Landratsamt Schwandorf bestätigt drei Vogelgrippe-Fälle – Könnte eine Impfung helfen?

Von Selina Schaefer · 23. Februar 2026 um 05:00

Es dürfte ein Schock für die Geflügelhalter im Landkreis Schwandorf sein: Seit vergangenem Montag gibt es zwei weitere bestätigte Fälle der Vogelgrippe. Das teilte das Landratsamt Schwandorf auf Nachfrage mit. Damit summiert sich die Zahl seit Anfang des Jahres auf drei Fälle. Sechs Verdachtsfälle stehen noch zur Bestätigung aus. Was die Situation nun für die Züchter bedeutet.

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Bisher seien nur Wildvögel entlang der Naab von der Seuche betroffen, überwiegend Höckerschwäne, teilte Manuel Lischka, Pressesprecher des Landratsamtes, mit. Die toten Tiere waren an das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) in Erlangen geschickt worden. Wenn die dortige Untersuchung positiv sei, dann würde die Probe an das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) geschickt, um eine Bestätigung des Verdachts einzuholen, heißt es weiter. Bei den sechs Verdachtsfällen warte man noch auf diese Bestätigung.

Sicherheitsmaßnahmen sind schon seit 2022 im Landkreis Schwandorf in Kraft

Bereits seit Ende 2022 bestehe laut Landratsamt eine Allgemeinverfügung im Landkreis. Darin seien ergänzende Maßnahmen zur Geflügelpest geregelt, mit sogenannten Biosicherheitsmaßnahmen, die auch Haltungen mit weniger als 1000 Tieren betreffen. Sie verbieten auch Geflügelausstellungen und das Füttern von Wildvögeln. Ziel sei es, den Kontakt von Hausgeflügel zu Wildvögeln möglichst zu verhindern und so auch die Übertragung der Krankheit zu unterbinden, erklärte der Pressesprecher. Je nach Risikobewertung des LGL Erlangen könne noch eine Aufstallungsanordnung hinzukommen.

Bei der Vogelgrippe, fachlich auch Aviäre Influenza genannt, handelt es sich laut LGL um eine durch Viren ausgelöste Infektion bei Wild- und Hausgeflügel. Als „Geflügelpest“, ausgelöst durch Subtypen des Virus, verlaufe sie oft tödlich.

Auch wenn es derzeit noch keine neuen und weiteren Anweisungen gibt, Mathias Meßmann will die Hühner auf seinem Geflügelhof in Deiselkühn vorsichtshalber einsperren. „Ich will da kein unnötiges Risiko eingehen“, sagt der Schwarzenfelder. Man müsse nun von Woche zu Woche schauen, wie es sich entwickelt. Für ihn wer de die Osterzeit eine Rolle spielen. Denn wenn sich die Lage verschärfe, würde es sich der Landwirt gut überlegen, Enten und Gockel zu mästen.

Ich will da kein unnötiges Risiko eingehen.Mathias Meßmann, Geflügelzüchter

Zu seinem Glück hat er noch etwas Zeit – die meisten Tiere seien auf Weihnachten zu geschlachtet worden. Aber „ich habe auch gebangt und gezittert“, erinnert sich der Züchter. Sonst wären einige Hundert Gänse, Enten, Gockel und Puten betroffen gewesen. So sorgt er sich derzeit nur um seine Hühner.

Meßmann hatte eigentlich gehofft, dass sich die Lage bessern würde und es zu keinem Ausbruch im Landkreis kommt, aber in der Vorweihnachtszeit habe das Virus im Nachbarlandkreis Cham schon grassiert.

Auch der Geflügelhof Meßmann in Schwarzenfeld fürchtet um seine Tiere, sollte die Geflügelpest weiter um sich greifen. - Foto: Vanessa Ebert, Archiv

Auch Gunther Stangl war nicht überrascht, als er von den Fällen gehört hat. „Es wundert mich eher, dass es nicht mehr ist“, sagt der Nittenauer. Hygienemaßnahmen werde er jetzt wieder sehr streng einhalten, etwa wenn es um seine Bekleidung geht. „Man ist halt wieder extrem vorsichtig.“ Der Falkner hält außer Hühner, Sittichen und zwei Störchen eben auch zwei Greifvögel – und um diese wertvollen Tiere sorgt er sich besonders. Als Jäger vermeide er es jetzt zudem, durch Gebiete von Gänsen und Enten zu laufen. Die Angst, diese sehr ansteckende Seuche etwa mit den Schuhen einzuschleppen, sei zu groß. Aber „es kann jeden treffen“.

Das Aufstallen der Tiere ist keine Dauerlösung

Lobende Worte findet der Nittenauer für das Veterinäramt, das sich immer sofort um die Entsorgung der toten Tiere kümmern würde. Stangl hofft auf lange Sicht aber auf eine andere Lösung: eine Impfung. „Es wäre schön, wenn man seine eigenen Bestände impfen dürfte“, sagt er. In Frankreich würden etwa schon Enten versuchsweise geimpft. „In Deutschland bewegt sich wenig“, kritisiert der Falkner. Es sei ihm unverständlich, dass man sich Hierzulande dagegen wehre, obwohl manch Halter darauf hoffe.

Aufstallen sei schließlich keine Dauerlösung, irgendwann wollen die Tiere ja auch wieder raus, erklärt er. Außerdem werde man das Virus sowieso nicht mehr los. Eine Impfung sei somit auch gut für das Tierwohl, zumindest beim Hausgeflügel.

Was bei toten Vögeln zu tun ist

• Nicht liegen lassen: Tote Vögel sollen laut dem Schwandorfer Landratsamt unbedingt aus der Natur entnommen und korrekt entsorgt werden. Dadurch bewahre man auch Raubvögel und Aasfresser, wie etwa Füchse, vor Infektionen, informiert die Kreisbehörde.

• Mit Handschuhen: Dazu sollten die Vögel unter Beachtung von Schutzmaßnahmen, beispielsweise mit Handschuhen und FFP2-Maske, in dichte Plastiksäcke verpackt werden. Dann sollten sie ans Veterinäramt gebracht werden.

• Am Wochenende: Bei Funden am Wochenende sollten diese ebenfalls in Plastiksäcken sicher aufbewahrt werden, bis sie dem Veterinäramt gebracht werden. Vor allem sollten dabei Tiere nicht an die toten Vögel herankommen können.