Weiteres Standbein: Wirt des Steirer Schlössls in Steinberg übernimmt Regensburger Lokal

Von Philipp Breu, Philip Hell · 16. Oktober 2024 um 17:00

Seit fast einem Jahr kredenzt Josef Kögl in Steinberg am See (Landkreis Schwandorf) österreichische Klassiker. Nun wagt er in Regensburg eine neue Herausforderung – und entgegnet Schließungs-Gerüchten.

Wiener Schnitzel vom Kalb, Kaspressknödel, Südtiroler Schlutzkrapfen, Szegedinergulasch, Tiroler Gröstl, Kaiserschmarrn und natürlich das legendäre Steirer Backhendl, das dem Wirt einen eigenen Spitznamen bescherte: Mit diesen Gerichten hat sich Josef Kögl in Steinberg am See einen Namen erkocht. Der in Knittelfeld (Steiermark) aufgewachsene Österreicher liebt und lebt die Gastronomie, ist seit mehr als 30 Jahren in der Branche tätig.

Das Geschäft in Steinberg am See läuft gut

Nach Stationen in Salzburg, Winzer bei Regensburg, Lappersdorf und Velburg hatte es ihn schließlich in den Landkreis Schwandorf verschlagen. Am 1. Dezember 2023 eröffnete er mit dem Steirer Schlössl ein österreichisches Restaurant im altehrwürdigen Schlösschen, wo zuvor das Van Gogh – eines der bekanntesten Restaurants in der Region – untergebracht war. Aus gehobener leichter Küche wurde bodenständige Hausmannskost ohne viel Chichi.

Und die scheint den Nerv der Hungrigen getroffen zu haben. „Das Geschäft läuft wirklich sehr gut“, bilanziert Josef Kögl. Über den Sommer hinweg sei der Biergarten „bumsvoll“ gewesen. Er habe in seinem Lokal bisher wirklich „tolle Gäste“ begrüßen können und sei sehr dankbar, dass sein Konzept so gut angenommen werde. Deshalb plane er auch, das Steirer Schlössl noch lange fortzuführen.

Gerüchte, dass er Steinberg am See nach einem Jahr wieder den Rücken kehrt, weist er entschieden von sich. Diese seien aufgekommen, als die Nachricht die Runde machte, dass der Backhendl-Sepp, wie ihn viele Gäste nennen, bald ein Lokal in Regensburg übernehmen wird.

Steirer Schlössl bleibt das „Mutterhaus“

Dabei handelt es sich um die Arberhütte im Regensburger Stadtteil Reinhausen. Das beliebte Wirtshaus wurde seit 2021 von Petra Löfflmann und ihrem Lebensgefährten Sebastian Frankhof betrieben. Das Paar wird künftig das Schierlinger Bräustüberl übernehmen.

Josef Kögl kennt die Arber-hütte bereits, er arbeitete dort schon als Aushilfe. „Es ist ein interessantes Objekt“, sagt er. Zum einen sei es groß, zum anderen seien ihm zahlreiche freundliche Gäste in Erinnerung geblieben.

Er habe nicht lange zögern müssen, als sich die Chance ergab, das Gasthaus zu übernehmen. „Es ist alles relativ schnell gegangen.“ Binnen weniger Tage war klar: Er macht es. Sein Gasthaus in Steinberg wird er selbstverständlich weiter betreiben, betont Kögl: „Das Steirer Schlössl bleibt unser Mutterhaus.“

Das sei durchaus herausfordernd, gerade was das Personal betrifft. Inzwischen habe er allerdings einen soliden Grundstock von Mitarbeitern, auf den er bauen könne. Der Eröffnung in der Domstadt steht also nichts mehr im Wege. Auch in der Arberhütte will Kögl mit österreichischen Klassikern zu fairen Preisen überzeugen. „Ich will der Regensburger Preisspirale ausweichen“, sagt er. Geplant sei es, dass die Halbe Bier und Softdrinks unter vier Euro kosten – auch im kommenden Jahr.

Josef Kögl startet am 8. November in Regensburg

Auf der Speisekarte, die bereits auf der Facebook-Seite der Arberhütte zu finden ist, tummeln sich viele Gerichte, die der gebürtige Österreicher auch in Steinberg auftischt. Kleine Unterschiede gibt es trotzdem: „Die Arberhütte ist ein klassisches Wirtshaus und Anlaufstelle für viele Vereine“, erklärt Kögl. Deshalb wird es in Reinhausen auch Klassiker abseits der österreichischen Küche geben: zum Beispiel eine Currywurst oder auch eine Schaschlikpfanne – beides mit Pommes. Zudem will der umtriebige Gastronom im Sommer Sulzen und Brotzeiten kredenzen.

Die Eröffnung soll am 8. November stattfinden. Ein größeres Fest oder ähnliches sei nicht geplant, allerdings habe er alle Vereine, deren Stammlokal die Arberhütte ist, schon eingeladen. Dazu wird ein Alleinunterhalter aufspielen.

In der Arberhütte in Reinhausen will der Gastronom aus der Alpenrepublik bald zusätzlich durchstarten. Foto: Rainer Wendl