Leerstandswelle in Schwandorfs Zentrum ebbt nicht ab – Auch der DS Homestore ist zu

Erst kürzlich hatte Christian Paulus als Vorsitzender der Mittelstands-Union in Schwandorf zu einer Diskussionsrunde zum Thema Leerstände geladen. Nun sorgen seine Frau und er selbst für einen. Ihr DS Homestore an der Wackersdorfer Straße nahe Wendelinplatz ist Geschichte.
Ziemlich genau zwei Jahre nach der Eröffnung in der ehemaligen Schwanen Apotheke hat das Ehepaar die Reißleine gezogen. Ein entsprechender Zettel am Schaufenster verkündet die Entscheidung. „Unser Sortiment finden Sie unter ds-homestore.de“ steht unter anderem darauf. Darunter befindet sich ein weiterer Hinweis, dass man innerhalb Schwandorfs kostenlos liefere und gerne nach Terminvereinbarung vor Ort öffne.
DS Homestore zieht an alte Adresse um
„Die Filiale an der Wackersdorfer Straße ist geschlossen“, bestätigt Inez Paulus auf Nachfrage der Mittelbayerischen. Gerade sei man dabei, die Ware zurück in das Lager an der Dr. Martin Luther Straße umzuziehen. „Dort befand sich früher bereits unser Geschäft“, so Paulus.
Die Entscheidung steht bereits seit Oktober fest. Künftig werde man wieder von der alten Adresse aus den Online-Shop betreiben. Zu besonderen Anlässen wie beispielsweise Weihnachten oder Ostern plane man „Pop-up-Öffnungen“. Außerdem seien Einkäufe vor Ort im Lager nach Terminvereinbarung möglich. „Eine kleine Auswahl unserer Produkte finden Sie außerdem in Regensburg bei Trachten Gebhard“, sagt Paulus.

Eine Rückkehr in die Räumlichkeiten an der Wackersdorfer Straße schließt die Geschäftsführerin derzeit aus. Den DS Homestore als Filiale werde es künftig nicht mehr geben.
Dabei hatte sich das Ehepaar bei der Eröffnung im Oktober 2023 noch viel von der neuen Adresse versprochen. Beide wollten näher ans Zentrum und mehr in die Sicht der Menschen in Schwandorf kommen. Zudem schwärmte das Ehepaar bei der Eröffnungsfeier von der größeren Ausstellungsfläche sowie die gut von der Straße aus sichtbaren Schaufenster, die ein großer Vorteil seien.
Von dem Optimismus ist heute nicht mehr viel übrig. „Das bisherige Filialkonzept ließ sich wirtschaftlich nicht rentabel etablieren“, sagt Inez Paulus dazu nüchtern. Man arbeite jedoch bereits an einem neuen Konzept, in dem weiterhin ausgewählte Produkte aus dem Homestore angeboten werden, vor allem Geschenkideen und Geschenkkörbe.
Einige Geschäfte haben der Innenstadt den Rücken gekehrt
Die Schließung des DS Homestores an der Wackersdorfer Straße führt die zuletzt negative Entwicklung in Schwandorfs Innenstadt nahtlos fort. Binnen weniger Monate haben Geschäfte wie H&M, Mode Linda, die Boutique Lux Style und der Schnäppchenladen im früheren Tascheneck dicht gemacht. Auch bei Gerry Weber sind mittlerweile die Lichter aus. Mit Haushaltswaren Schreiner folgt zum Ende des Jahres das nächste Traditionsgeschäft.
Das ist auch Schwandorfs Stadträten nicht entgangen. Die Grünen/ÖDP-Fraktion hatte deshalb bei der jüngsten Sitzung eine aktuelle Stunde zum Thema Leerstände beantragt, die in einem Schlagabtausch mit Oberbürgermeister Andreas Feller(CSU) mündete.
Einige kritisierten das Leerstandsmanagement der Stadt und forderten Maßnahmen wie die Neugestaltung des Schmidt-Bräu-Areals, eine Bewegung in Sachen marodes Meierhofer-Anwesen sowie eine Fußgängerzone in der Friedrich-Ebert-Straße.
Die Stadt wiederum argumentierte, dass man bereits aktiv auf die Eigentümer zugehe und nach geeigneten Nachnutzungen für leerstehende Geschäfte suche. Außerdem sei die Entwicklung im Einzelhandel ein allgemeines Problem. In Schwandorf liege die Leerstandquote bei etwa zehn Prozent – und sei damit so hoch wie in vergleichbaren Städten.
Viele Probleme, wenige Lösungsansätze
Auf die aktuelle Stunde folgte Ende Oktober eine Diskussionsrunde mit Händlern und Gastronomen, zu der die Mittelstandsunion und die Schwandorfer CSU-Ortsverbände geladen hatten. Als Ehrengast war der Vorsitzende der CSU-Fraktion im Bayerischen Landtag, Klaus Holetschek, vor Ort.
Auch hier wurden viele Probleme in Schwandorfs Innenstadt ans Tageslicht gebracht. Konkrete Lösungsansätze waren aber nicht wirklich erkennbar, kritisierten Zuhörer.