Im Städtedreieck gab es 2025 wieder mehr Unfälle und auch mehr Verletzte

Von Thomas Rieke · 22. Mai 2026 um 05:00

Nicht nur die Entwicklung im Bereich der Kriminalität ist alljährlich Teil des sogenannten Sicherheitsgesprächs im Städtedreieck. Die Aufmerksamkeit richtet sich auch auf das Unfallgeschehen. Polizeihauptkommissar Stefan Hannig legte am Mittwoch in Teublitz (Landkreis Schwandorf) die Verkehrsstatistik für 2025 vor und zog unterm Strich ein positives Fazit – obwohl einige Fallzahlen gestiegen sind.

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Seinen Angaben zufolge ereigneten sich auf den Straßen im Städtedreieck, für die die PI Burglengenfeld zuständig ist, im vergangenen Jahr 801 Unfälle. Das bedeutet gegenüber dem Vorjahr ein Plus von 13 Prozent. Die Steigerung sei insbesondere auf eine Zunahme der Kleinunfälle zurückzuführen, erklärte Hannig.

Anteil der Schwerverletzten ist deutlich gesunken

Die Zahl der Menschen, die bei Unfällen zu Schaden kamen, stieg von 90 auf 98. Allerdings sank der Anteil der Schwerverletzten von 21 auf 14.

Unfalltote waren, wie schon 2024, weder auf den Gemeindestraßen, noch auf Kreis- und Staatsstraßen zu beklagen. Aber: Das bedeutet nicht, dass die Beamten der PI Burglengenfeld von Tragödien im Straßenverkehr verschont geblieben wären. Zur Betreuung der Autobahn A93 unterstützt die örtliche Dienststelle nämlich regelmäßig die Verkehrspolizei. So auch am 24. März 2025, als sich zwischen den Anschlussstellen Ponholz und Teublitz ein schwerer Unfall ereignete. Den Einsatzkräften bot sich ein schreckliches Bild. Zwei Menschen waren in den Trümmern ihrer Fahrzeuge gestorben.

Verkehrserziehung der Kinder trägt Früchte

Zurück zur Statistik: Besonderes Augenmerk richtet sich stets auf die Schulwegsicherheit. Trotz gestiegener Schülerzahlen und wachsenden Verkehrsaufkommens habe man die Lage im Griff, sagte Hannig. Das Engagement bei der Verkehrserziehung der Kinder zahle sich aus. Gleichwohl kam es 2025 zu drei Unfällen. Die Folgen waren laut Hannig nicht dramatisch, aber in einem Fall machte sich ein Autofahrer, der ein Kind leicht touchiert hatte, aus dem Staub.

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Insgesamt wurden der Polizei im vergangenen Jahr 104 Unfallfluchten gemeldet. Das bedeutet gegenüber 2024 zwar einen Rückgang um rund zehn Prozent und gegenüber 2016 sogar ein Minus um fast ein Drittel. Trotzdem bezeichnete Hannig das Niveau noch als „hoch“.

Geklärt werden konnten seinen Worten zufolge 2025 immerhin 35 Fälle. Erschwert würden die Ermittlungen nicht selten dadurch, dass Geschädigte ihre Schramme oder Delle am Auto oft erst deutlich zeitversetzt feststellten und gar nicht mehr wüssten, wo es den „Parkrempler“ gegeben haben könnte.

Zum Thema Alkohol und illegale Drogen

Bei 13 Unfällen konnte laut Hannig nachgewiesen werden, dass Alkoholkonsum eine entscheidende Rolle gespielt hatte. Zwölf Personen erlitten bei diesen Ereignissen Verletzungen. Das ist die höchste Zahl im Zehn-Jahres-Vergleich.

Der Einfluss illegaler Drogen wird extra erfasst. Für 2025 sind drei Unfälle mit drei Verletzten dokumentiert. Somit scheinen Drogen im Verkehr kaum eine Rolle zu spielen.

Hannig ist da völlig anderer Ansicht. Das sogenannte Cannabisgesetz hat nach seiner Erfahrung dazu geführt, dass sich Drogenkonsumenten noch leichtfertiger ans Steuer eines Fahrzeug setzten als früher, weil sie sich rechtlich auf der sicheren Seite fühlten. Dabei sei das Risiko sehr hoch, die Drogenauswirkungen zu unterschätzen.

Weiteres Thema: Die meisten Unfälle ereigneten sich mit Abstand mit Autos. Aber der Anteil der Fahrräder, speziell auch der E-Bikes, ist gestiegen. Angesichts der Verkaufszahlen bezeichnete Hannig die Entwicklung als wenig verwunderlich.

Viele unterschätzen das Gewicht ihres Gefährts

Das Problem: Viele Fahrer unterschätzen das Gewicht und das Tempo eines E-Bikes. In bestimmten Situationen sind sie daher schnell überfordert, sagte Hannig. Außerdem seien Zweiradfahrer allgemein noch immer oft ohne Helm unterwegs. Wer einmal die Folgen eines Sturzes gesehen habe, könne das nicht mehr begreifen. Aus all den genannten Gründen plant die Polizei Burglengenfeld heuer am Volksfestplatz ein Training.

Auch die PI Burglengenfeld plant ein Training für Fahrrad- und E-Bike-Fahrer. In Schwandorf hat es ein solches erst am Wochenende gegeben. - Foto: Friso Gentsch, dpa

Nicht zuletzt hat die Polizei auch 2025 untersucht, ob sich in ihrem Zuständigkeitsbereich ein Unfallschwerpunkt herauskristallisiert hat. Die klare Antwort: Nein. Auf der Pottenstettener Kreuzung, für die seit Jahren ein Umbau gefordert wird, habe es 2025 genau zweimal gekracht. Einmal habe es sich um einen Auffahrunfall gehandelt, einmal um eine Vorfahrtsmissachtung. Das Kuriose: Der Unfallverursacher hatte laut Hannig vor dem Stoppschild bereits ordnungsgemäß gehalten. Weshalb er dann aber zu früh wieder Gas gab, ist ungeklärt.