Überraschender Geldregen: Bayerwald-Tierpark erbt voraussichtlich 250.000 Euro

Von Mittelbayerische Zeitung · 19. September 2025 um 11:55

Der Bayerwald-Tierpark in Lohberg im Landkreis Cham hat einen überraschenden Geldfluss zu erwarten. Und auch abseits davon tut sich viel in dem beliebten Ausflugsziel, wie bei einer Begehung am Mittwoch deutlich wurde.

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Nach eigener Schätzung des Erblassers wird es sich um etwa 250.000 Euro handeln, die der Tierpark vererbt bekommt. Der verbleibende Rest nach Abwicklung sämtlicher testamentarisch angeordneter Verkäufe und Verpflichtungen ist zweckgebunden für den gemeindlichen Tierpark zu verwenden, bestätigte Lohbergs Bürgermeister Franz Müller bei einer Begehung der Gehegeanlagen im Beisein der fachlichen Leiterin Claudia Schuh am Mittwochabend im Vorfeld der Sitzung, die im Elchhaus abgehalten wurde.

Kein Platz für einen Eselhengst

Beim Rundgang wurde einiges diskutiert, etwa, warum bei den Poitou-Eseln, die auch zu den Publikumslieblingen zählen, nicht nachgezüchtet wird. Für einen Eselhengst, der von der gut verträglichen Wohngemeinschaft von Mutter und Tochter im Gehege zu separieren wäre, fehle einfach der Platz, sagte Schuh. Für die Meerschweinchen werde demnächst aus Tierschutzgründen ein Außenbereich als Rückzugsgebiet angelegt. Bei der Elchfamilie vermeldete die fachliche Leiterin zwei Reservierungen. Ein kapitaler Elchbulle trete am Mittwoch die Reise nach Rostock an, ein Elchweibchen finde in drei Wochen einen neuen Lebensraum in der Schorfheide (Brandenburg).

Das Gänsegeierweibchen, das mittlerweile älter als der Bayerwald-Tierpark ist, sei altersschwach geworden, so die Tierärztin. Glücklicherweise hat der Wildpark Schloss Tambach bei Coburg ein junges Gänsegeiermännchen zur Abgabe ausgeschrieben. Claudia Schuh konnte den Transfer nach Lohberg einfädeln. Bautechnisch gut gelungen sei das geräumige Steppenadlergehege, das weitgehend die Bauhof- und Tierparkmitarbeiter erstellt hatten. In das Bibergehege ziehe noch in dieser Woche ein flugunfähiger Kormoran ein.

Im Zentrum des Parks habe der Sturm am 23. Juni eine kleine Kahlfläche hinterlassen: Eine stattliche Fichte drohte, Richtung Elchhaus und Kiosk umzustürzen, sie musste von Industriekletterern umgelegt werden. Claudia Schuh regte dort eine Aufforstung eines Mischwaldes mit Beschilderung der Vorgehensweise an, die eventuell eine Schulklasse mithilfe der Waldbauernvereinigung durchführen könnte. Bürgermeister Müller wird die Weichenstellung übernehmen. Die Tierparkbesucher würden bei einer Realisierung erfahren wie man eine Aufforstung pflegt und die Lücke würde sich mitsamt der Hangsicherung wieder schließen.

Für gut befunden wurde von den Gemeinderäten das vergrößerte Bartkauzgehege. Mit dem Umbau erzeugten die Tierpfleger in Zusammenarbeit mit Claudia Schuh mehr optische Weite. Das Pärchen Bartkäuze wurde im Tierpark Altenfelden in Österreich gezüchtet. Dieses Jahr hat man sie übergesiedelt und sie haben sich prächtig eingelebt.

Franz Müller freute sich, dass der Bayerwald-Tierpark im August die 100.000-Marke gerissen hat, was schon einige Jahre hintereinander der Fall war. Der Rathauschef zollte Claudia Schuh Respekt, weil ihre versierte Leitung verbunden mit viel Tierliebe zweifellos zum Beliebtheitsgrad beitrage. Dies sei besonders gut in dem BR-Film „Versteckte Paradiese“ zum Ausdruck gekommen.

Der Tierpark sei an organisierten Auswilderungsprojekten beteiligt, wie beim Habichtskauz der Richtung Oberpfälzer Wald mit viel Aufwand in die Freiheit entlassen wird. Das Gleiche gilt für die jungen Luchse, die in Polen in freier Wildbahn leben dürfen.

Erste Priorität in Sachen Instandsetzung habe das Dachsgehege, das mittlerweile von einem Höhlensystem untergraben ist. Dieses muss ausgebaggert und befestigt werden. Dann ziehen die zwei jungen Dachsmädchen Elsa und Resi, die sich jetzt noch in einem Ausweichgehege befinden, ein. Die beiden sind Handaufzuchten und somit weit weniger scheu. Die fachliche Leiterin hat noch einen weiteren Wohnungstausch in petto. Dann zieht ein Pärchen Schnee-Eulen in den Lebensraum neben den Bartkäuzen ein und der sibirische Uhu, der aus einer Beschlagnahmung stammt, erhält ein neues Zuhause. Dann sind in der Eiszeitabteilung ausschließlich nordische Eulen zu sehen.

Mittlerweile habe die Tourist-Info eine verbesserte Beschilderung angestoßen. Eine Firma sei dabei, ein Konzept zu erstellen, das nach Sichtung noch bewertet werden müsse, inwieweit man es umsetze. In diesem Zusammenhang habe das Personal auch noch Verbesserungen am Wolfshaus vorgesehen, damit das Gebäude mehr vom Licht durchflutet wird.