Bayerwald-Tierpark in Lohberg knackt die 100000-Besucher-Marke im August

„Wir haben die Hunderttausendermarke im August wieder gerissen.“ So bestätigt Franz Müller, Bürgermeister von Lohberg (Landkreis Cham), die konstant hohen Besucherzahlen im laufenden Jahr im Bayerwald-Tierpark. Die Zufriedenheit des Rathauschefs resultiert auch daher, dass es sich um keine Ausreißer nach oben handelt, sondern das hohe Niveau seit Jahren anhält. Seit 2022 überspringt der Zutritt der Gäste bereits im August die sechsstellige Marke – und das völlig unabhängig vom Wetter.
Die Zahlen zum Jahresschluss verdeutlichten die Prognosen der ersten Hochrechnungen. In der Rückblende summierten sich 2022 knapp 145 000 und 2023 146 141 verkaufte Billets. 2024 waren es sogar 148 364 Leute, die Einlass begehrten. „Viel mehr geht nicht mehr“, lässt der Bürgermeister keinen Zweifel aufkommen, dass diese Spitzenwerte nicht mehr groß steigerungsfähig sind. Das Ziel sei vielmehr, auf diesem Level zu bleiben.
Sanfter Tourismus auf dem Vormarsch
Diesbezüglich ist der Rathauschef zuversichtlich: „Die Rekordzahlen der letzten Jahre lassen den Trend erkennen, dass viele öfter und gerne mit der Familie den Park besuchen, einfach, um ein paar schöne Stunden zu verbringen.“ Insgesamt teilt der Bürgermeister die Meinung der Experten, dass der sanfte Tourismus auf dem Vormarsch sei und vor Ort ein Miteinander von Einheimischen und Gästen stattfinden soll. „Es muss auch nicht jede Gemeinde alle Einrichtungen vorhalten. Dies würde nur das Kirchturmdenken befeuern. Bei uns gilt: drei Gemeinden – eine Region“, spielt Franz Müller auf das Zusammenwachsen im Lamer Winkel an.
Die Statistik sei umso erfreulicher, als der Park aufgrund der verkauften Eintrittsbillets in dieser Größenordnung kein Defizit mehr ausweise.
Die Besucherzahlen werden alljährlich gründlich analysiert. Aufhorchen ließ bereits die Zahl von 133 000 im Jahr 2003. „Das war schon eine Wucht“, argumentierte Franz Müller. Von da an setzte jedoch eine Durststrecke ein, die nachdenklich darüber stimmte, ob man Investitionen zur Attraktivitätssteigerung ergreifen sollte. Außerdem verstärkte sich die Konkurrenz mit Freizeitparks und Ähnlichem. Insbesondere im Zuge der Kommunalwahlen 2014 tauchten Anregungen auf, ein Bärengehege zu bauen, das allerdings Unsummen an Bau- und Unterhaltungskosten verschlungen hätte.
Das Personal bleibt am Ball
Stattdessen habe sich der eingeschlagene Weg bewährt, ruhig Blut zu bewahren und die Anlage in einem gepflegten Zustand zu erhalten. Das Lob des Rathauschefs gilt in diesem Zusammenhang der Eigeninitiative des Personals, das mit Verbesserungen am Ball bleibt. Die Tierpfleger haben großen Anteil daran, bei Materialverschleiß umgehend tätig zu werden und Investitionsstau zu vermeiden. Das würde potenzielle Besucher am meisten davon abhalten, die Einrichtung als „Wiederholungstäter“ aufzusuchen. Tatsächlich stiegen die Zahlen wieder kontinuierlich an. Selbst die Coronajahre kam man relativ gut über die Runden.

Natürlich war der Träger erleichtert, dass sich der Rekordflug nach der Pandemie fortsetzte. Nach wie kommen ungefähr 30 Prozent der Besucher aus Tschechien. Der Erfolg bestätige, dass die Weichenstellungen richtig waren. Dies ließ auch den einen oder anderen Kritiker angesichts der Masse der Besuchern verstummen.
Parkgebühren haben nicht abgeschreckt
Die Parkgebühren haben die Leute nicht abgeschreckt, weil sie zum einen überall erhoben werden und zum zweiten das Kassenpersonal zwei Euro beim Eintritt in den Tierpark wieder abzieht. Für jene Parker, die nur einen Stellplatz besetzen und nicht in die Freizeiteinrichtung eintreten, sei die Gebühr legitim. Seit dem Vorjahr gibt es einen zusätzlichen Ausweichparkplatz für den Bayerwald-Tierpark, den die Gemeinde vom Besitzer des Restaurants „Lux und Fux“ gepachtet hat. Auf der Schotterfläche stehen maximal 78 Stellplätze zur Verfügung. Zur Vermeidung von Wildparkerei brachte der Bauhof dort ein Orientierungssystem mit abbaubaren Planken an. Analog zum Großparkplatz wurde auch bei der Schotterfläche ein Parkscheinautomat aufgestellt. Nur an vereinzelten Tagen stehen trotzdem einige Fahrzeuge auf den umliegenden Straßen. Allerdings hat sich das Problem stark minimiert.
Und noch eine gute Nachricht vom Gemeindechef: „Der Tierpark hat so eine gute Außenwirkung, dass wir heuer sogar in den Genuss einer kleinen Erbschaft gekommen sind.“ Peter Müller aus Weilheim hat laut Testament verfügt, dass der verbleibende Rest nach Abwicklung sämtlicher testamentarisch angeordneter Verkäufe und Verpflichtungen zweckgebunden für den gemeindlichen Tierpark verwendet wird. Nach eigener Schätzung des Erblassers wird es sich hierbei um einen Betrag von ca. 250 000 Euro handeln.