Licht aus im Steirer Schlössl: Österreichisches Restaurant in Steinberg ist Geschichte

Knapp zwei Jahre lang kredenzte der Österreicher Josef Kögl in Steinberg am See im Landkreis Schwandorf Klassiker aus seiner Heimat. Doch damit ist nun Schluss. Seit Sonntag sind die Lichter aus im Steirer Schlössl an der Schlossgasse. Die Entscheidung ist endgültig, sagt der Wirt.
Josef Kögl hält sich am Telefon gewohnt kurz, nimmt aber auch kein Blatt vor den Mund. „Ich hatte zuletzt einfach massive Probleme mit dem Personal“, sagt der Gastronom, der gebürtig aus Knittelfeld (Steiermark) stammt. Weil er diese nicht mehr in den Griff bekommen hat, musste er nun die Reißleine ziehen.
„Das geht irgendwann einfach auf die Gesundheit“, erklärt Kögl. Denn Personalmangel gehe immer mit einer enormen Belastung einher. Und an Arbeit mangelt es dem Österreicher ohnehin nicht. Schließlich betreibt er mit der Arberhütte in Regensburg seit November vergangenen Jahres ein zweites Restaurant. Das wird auch normal weitergehen, stellt Kögl klar.
Eine schwere Entscheidung
Das Steirer Schlössl sei allerdings unter den Bedingungen einfach nicht mehr zu retten gewesen. Der Schritt sei dem leidenschaftlichen Wirt, der seit mehr als 30 Jahren in der Gastronomie tätig ist, wahrlich nicht leicht gefallen. Schließlich wollte er sich langfristig in Steinberg am See kulinarisch ansiedeln und hat deswegen auch einen Pachtvertrag mit einer Laufzeit von fünf Jahren unterschrieben.

Das Geschäft lief laut Kögl immer gut. Wiener Schnitzel vom Kalb, Kaspressknödel, Südtiroler Schlutzkrapfen, Gulasch, Tiroler Gröstl, Kaiserschmarrn und das legendäre Steirer Backhendl, das dem Wirt einen eigenen Spitznamen bescherte, schmeckten den Gästen.
Die Suche nach einem Nachfolger läuft
Auf Google schwärmten die Besucher von der Qualität der Speisen, dem fairen Preis-Leistungs-Verhältnis und dem schönen Ambiente im alterwürdigen Schlösschen nahe des ehemaligen Ponyhofs. Auch der Biergartenbetrieb im Sommer mit deftigen Brotzeiten und leichten Salaten wurde hervorgehoben. „Wenn man auf die Zahlen blickt, ist es eigentlich traurig, dass ich das Schlössl aufgeben muss“, sagt Kögl.
Doch die Entscheidung steht. Wie es mit dem Lokal weitergeht, ist noch völlig offen. Die Suche nach einem Nachfolger läuft bereits.