. Das Publikum muss sich also auf einen sehr langen Konzertabend einstellen.

Das erste Gespräch mit Niedecken zwecks eines Auftritts beim diesjährigen Steinbruch-Festival habe im Sommer 2025 bei einem BAP-Konzert auf der Piazza in Regensburg stattgefunden. „Ich habe meine Schallplatte vom Anti-WAA-Festival von Niedecken signieren lassen. Da wusste ich schon, dass er zum 50. BAP-Jubiläum im Kölner Stadion ein großes Konzert geben und dazu vorher einige Release-Shows machen wird“, klärte Theisinger auf.

Der 3. Juli hat perfekt in unseren Tourplan gepasst.Wolfgang Niedecken, Sänger der Band BAP

Niedecken soll sofort Interesse gezeigt und zu seinem Tormanager gesagt haben: „Kümmere dich darum“, wie der Geschäftsführer von Power Concerts sagte. „Arthur Theisinger hat uns einen sensationellen Steinbruch versprochen“, merkte Tourmanager Schaettgen an. Gesehen hätten er und Niedecken die Location zwar nicht, aber Theisinger habe ihnen einige Drohnenaufnahmen von den bisherigen Festivals zugespielt. „Der 3. Juli hat perfekt in unseren Tourplan gepasst“, so Niedecken.

Warm-Up-Konzerte seien vor einer großen Show wichtig für Feinabstimmungen auf der Bühne, wie der BAP-Frontmann erklärte. Bei einem großen Konzert sei es wie beim Fußball. Man könne noch so viel trainieren. Das Entscheidende finde dann auf dem Platz statt. Es käme bei diesen Warm-Up-Konzerten zu Reaktionen, die man sich vorher nicht ausdenken könne. An der einen Stelle müsse mehr moderiert werden. An einer anderen müsse ein Songwechsel stattfinden. Und auch die Crew müsse mitproben. Instrumentenwechsel, Positionswechsel... – all das müsse perfektioniert werden. „Das möchte man nicht erst bei der großen Hauptshow machen“, so Niedecken.

Warm-Up-Konzerte seien sowas wie Test-Gigs, bei denen die Band „intim und ohne großen Firlefanz auftrete, um die angedachte Dramaturgie vor real existierendem Publikum auszuprobieren“, heißt es im Pressetext zum Steinbruch-Konzert. Diese Konzerte böten langjährigen Wegbegleitern und neuen Fans die Möglichkeit, BAP auf eine besonders persönliche Art und Weise zu erleben – authentisch, nahbar und im Kern ihrer Musiktradition.

Festival erstmals über zwei Wochenenden

Zum ersten Mal erstreckt sich das Steinbruch-Festival über zwei Wochenenden und fünf Konzerttage. Zum Auftakt am 26. Juni präsentiert die Formation „Culcha Candela“ ihre unwiderstehliche Mischung aus Hip Hop, Reggae und Latin. Mehr als fünf Millionen verkaufte Tonträger, zahlreiche Gold- und Platinauszeichnungen und mehr als 1500 Live-Show sprechen für sich.

Am 27. Juni werden „The New Roses“ den Steinbruch mit kraftvollen Riffs und rebellischem Rock'n'Roll-Spirit zum Beben bringen.

Mit ihrer „Still In Love With You-Show“ feierten die „No Angels“ im Sommer 2025 eine triumphale Rückkehr auf die großen Bühnen. Zum 25. Bandjubiläum gehen sie 2026 erneut auf Sommertour und machen dabei am 28. Juni auch einen Abstecher nach Burglengenfeld.

Am 4. Juli bringt die Band „Stahlzeit“ den Spirit von Rammstein erneut zurück in den Steinbruch. Es ist bereits ihr dritter Auftritt in der Arena. Mit ihrer kompromisslosen und spektakulären Pyroshow werde die Hitze, der Schweiß, das Feuer und die einzigartige Energie der Musik den Besuchern durch Mark und Bein fahren, so die Ankündigung. Diese Veranstaltung ist restlos ausverkauft. Für alle anderen Shows sind noch Karten erhältlich.