Starke Einbußen bei Kelheimer Schifffahrt – Neue Preise und neue Angebote in 2026

Von Martin Rutrecht · 24. Januar 2026 um 11:00

Kapitän Andreas Schweiger redet nicht um den heißen Brei herum: „Die Bilanz für 2025 fällt ernüchternd aus“, sagt der Sprecher der Kelheimer Schifffahrt. Um 30 Prozent gingen die Fahrgastzahlen zurück. Vor allem die Einschränkung des Linienverkehrs nach Weltenburg durch eine Kiesbank drückte auf die Auslastung. Die neue Saison bringt eine Preiserhöhung – aber auch neue Angebote.

Die Kelheimer Schifffahrt zählt zu den touristischen Schwergewichten der Region. Ein Abstecher durch den Donaudurchbruch gehört zum Pflichtprogramm vieler Gäste. Die Betriebe Stadler, Steibl und Schweiger bedienen zudem das Altmühltal bis Riedenburg und bieten Fahrten nach Regensburg an. Eine lange Tradition steht dahinter – in die sich das Vorjahr mit mageren Zahlen einreiht. „Es war eines der schlechtesten Jahre in der über 100-jährigen Geschichte der Kelheimer Schifffahrt“, sagt Schweiger.

210.000 Gäste gingen im vergangenen Jahr an Bord

Insgesamt nutzten rund 210.000 Gäste die Schifffahrten, was einem Rückgang von 30 Prozent im Vergleich zu 2024 entspricht. Die Ursache liegt nicht in sinkender Attraktivität. Vielmehr sind es natürliche Fährnisse. Eine besondere Rolle spielte im Vorjahr eine Kiesbank in Wipfelsfurt. „Viele Fahrten mussten eingeschränkt oder konnten nicht durchgeführt werden“, erklärt der 33-jährige Kapitän.

Inwiefern dadurch auch das neue Jahr beeinträchtigt werde, könne man erst mit Beginn der Saison am 14. März abschätzen. „In den Wintermonaten dürfen keine Schiffe fahren, deshalb kann der Zustand der Kiesbank erst im Frühjahr beurteilt werden“, sagt Schweiger. Hinzu kamen im vergangenen Jahr mehrere Trockenperioden, die zu Niedrigwasser führten. „Die Pegelstände der Donau waren insgesamt aber nicht problematisch.“

In Summe führten die Umstände zu den Rückgängen bei den Fahrgastzahlen und erschwerten den Betriebsablauf. Auch zusätzliche Fahrten nach Riedenburg, Regensburg oder die Tour „Rund um Kelheim“ konnten die Einbußen nicht ausgleichen, so Schweiger. Aus Sicht der Betreiber belasten auch der hohe bürokratische Aufwand, strenge gesetzliche Vorgaben sowie zunehmende Sozial- und Steuerabgaben die Schifffahrt. „Wir rechnen jedoch nicht mit Einsparungen.“

Andreas Schweiger ist seit 13 Jahren Kapitän. - Foto: Beate Weigert

Allerdings seien für 2026 Anpassungen bei den Fahrpreisen notwendig. Nach zwei Jahren stabiler Tarife werde es eine Erhöhung im Schnitt zwischen fünf und zehn Prozent geben. „Der Grund liegt in gestiegenen Unterhalts- und Betriebskosten der Schiffe.“

Eine gute Auslastung verzeichnen die Sonderfahrten. Auf dieses Angebot will die Kelheimer Schifffahrt vermehrt bauen. Krimidinner, Josefi-Lunch, Operettenschifffahrt, Italienische Nacht oder der Saisonabschluss mit „Feuer und Flamme“ (14. November) stehen 2026 im Programm.

Wie andere Branchen auch sind die drei Kelheimer Betriebe auf der Suche nach Mitarbeitern. „Die Personalsuche hat sich in den vergangenen Jahren deutlich erschwert“, sagt Andreas Schweiger.

Rund 100 Mitarbeiter sind in der Schifffahrt beschäftigt

Die Kelheimer Schifffahrt beschäftigt rund 50 feste Mitarbeiter, zusätzlich werden etwa 50 Aushilfskräfte insbesondere in der Hauptsaison eingesetzt. Durchaus mit Stolz blicke man auf die lange Betriebszugehörigkeit vieler Beschäftiger, sei es in der Gastronomie, an den Schiffskassen, in den Büros oder in der Nautik.

Der Winter bedeutet keineswegs Stillstand. „Aktuell stehen Instandhaltungsarbeiten an. Dazu gehören die Wartung der Motoren, die Überprüfung der elektrischen Anlagen sowie die Reinigung der Frischwasser- und Abwassertanks“, zählt Schweiger auf. Und wenn es die Wetterlage zulässt, werden die Anstriche der Schiffe ausgebessert oder überarbeitet. Vor dem Saisonstart im Donaudurchbruch am 14. März 2026 wartet auch noch eine gründliche Grundreinigung im Inneren.

Auch im neuen Jahr setzen die Unternehmen Steibl, Stadler und Schweiger sechs Schiffe auf Donau und im Altmühltal (Saisonstart 6. Mai) ein. Die neue „Donauprinzessin“, die 2025 Fahrt aufnahm, „fügte sich nahtlos in die bestehende Weiße Flotte ein und erfüllt alle Erwartungen“, vermeldet der Kapitän zufrieden.

Noch immer anhängig sind derweil Klagen von Naturschutzverbänden gegen die Schifffahrtsgenehmigung im Donaudurchbruch. Ökologischen Aspekten würde zu wenig Rechnung getragen. Eine Entscheidung des Verwaltungsgerichts steht noch immer aus – die Klagen stammen aus dem Jahr 2022.

Das ist in 2026 geboten

Linien: Die Kelheimer Schifffahrt verstärkt in der Saison 2026 ihren Einsatz im Altmühltal. Während der Pfingstferien verkehren die Schiffe an den Wochenenden zusätzlich auf der Linie Kelheim–Riedenburg sowie ab Riedenburg zur Burgenrundfahrt nach Essing.

Mottofahrten: Geplant sind Krimidinner, Josefi-Lunch, die Schiffswallfahrt nach Mariaort, eine Operettentour sowie Lunch-Schifffahrten von Mai bis Oktober. Zudem: Fahrt zur Sonnwendfeier nach Riedenburg, die Italienische Nacht und „Feuer und Flamme“.

Jahresfinale: In der Vorweihnachtszeit stehen die Rau-nacht-Schifffahrt ins Ungewisse, der Altbayerische Advent, der Advents-Lunch und die Winterstrudel-Fahrt an. Den Abschluss des Jahres 2026 bilden die festlichen Silvester- und Neujahrsschifffahrten.