Schwandorfer Unternehmerin füllt Leerstand – und bietet Startups eine Chance

Leerstände in Schwandorfs Innenstadt zu füllen, scheint keine einfache Sache zu sein. Das wurde bei den jüngsten Diskussionen im Stadtrat und in der Spitalkirche deutlich. Nicht so bei der Bahnhofstraße 21, dem Eckgebäude zur Friedrich-Ebert-Straße.
Früher der Sitz eines Immobilienbüros, wurden die Räumlichkeiten nach dessen Umzug ins Habermeierhaus vom Dienstleister Active Cooling genutzt. Nach dem Aus dieses Angebotes stand der Laden nicht allzu lange leer. Demnächst eröffnet hier ein Marketingstudio.
Seit dem Frühsommer war Silke Stein nach eigener Aussage auf der Suche nach Räumlichkeiten. Die 51-Jährige wollte sich unbedingt in der Innenstadt niederlassen. So einfach sei die Suche aber nicht gewesen: Mal waren die Läden zu groß, mal zu klein oder zu teuer. Sie habe dann in der Ettmannsdorfer Straße ein Geschäft entdeckt, das ihr gefiel. Doch bevor Silke Stein den Mietvertrag in trockenen Tüchern hatte, seien die Räumlichkeiten an einen anderen Interessenten vermietet gewesen.
Passende Größe, gute Lage und ein großes Schaufenster
Und so musste sie weitersuchen. Über Kontakte im Stadtmarketingverein war sie schließlich auf die Bahnhofstraße 21 aufmerksam geworden – und fand hier die für sie passenden Räume. Die Größe habe gepasst, die Lage sei gut und der Laden hat ein größeres Schaufenster, zählt die Schwandorfer Unternehmerin die Punkte auf, die sie überzeugt hatten.
Die Fläche will sie aber nicht alleine nutzen. „Ganz allein im Büro zu sitzen, das ist nicht dein Ding“, dachte sich die 51-Jährige. Dann hätte sie auch zuhause im Arbeitszimmer unterm Dach bleiben können, meint sie. Silke Stein bietet deshalb Kleinunternehmern oder Startups die zeitweise Nutzung von Teilflächen an. Deshalb wird es neben ihrem eigenen Arbeitsplatz weitere Schreibtische geben, die gegen einen kleinen Obolus genutzt werden können.
Dass es dafür Bedarf in Schwandorf gibt, weiß sie aus eigener Erfahrung. Als Unternehmerin hatte sie sich mit Kunden immer wieder mal in einem Café oder am Küchentisch zuhause getroffen – keine ideale Situation. In den Räumlichkeiten in der Bahnhofstraße 21 können sich die Unternehmer ungestört mit ihren Kunden treffen oder Projekte realisieren. Dafür gibt es auch einen hinteren Raum.
Geschäftsidee erst einmal testen
Jungunternehmer würden ihre Geschäftsidee gern erst einmal testen. Das sei bei ihr genauso möglich, so die 51-Jährige. Sollte das Startup erfolgreich sein, könnte daraus eine längere Anmietung entstehen. Silke Stein plant ihr Büro samt Co-Working-Angebot auf jeden Fall langfristig.
Das Thema Co-Working treibt sie um, seitdem sie vor dreieinhalb Jahren nach Schwandorf kam. Bisher habe es entsprechende Angebote in der Innenstadt nicht gegeben, sagt sie. Nun kann sie diese Idee realisieren. Im Dezember soll der „scharfe Start“ erfolgen, bis dahin werden die Geschäftsräume noch etwas hergerichtet.