Tourismus in Nittenau: Private Vermieter besserten 2025 die Bilanz auf

Von Cornelia Lorenz · 20. April 2026 um 05:00

Mit der Tourismusbilanz für das Jahr 2025 beschäftigten sich kürzlich die Mitglieder des Nittenauer Hauptausschusses. Sie erfuhren dabei auch, warum die Saison auf dem Campingplatz nicht so rund lief wie erhofft. Auch Familienbeauftragte Elisabeth Bauer (Grüne) trug ihren Jahresbericht vor.

Ingrid Schindler, die Leiterin des Nittenauer Touristik-Büros, informierte die Räte ausführlich über die Urlauberstatistik des vergangenen Jahres. In Nittenau habe man 27 680 gewerbliche Übernachtungen registriert, was im Vergleich zum Vorjahr ein Minus von 5,2 Prozent bedeutet.

Doch diese Zahl spiegle die Realität nicht komplett wieder, gab Schindler zu bedenken. Der Grund: In Nittenau gebe es viele kleine private Vermieter mit weniger als zehn Betten, die nicht verpflichtet seien, ihre Zahlen offiziell zu melden. Wenn man deren Daten mit einbeziehe, komme man bei den Übernachtungen auf ein deutlich kleineres Minus von 1,7 Prozent.

Schnaps im Wert von 1193 Euro verkauft

Schindler erinnerte die Räte außerdem an die Sanierung der Touristinfo, die man im ersten Quartal 2025 für ein schmales Budget von 17 000 Euro über die Bühne gebracht habe. Darüber hinaus berichtete sie über zahlreiche Veranstaltungen wie Stadtführungen, die Bustour für Neubürger, geführte Wanderungen oder das Sommerferienprogramm, das von der Touristinfo koordiniert worden sei.

Auch finanziell habe man 2025 einiges bewegt. Schindler erinnerte an die 5058 Euro, die man durch den Verkauf von Souvenirs eingenommen habe. Konkret gingen hier rund 700 Artikel über die Ladentheke, darunter 119 Fotokalender, 117 Postkarten und Schnaps im Wert von 1193 Euro. Auch Angelerlaubnisscheine im Wert von 4628 Euro habe man ausgegeben, sagte Schindler. Den größten Anteil am Umsatz habe allerdings der Verkauf der Regentaler ausgemacht.

Radreparaturstation und Ladesäule beim Freibad geplant

Wie die Leiterin des Touristikbüros weiter ausführte, habe man auch 2026 wieder einiges vor. So plane man beispielsweise, einen barrierefreien Wanderweg auszuweisen. Außerdem stünden der Aufbau einer geförderten Radreparaturstation und einer Ladesäule beim Freibad auf der Agenda.

Campingwartin Beata Käsz präsentierte den Ausschussmitgliedern ebenfalls ihren Jahresbericht. Im Herbst 2025 habe erstmals eine Dauercamper-Versammlung stattgefunden. Diese sei gut angenommen worden, weshalb man vorhabe, diese künftig regelmäßig abzuhalten. Außerdem wurden laut Käsz neue Waschmaschinen und Trockner installiert, neue Händetrockner angeschafft und das Hygienematerial neu organisiert. Fünf Dauercamper haben 2025 gekündigt, dafür haben drei neue nach der Aufbereitung der Plätze bereits ihr Quartier bezogen.

Camper blieben im Schnitt 1,99 Nächte in Nittenau

Wie die Campingwartin weiter berichtete, konnte man im vergangenen Jahr 467 Anreisen (2024: 439) und 1305 Gäste (2024: 1062) verzeichnen. Die Camper blieben im Schnitt 1,99 Nächte und damit etwas kürzer als 2024, als es noch 2,20 Nächte gewesen waren.

Aus finanzieller Sicht war das Campingjahr 2025 in Nittenau nicht besonders erfreulich. „Wegen des schlechten Wetters wurden viele Buchungen storniert, weshalb die Einnahmen leider zurückgegangen sind“, sagte Käsz. Somit habe man 29 750 Euro mit übernachtenden Urlaubern verdient, 3686 Euro mit Dauercampern und 75 Euro mit Tagesgästen. „2025 war insgesamt schwieriger als das Vorjahr, vor allem wegen des Wetters. Trotzdem konnten wir wichtige Maßnahmen umsetzen“, lautete Käszs Fazit. Auch für das Jahr 2026 habe man auf dem Nittenauer Campingplatz kleinere Maßnahmen vor. Man werde beispielsweise die Fässer und Holzelemente weiter streichen und renovieren.

Campingplatz wird die neuen Stadträte beschäftigen

2. Bürgermeister Albert Meierhofer (CSU), der die Sitzung leitete, erklärte, dass der Nittenauer Campingplatz auf dem Prüfstand stehe. Der neue Stadtrat, der Anfang Mai erstmals zusammentritt, werde sich sicherlich in Zukunft häufiger mit dem Thema beschäftigen.

Auch Familienbeauftragte Elisabeth Bauer (Grüne) stellte ihre Arbeit des vergangenen Jahres im Gremium vor und berichtete dabei über zahlreiche Veranstaltungen wie die Familienwoche, die Kinderaktion am Buß- und Bettag, das Ferienprogramm mit dem Jugendparlament oder den Mediennachmittag im JuNit mit Jugendlichen und Senioren.

Familienbeauftragte hatte viele Aufgaben

Doch nicht nur solche Veranstaltungen prägten die Arbeit der Familienbeauftragten: Sie beschäftige sich mit vielen weiteren Themen wie verkehrsberuhigten Zonen, der barrierefreien Stadtgestaltung, Vereinsförderung, Unterstützung von benachteiligten Kindern und Jugendlichen oder dem Versorgungsgrad bei der Kinderbetreuung.

Wie Bauer weiter erläuterte, sei das Jahr 2025 geprägt gewesen von der Bewerbung für den Wettbewerb „Familienfreundliche Kommune“. Die Bemühungen seien von Erfolg gekrönt worden, weil man sich nun erneut eine Auszeichnung gesichert habe – diesmal als „Familienfreundliche Kommune im Landkreis Schwandorf“ in Gold. Man habe in den vergangenen Jahren einen „langen Weg, gepflastert mit Stolpersteinen“ überwunden und in Nittenau in Sachen Familienfreundlichkeit gemeinsam viel erreicht, freute sie sich.