Zwei lebendige Treffpunkte in Nittenau: Gute Nachrichten von Bücherei und Stadtmuseum

Die Nittenauer Stadtbücherei freut sich über wachsende Besucherzahlen – ebenso wie das Stadtmuseum. Das erfuhren die Mitglieder des Hauptausschusses am Dienstagabend bei der Präsentation der Jahresberichte 2025 der beiden Institutionen. Auch heuer haben die beiden Leiterinnen wieder eine Menge vor.
Büchereileiterin Manuela Chomek berichtete den Ausschussmitgliedern von einem erfolgreichen Jahr. „Es ist mir wichtig, die Bücherei als einen offenen und lebendigen Treffpunkt für die Bürger zu gestalten“, sagte sie. Die Nittenauer schätzen dieses Engagement offenbar: 2025 hatte die Stadtbücherei laut Chomek 1289 angemeldete Leser. Davon seien 636 auch aktive Leser gewesen.
Die Zahl der Entleihungen kletterte 2025 im Vergleich zum Vorjahr um 8,5 Prozent auf 29 552. Auch die Zahl der Besuche stieg um 10,2 Prozent auf 8770. Im Durchschnitt habe man 1500 Besuche pro Monat verzeichnet. 54,4 Prozent der Leser seien Kinder gewesen. Im Bestand habe man derzeit 25 800 Medien. „An den Zahlen sieht man, dass die Bücherei gut angenommen wird“, freute sich Chomek.
Wir gehen mit Schwung ins Jahr 2026 – mit neuen Projekten, einer modernen Ausstattung und noch mehr Aktionen für unsere Gemeinschaft.Manuela Chomek, Büchereileiterin
Im ersten Halbjahr gab es nur Notbetrieb
Die Büchereileiterin informierte auch über die Finanzen: 2025 gab die Stadt für die Bücherei für Personal, Neuanschaffungen und laufende Kosten 54 759 Euro aus. An Einnahmen habe man in der Bücherei 3085 Euro generiert. Chomek, die die Leitung der Einrichtung im Juni 2025 übernommen hatte, erinnerte zudem daran, dass sich die Bücherei im ersten Halbjahr 2025 im Notbetrieb befunden habe, es keinen Leiter gegeben habe und die Ausleihe nur mit Hilfe von Minijobbern und Springerdiensten möglich gewesen sei.
Im zweiten Halbjahr 2025 habe man sich dann wieder um Bestandspflege und Neuanschaffungen kümmern können. Auch Renovierungsarbeiten habe man durchgeführt und die Neugestaltung von Büro und Lagerflächen begonnen. Im Jahr 2026 wolle man unter anderem die Modernisierung des Lesecafés in Angriff nehmen, einen Spieletisch für Kinder und Jugendliche anschaffen, einen neuen Büchereiausweis in Scheckkartenformat einführen und die Zusammenarbeit mit Schulen und Kindergärten intensivieren.
Dank an die viele Helfer in der Bücherei
„Wir gehen mit Schwung ins Jahr 2026 – mit neuen Projekten, einer modernen Ausstattung und noch mehr Aktionen für unsere Gemeinschaft“, sagte Chomek und bedankte sich für die unermüdliche Unterstützung durch ehrenamtlichen Büchereihelfer, die viele Projekte erst möglich gemacht hätten.

Auch Birgit Auburger, Leiterin des Stadtmuseums, zog eine positive Bilanz. Sie vermeldete für das vergangenen Jahr 1526 Besucher, darunter 474 Kinder. Man nähere sich allmählich wieder den Besucherhöchstständen an, die man vor rund zehn Jahren erreicht hatte. Derzeit gibt es im Stadtmuseum 7534 Exponate, die bereits im System archiviert sind. Rund 200 Stück sind handschriftlich aufgenommen, rund 1700 allerdings aus Zeitmangel bislang weder digital noch im Handbuch erfasst.
Archiv und Depot sollen umstrukturiert werden
2026 wolle sie die Marke von 1000 Besuchern erneut erreichen, erklärte Auburger weiter. Zudem habe sie vor, das Führungsangebot zu erweitern und die Museumsverwaltung neu zu organisieren. Konkret geht es Auburger darum, Archiv und Depot neu zu strukturieren und die Galerie künftig für Material zu nutzen. Bis 2029 wolle sie alle Exponate inventarisieren, doch das sei „ein Fass ohne Boden“. Am 3. Mai werde die neue Sonderausstellung „Erinnerungsstücke“ eröffnet, so Auburger weiter. Die Leiterin betonte, wie wichtig ehrenamtliche Helfer für das Museum seien. „Ohne ehrenamtliche Aufsichtspersonen und Helfer gäbe es keine Museumssaison“, sagte sie.