Überraschender Geldsegen: Stadt Nittenau freut sich über Sondereinnahmen bei Gewerbesteuer

Von Cornelia Lorenz · 15. April 2026 um 11:00

Die Jahresrechnung der Stadt Nittenau ist mit vielen Zahlen gespickt und deshalb keine besonders leichte Lektüre – zumal die finanzielle Lage, wie in vielen anderen Kommunen auch, nicht gerade rosig ist. Doch immerhin: Das Zahlenwerk für das Jahr 2025 liefert auch eine gute Nachricht.

Wie Kämmerin Katrin Schminke kürzlich den Stadträten erläuterte, ist der Verwaltungshaushalt der Stadt Nittenau mit einem Volumen von 26,4 Millionen Euro höher ausgefallen als geplant. Konkret geht es um ein Plus von 1,8 Millionen Euro.

Auch Einkommensteuer entwickelte sich positiv

Doch woher kommt dieser überraschende Anstieg? „Im Wesentlichen ist die Erhöhung im Verwaltungshaushalt tatsächlich auf eine nicht erwartete Sondereinnahme bei der Gewerbesteuer zurückzuführen“, erklärte Schminke auf Nachfrage der Mittelbayerischen.

Doch nicht nur das: Auch andere Bereiche im Verwaltungshaushalt hätten sich 2025 für die Stadtkasse besser entwickelt als angenommen, so die Kämmerin weiter. Dies gelte beispielsweise ebenso für die Beteiligungen an Einkommen-, Umsatz- und Grunderwerbsteuer. Auch die Zuweisungen des Landes nach dem Bayerischen Kinderbildungs- und Betreuungsgesetz (BayKiBiG) seien für Nittenau 2025 höher ausgefallen als Ende 2024 erwartet.

Nittenaus Kämmerin weist auf generelle Schwankungen hin

Schminke betonte, diese Einnahmen seien „generell Schwankungen unterworfen und abhängig von den unterjährigen Entwicklungen“, weshalb es immer wieder zu Abweichungen kommen könne. Die Steigerung im Verwaltungshaushalt habe sich somit auch nicht allein durch das Plus bei der Gewerbesteuer ergeben.

Um welchen Betrieb bzw. Betriebe es sich handelt, die mehr Geld als erwartet an die Stadtkasse abführen, war aus der Kämmerei nicht zu erfahren. „Weitere Auskünfte zur Gewerbesteuer sind aufgrund des Steuergeheimnisses nicht möglich“, so Schminke.

Auch im Vermögenshaushalt gab es Verschiebungen

Doch nicht nur beim städtischen Verwaltungshaushalt gibt es Änderungen: Auch im Vermögenshaushalt, der die Investitionen abbildet, hat sich 2025 einiges verschoben. Ursprünglich war hier ein Volumen von 8,9 Millionen Euro geplant gewesen. Darin enthalten waren unter anderem ein rund 1,1 Millionen Euro umfassender Baukostenzuschuss für die Sanierung des Kindergartens St. Josef und 1,07 Millionen Euro für den Ausbau der Breitbandinfrastruktur.

Im Wesentlichen ist die Erhöhung im Verwaltungshaushalt tatsächlich auf eine nicht erwartete Sondereinnahme bei der Gewerbesteuer zurückzuführen.Katrin Schminke, Kämmerin

In der Jahresrechnung 2025 ist beim Vermögenshaushalt nun aber von einem deutlich schlankeren Volumen von 6,1 Millionen Euro die Rede. „Beim Vermögenshaushalt kam es bei einigen Maßnahmen zu Verzögerungen, weshalb nicht alle geplanten Mittel ausgeschöpft wurden und das Volumen geringer ausfällt“, erklärte Schminke. Beispielsweise sei es bei den Planungen zum Kinderhort aufgrund des umfangreichen Abstimmungsbedarfs zu Verzögerungen gekommen. Das hat eine aus monetärer Sicht sehr erfreulich klingende Folge: Die Stadt kam im Jahr 2025 letztlich ohne neue Kredite aus.

Schuldenstand sank auf rund elf Millionen Euro

Das hängt aber auch eng mit der guten Entwicklung im Verwaltungshaushalt zusammen. „Durch die Mehreinnahmen im Verwaltungshaushalt konnten dem Vermögenshaushalt mehr Finanzierungsmittel zugeführt werden, nämlich über drei Millionen Euro“, so Schminke weiter. Denn die Ausgaben im Verwaltungshaushalt seien nicht etwa ebenfalls gestiegen, sondern seien in einigen Bereichen sogar unter den Ansätzen geblieben.

All dies habe dazu geführt, dass im Jahr 2025 eine neue Kreditaufnahme obsolet geworden sei. Das bedeutet laut Schminke zudem, dass die Stadt auch rund 300.000 Euro der Rücklage zuführen konnte, die sich somit Ende 2025 bei 5,9 Millionen Euro bewegte. Auch der Schuldenstand ging in diesem Zeitraum zurück - und zwar von 11,5 auf rund elf Millionen Euro.

Wie es Ende 2026 aussehen wird, muss sich noch zeigen. Bei der Verabschiedung des Haushalts 2026 vor vier Monaten hatte es allerdings geheißen, der Schuldenstand der Stadt Nittenau werde im Dezember 2026 voraussichtlich bei 13,3 Millionen Euro liegen.