Rekordmarke erneut geknackt: Tierpark Lohberg bleibt Besuchermagnet im Bayerischen Wald

Von Maria Frisch · 12. Januar 2026 um 05:00

Der Erfolg des Bayerwald-Tierparks Lohberg spricht für sich – und gibt allen Beteiligten recht: der fachlichen Leiterin Claudia Schuh sowie dem Tierpflegerteam. Ausschlaggebend dafür ist das konstant hohe Niveau der verkauften Eintrittskarten. Bereits vor der Corona-Pandemie war das Besucheraufkommen stabil, wenn auch auf etwas niedrigerem Niveau. Seit 2022 befindet sich die Freizeiteinrichtung jedoch auf einer echten Erfolgswelle. Diese beschert der Gemeinde als Träger trotz jährlicher Betriebskosten von über 700 000 Euro mindestens eine schwarze Null.

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„Die Zahlen sind total positiv“, freut sich Bürgermeister Franz Müller, der betont, dass man auch 2025 das hohe Niveau bei den Eintritten in die Lohberger Gehegeanlagen erneut wiederholen konnte. „Viel mehr geht nicht“, lässt er gleichzeitig keinen Zweifel daran, dass diese Spitzenwerte (2022: 144 861, 2023: 146 141, 2024: 148 364, 2025: 147 500) kaum noch steigerungsfähig sind. Vielmehr bestehe das Ziel darin, auf diesem Level zu bleiben.

Diesbezüglich ist der Rathauschef zuversichtlich: „Die Rekordzahlen der letzten Jahre lassen den Trend erkennen, dass viele öfter und gerne mit der Familie den Park besuchen, einfach, um ein paar schöne Stunden zu verbringen.“ Auffallend war 2025, dass der November und Dezember im Vergleich zu diesen Monaten der Vorjahre als die Besten seit dem Bestehen in die Statistik eingingen, was höchstwahrscheinlich dem Wetter geschuldet war. Eine passable Witterung – vor allem an Feiertagen und langen Wochenenden – hat natürlich einen Einfluss auf die Tagesbesucherzahlen.

Durststrecke nach 2003

Die Eintritte werden alljährlich gründlich analysiert. Aufhorchen ließ bereits die Zahl von 133 000 im Jahr 2003. „Das war schon eine Wucht“, argumentiert Franz Müller. Von da an setzte jedoch eine Durststrecke ein, die nachdenklich darüber stimmte, ob man Investitionen zur Attraktivitätssteigerung ergreifen sollte. Insbesondere im Zuge der Kommunalwahlen 2014 tauchten Anregungen auf, ein Bärengehege zu bauen, das allerdings Unsummen an Bau- und Unterhaltungskosten verschlungen hätte.

Stattdessen habe sich der eingeschlagene Weg bewährt, ruhig Blut zu bewahren und die Anlage in einem gepflegten Zustand zu erhalten. Das Lob des Rathauschefs gilt in diesem Zusammenhang der fachlichen Leiterin Claudia Schuh und der Eigeninitiative des Personals, das mit Verbesserungen am Ball bleibt. Die Tierpfleger haben großen Anteil daran, bei Materialverschleiß umgehend tätig zu werden und Investitionsstau zu vermeiden. Das würde nämlich am meisten davon abhalten, die Einrichtung als „Wiederholungstäter“ aufzusuchen. Im Herbst wurde beispielsweise mit der Sanierung des Dachsgeheges begonnen, das ungefähr zur Hälfte fertiggestellt wurde. Für die Restarbeiten muss das Frühjahr abgewartet werden.

Eine positive Nachricht war 2025, dass ein Gönner dem Bayerwald-Tierpark voraussichtlich eine Viertelmillion Euro vererbt. Niemand in der Gemeinde Lohberg kannte Peter M. persönlich. Der Tod des 59-jährigen, der nach einer schweren Krankheit Ende 2023 verstarb, hat jedoch für einiges Aufsehen gesorgt, weil sein letzter Wille war, dass der Bayerwald-Tierpark den Hauptteil seines Vermögens erbt – nach Abzug aller Verpflichtungen dürfte es sich hierbei um eine Viertelmillion Euro handeln. „Wir können allerdings noch keine endgültigen Zahlen sagen“, relativiert Bürgermeister Franz Müller bezüglich der Wertangabe.

Peter M. ist nach dem, was von ihm bekannt ist, nie mit seiner Tierliebe an die Öffentlichkeit getreten. Nach Wissen der Zuwendungsempfänger war er weder Tierpate noch Jahreskarteninhaber oder dergleichen. Das erste Mal hörte die Gemeinde, als Träger des Bayerwald-Tierparks, Mitte letzten Jahres von dem Nachlass des unbekannten Gönners. Er hatte ein Testament verfasst, in dem er über sein Vermögen verfügte. Dazu gehört ein Haus in Bayerisch Eisenstein, das er erst vor rund sechs Jahren errichtet hatte, und somit neuwertig ist. Darüber hinaus verfügte er noch über Geldmittel.

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Nach dem Wunsch des Erblassers solle alles zu Geld gemacht werden. Der zweite Schritt sei nach seinem Wunsch, gewissen Tierheimen in Niederbayern und der Oberpfalz jeweils einen Anteil zu überlassen. Auch diese Geste lässt vermuten, dass es sich um einen ausgesprochenen Tierfreund handelte.

Die Gemeinde vermutet, dass der aus Weilheim in Oberbayern stammende Erblasser im Zuge seines Hausbaus in Bayerisch Eisenstein öfter auch nach Lohberg kam und offensichtlich großen Gefallen am ortsansässigen Tierpark fand. Nicht anders ist erklärbar, dass dieser sein Haupterbe wurde. Nach seinem Tod im Dezember 2023 trat das Nachlassgericht in Aktion. Wie beim Tierparkträger mittlerweile bekannt ist, handelte es sich beim Erblasser um einen allein stehenden Herrn, der beruflich in leitender Position tätig war.

Da zwischen dem Ableben des Gönners und der Mitteilung an die Gemeinde ein gutes halbes Jahr lagen, ist davon auszugehen, dass es keinerlei Angehörige gibt, die ein Anrecht auf einen Anteil haben. Dies dürfte das Nachlassgericht geklärt haben, bevor die Gemeinde Lohberg informiert wurde.

250.000 Euro sind realistisch

Inzwischen wurde für das Einfamilienhaus in Bayerisch Eisenstein bereits ein Käufer gefunden, der Verkauf der Immobilie steckt jedoch noch in der Abwicklung. Nach dem Wunsch des Verstorbenen müssen noch die Zuschüsse für die vom Erblasser genannten Tierheime in Niederbayern und der Oberpfalz überwiesen sowie verschiedene Nebenkosten beglichen werden.

Nachdem Kommunen von der Erbschaftssteuer befreit sind, vermindert sich der Restbetrag nicht um Ansprüche des Finanzamtes. „Es bleibt abzuwarten, welcher Betrag letztendlich übrigbleibt“, so Franz Müller. Allerdings sei die Summe von 250 000 Euro ziemlich realistisch.