Schwandorfs Gastrokarussell dreht sich weiter: Nun ist auch das Portofino dicht

Von Jan Lange · 24. Oktober 2025 um 19:00

Sie war nur einen Katzensprung vom Schwandorfer Bahnhof entfernt: die Pizzeria Portofino. Nun ist das bekannte italienische Restaurant Geschichte. Betreiber Hasan Kara bestätigt gegenüber der MZ die Schließung des Betriebes. Zuvor hatte bei Facebook eine entsprechende Information die Runde gemacht.

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Das Team vom Portofino schreibt: „Nach vielen schönen Jahren sagen wir Danke! Unser Restaurant Portofino am Bahnhofplatz 8 in Schwandorf hat für immer geschlossen.“ Sie bedanken sich für die langjährige Treue, die vielen netten Begegnungen und unvergesslichen Momente. Es sind emotionale Worte mit einigem Wehmut. „Es war eine schwere Entscheidung“, meint Hasan Kara auf Nachfrage der MZ. „Es tut mir immer noch weh.“

Seit 1994 in Deutschland

Neun Jahre betrieb der gebürtige Türke das Portofino. In der Gastronomie ist der 49-Jährige aber viel länger zuhause. Schon in seiner Heimat sei er in Restaurants tätig gewesen, erzählt er. 1994 kam er nach Deutschland und arbeitete hier seitdem immer in der Gastronomie. Bis 2016 war er in verschiedenen Restaurants in Schwandorf und Umgebung angestellt. Mit dem Portofino erfüllte er sich schließlich den Traum von der Selbstständigkeit.

Das Restaurant sei auch viele Jahre gut gelaufen – bis zur Corona-Krise. Von den damaligen Einschränkungen habe sich das Portofino nie richtig erholt. Bereits seit einiger Zeit habe er mit dem Gedanken gespielt, die Pizzeria aufzugeben. Doch die Entscheidung habe er immer wieder verschoben, meint der 49-Jährige. Nun sei es einfach nicht mehr gegangen, fügt er hinzu. Dazu hätten auch personelle Probleme beigetragen. Alle paar Monate habe er neue Mitarbeiter suchen müssen, weil Beschäftigte sich woanders einen Job gesucht hätten.

Es war eine schwere Entscheidung. Es tut mir immer noch weh.Hasan Kara, Betreiber der geschlossenen Pizzeria Portofino

Auch finanziell sei ein Weiterbetrieb des Portofino nicht mehr möglich gewesen. Und so musste er das Restaurant am Bahnhofplatz schweren Herzens aufgeben. Der Schriftzug an der Außenfassade ist bereits abmontiert worden.

Der Gastronomie wird Kara aber treu bleiben: Die Gäste werden nun im Piccolino von ihm bedient. Das ist kein Zufall: Das Restaurant am Schwandorfer Marktplatz wird von seiner Lebensgefährtin betrieben. Sie arbeitete früher im Portofino, wo sich die beiden kennenlernten, und machte sich vor etwa acht Jahren mit dem Piccolino selbstständig. Der Anfang sei nicht einfach gewesen, aber mittlerweile laufe das Restaurant sehr gut, weiß Hasan Kara.

Aus dem Piccolino am Schwandorfer Marktplatz wird das PortoPicco. Mehr als der Name wird sich aber nicht ändern, versichern die Betreiber. - Foto: Jan Lange

Mit dem 49-Jährigen ist ein weiterer Portofino-Mitarbeiter ins Piccolino gewechselt. Dort wird die geschlossene Pizzeria ein Stück weiterleben: Denn aus dem Piccolino wird nun das PortoPicco, eine Verbindung aus den beiden Namen Portofino und Piccolino. Das wird auch anhand des neuen Logos deutlich: Es stellt zwei sich reichende Hände dar, die jeweils eines der Restaurants symbolisieren. „Der Name ist zwar neu, aber das Team bleibt das gleiche – ebenso wie der Geschmack“, versichert Kara den Gästen.

Die Gäste können im Restaurant jetzt aus der Piccolino-Speisekarte auswählen, bei Lieferung gilt die bisherige Portofino-Karte. „In Zukunft soll es mal eine gemeinsame Karte geben“, kündigt der Schwandorfer Gastronom an.

Mehrere Schließungen

Das Portofino ist nicht das einzige Restaurant in Schwandorf und Umgebung, das in jüngster Zeit geschlossen wurde. So hatte vor einigen Wochen das Steirer Schlössl in Steinberg am See dicht gemacht – ebenso wie das Café Schuierer in der Friedrich-Ebert-Straße. So schnell gedreht wie in den vergangenen Monaten hat sich das Schwandorfer Gastro-Karussell schon lange nicht mehr. Auch das Ganesha in der Breite Straße, das Bella Italia im Schwandorfer Sportpark, der Wasabi Chef in der Pesserlstraße und die Pizzeria Roma in der Wackersdorfer Straße haben für immer ihre Türen geschlossen. In diesen vier Fällen allerdings gibt es bereits oder wird es neue gastronomische Angebote an den Standorten geben.

Hasan Kara mit Lebensgefährtin, die ebenfalls Gastronomin ist, und Tochter. - Foto: Hasan Kara