So geht Burglengenfeld kommendes Jahr in die Kommunalwahl

In gut zwei Monaten ist es soweit: Dann werden bei den Kommunalwahlen auch in Burglengenfeld die Weichen für die kommenden sechs Jahre gestellt. Eins ist schon vor dem Urnengang sicher: Einige bekannte Gesichter, ja sogar eine ganze Gruppe, werden im neuen Stadtrat fehlen. Und: Es wird einen neuen Rathauschef geben.
Bekanntlich hat Amtsinhaber Thomas Gesche (CSU) schon vor eineinhalb Jahren angekündigt, aus gesundheitlichen Gründen auf eine weitere Kandidatur zu verzichten. Ihm nachfolgen soll, geht es nach dem Willen der Christlich-Sozialen, ihr bisheriger Sprecher der Stadtratsfraktion, Michael Schaller.
Drei wollen auf den Chefsessel
Der 49-Jährige, der in der Ortschaft Hub aufwuchs, wurde Ende Juli vom CSU-Ortsverband Burglengenfeld mit 32 von 33 möglichen Stimmen nominiert. Als diplomierter Verwaltungswirt (FH), der seit 2019 im Rathaus der Gemeinde Sinzing die Geschäfte führt, und erfahrener Kommunalpolitiker sollte er beste Voraussetzungen mitbringen, die Geschicke von Burglengenfeld zu lenken. Zumindest seine Anhänger sind davon überzeugt.
Doch es gibt zwei starke Konkurrenten, die ihm die Stirn bieten. Zum einen SPD-Kandidat Martin Antretter, zum anderen Gregor Glötzl, der als Vertreter der Burglengenfelder Wählergemeinschaft (BWG) bereits den zweiten Anlauf unternimmt, den Chefposten in der Burglengenfelder Stadtverwaltung zu erobern.
Glötzl stichelte gegen Schaller und Antretter
Antretter (54) wurde bereits Ende April von seiner Partei einstimmig auf den Schild gehoben und bringt im Prinzip dieselbe fachliche Qualifikation mit wie Schaller. Auch er trägt den Titel Diplom-Verwaltungswirt – und auch er leitet seit Jahren die Geschäfte einer Gemeinde (Pettendorf).
Gregor Glötzl, der erst im Dezember nominiert wurde, arbeitet zwar auch in einer Verwaltung, nämlich als Stadtentwicklungsplaner für Regensburg. Doch der 42-jährige Diplomgeograf betont, dass er, anders als seine Konkurrenten, eben nicht von vornherein eine Beamtenlaufbahn angesteuert, sondern an einer Universität studiert habe und dann zunächst in die freie Wirtschaft gegangen sei. Das sei sein Vorteil. Burglengenfeld habe mehr verdient als Staatsdiener, die „ideenlos Chef spielen“ wollten und die Komplexität von Stadtentwicklung „nicht im Ansatz“ verstünden, stichelte er bei der Nominierungsversammlung.
Ob die Wähler diese Auffassung teilen? 2020 blieb Glötzl unter zehn Prozent und schaffte es damit nicht einmal in die Stichwahl.
Bürgerforum überraschte mit Pakt
Auch was die Verteilung der Stadtratssitze angeht, ist in Burglengenfeld für reichlich Spannung gesorgt. Die Wahlberechtigten haben buchstäblich die Qual der Wahl. Neben CSU und SPD ist es auch der BWG und den Freien Wählern Land wieder gelungen, die maximale Zahl an Kandidaten zu rekrutieren, also jeweils 24. Dasselbe trifft auf das Bürgerforum (BFB) zu, das allerdings erstmals mit den Freien Wählern (FW) eine Gruppe bildet. Hinzu kommen acht Kandidaten der Linken und acht der Jungen Union.
Nach dem Motto „Wenn nicht jetzt, wann dann?“ bietet die AfD erstmals eine Liste auf. Sie umfasst allerdings nur sechs Namen. Angesichts der zweistelligen Ergebnisse, die die Partei zuletzt bei der Europa-, Landtags- und Bundestagswahl auch in Burglengenfeld eingefahren hat, zeigen sich ihre örtlichen Vertreter überzeugt, dass sie auf Anhieb mindestens ein Stadtratsmandat erobern werden.
Eine Liste der Grünen wird man in Burglengenfeld indes vergeblich suchen. Ortsvorsitzende Verena Schuster bestätigte kürzlich, dass für den Stadtrat keine Kandidaten mehr ins Rennen geschickt würden. Damit geht auch die Karriere von Mandatsträger Norbert Wein zu Ende. Allerdings gibt es neun Grüne aus Burglengenfeld, die sich um einen Sitz im Kreistag bewerben – teils auch im vorderen Feld der Liste, wie etwa Verena Schuster (Platz 7).
Einreichungsfrist endet erst am 8. Januar
Die Wahlvorschläge, die bisher beim Wahlleiter der Stadt, Wolfgang Weiß, eingereicht worden sind, haben nach Informationen der Redaktion beste Aussichten, zugelassen zu werden. Nur bei der Liste von FW/BFB soll es anfangs „Unklarheiten“ gegeben haben, welche aber mittlerweile „vollständig ausgeräumt wurden“. Die Einreichungsfrist endet am 8. Januar. Am 21. Januar soll dann das Landratsamt bekannt geben, welche Wahlvorschläge anerkannt wurden und in welcher Reihenfolge sie auf dem Stimmzettel stehen werden. Das Abschneiden der Parteien bei den jüngsten Landtagswahlen spielt dabei eine Rolle.
Noch bevor auch nur das erste Kreuzchen vergeben ist, steht ferner fest, dass sich das Gesicht des Stadtrats gravierend verändern wird: Mit Josef Gruber (CSU) und Bernhard Krebs (SPD) haben zwei Persönlichkeiten, die das lokalpolitische Geschehen über viele Jahre mit geprägt haben, von einer weiteren Kandidatur abgesehen.
Nochmal ein Überblick in Kürze
CSU: 24 Kandidaten für den Stadtrat, darunter Bürgermeisterkandidat Michael Schaller; SPD: 24 Kandidaten für den Stadtrat, darunter Bürgermeisterkandidat Martin Antretter; BWG: 24 Ratskandidaten, darunter Bürgermeisterkandidat Gregor Glötzl, der einen zweiten Anlauf unternimmt; FWL: 24 Kandidaten für den Stadtrat; FW/BFB: 24 Stadtratskandidaten, darunter erstmals einige FW-Mitglieder; Die Linke: acht Kandidaten, darunter Stadtrat Alexander Schön; Junge Union: acht Stadtratskandidaten, darunter ehemalige Mitglieder aus der Fokusgruppe Jugend; AfD: sechs Kandidaten für den Stadtrat