Horror-Unfall auf der A93 bei Teublitz: War verlorener Reifen der Auslöser?

Von Thomas Rieke · 24. März 2025 um 17:00

Rabenschwarzer Wochenstart auf der A93: Am Montag kurz nach 7 Uhr ereignete sich zwischen den Anschlussstellen Ponholz und Teublitz ein folgenschwerer Unfall. Zwei Menschen verloren dabei ihr Leben. Die Suche nach der Unfallursache läuft noch. Dabei könnte ein verlorener Reifen eine Rolle gespielt haben.

Den Einsatzkräften, die mit einem Großaufgebot anrückten, bot sich auf Höhe des Maxhütter Ortsteils Katzheim ein Bild der Verwüstung. Ein unfallbeteiligtes Fahrzeug war bis zur Unkenntlichkeit deformiert. Für eine 49-jährige Frau aus Tschechien und einen 36-jährigen Mann aus dem Kreis Altötting kam jede Hilfe zu spät.

Warnung vor „Gegenständen auf der Fahrbahn“

Zum Unfallhergang: Der Fahrer eines MAN-Sattelzugs mit litauischem Kennzeichen, der angeblich Autoteile transportierte, war in Richtung Regensburg unterwegs. Auf Höhe der Ortschaft Katzdorf verlor er die Kontrolle. Ursächlich könnte nach Informationen der Redaktion ein Reifen gewesen sein, den ein bisher unbekannter Verkehrsteilnehmer angeblich verloren hatte. Wenige Minuten vor dem Unglück war eine Meldung verschickt worden, „Gegenstände“ lägen auf der Fahrbahn.

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Ob der Lastwagen über den Reifen polterte und dadurch nach links ausbrach oder ob der Fahrer selbst versuchte auszuweichen, ist nicht bekannt. Der Sattelschlepper durchstieß jedenfalls beide Mittelleitplanken.

Auf der Gegenfahrbahn kollidierte er zunächst mit einem in Tschechien zugelassenen Auto, das einen leeren Pferdeanhänger zog, und anschließend mit einem Kleintransporter sowie einem weiteren Sattelzug – beide mit deutschem Kennzeichen. Der Sachschaden dürfte sich auf mehrere 100.000 Euro belaufen.

Verkehr auf der A93 staute sich kilometerlang

Die Autobahn musste in beide Richtungen gesperrt werden. Binnen kurzer Zeit bildeten sich kilometerlange Staus. Mitarbeiter des Roten Kreuzes kümmerten sich um die Fahrzeuginsassen, die stundenlang in der Falle saßen. An den Anschlussstellen Teublitz und Ponholz wurde so schnell wie möglich umgeleitet.

Doch einige Ausweichrouten waren ebenfalls schnell überlastet. Besonders litt einmal mehr der Maxhütter Ortsteil Leonberg. Bis in den Nachmittag hinein quälten sich zum Leidwesen der Anwohner ungezählte Sattelzüge durch die Engstellen im Ort.

Unterdessen gaben die Einsatzkräfte an der Unglücksstelle weiter ihr Bestes. Allein die Feuerwehren aus Ponholz, Meßnerskreith, Teublitz, Wackersdorf und Regenstauf waren laut Kreisbrandrat (KBR) Christian Demleitner mit rund 80 Mann angerückt. Ihr Augenmerk galt vor allem der Personenrettung. Aus einem Transporter konnten sie mit einem hydraulischen Gerät den Fahrer lebend befreien. Mit schweren Verletzungen wurde er in eine Klinik eingeliefert.

Auslaufende Betriebsstoffe machten Fahrbahn gefährlich glatt

Gegen Mittag wurden die Wracks abgeschleppt. Abgerissene Teile oder auch Ladung, die aus den Fahrzeugen gefallen war, füllten zahlreiche Säcke. Außerdem galt es, die Fahrbahnen zu reinigen. Ausgelaufene Betriebsstoffe machten den regennassen Belag gefährlich glatt.

Bei Polizeisprecherin Corinna Wild liefen teils im Minutentakt neue Informationen auf. Ob eventuell noch weitere Todesopfer zu beklagen sein werden, konnte sie nicht ausschließen. Der Zustand einiger Beteiligter sei teils sehr ernst.

KBR Demleitner lobte das Zusammenspiel der Einsatzkräfte. Landkreisübergreifend hätten Ehrenamtliche hervorragende Arbeit geleistet. Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Amberg wurde ein Sachverständiger hinzugezogen, um ein analytisches Gutachten zu erstellen. Das „auslösende Ereignis des Unfalls“, so heißt es im Polizeibericht, sei noch unklar und Gegenstand der Ermittlungen.

Die Einsatzkräfte waren mit einem Großaufgebot angerückt. Foto: Josef Schaller
Auch der Beifahrer dieses Transporters starb. Foto: Josef Schaller
Dieses Auto wurde durch die Kollision bis zur Unkenntlichkeit zerstört. Ein Insasse konnte nicht gerettet werden. Einsatzkräfte errichteten zum Schutz vor neugierigen Blicken Wände. Foto: Josef Schaller
Ein Mitglied der BRK-Bereitschaft Regenstauf kümmerte sich um im Stau Festsitzende. Foto: Rieke