Zukunft von Schwandorfs Mittelschulen: Dritte Variante liegt auf dem Tisch

Von Jan Lange · 23. Oktober 2025 um 19:00

Die Schullandschaft in Schwandorf wird sich in den nächsten Jahren ändern – so viel ist schon jetzt klar. Wie diese Änderungen aussehen werden, darüber diskutieren seit Monaten die Stadträte. Zwei Varianten lagen ihnen bereits vor. Am Mittwoch wurde im Bauausschuss – wie zuvor von der CSU-Fraktion angeregt – ein drittes Modell vorgestellt. Die Tendenz war danach relativ klar.

Das ist anders bei der dritten Variante

Ebenso wie bei der ersten soll auch bei der dritten Variante ein Mittelschulzentrum am Sepp-Simon-Stadion neu errichtet werden. Allerdings soll es keine große, sechszügige, sondern nur eine dreizügige Schule werden. Nach deren Fertigstellung sollen dort die Mittelschüler vom Kreuzberg einziehen.

Die bisherige Mittel- und Grundschule am Kreuzberg soll anschließend zu einer reinen Grundschule umgebaut werden. Dabei sollen die Gebäude der bisherigen Mittelschule abgebrochen werden und ein Neubau mit Aula entstehen. Zudem sollen der Anbau aus dem Jahr 1989 und das Gebäude der jetzigen Grundschule modernisiert werden. Die Mensa und die Turnhalle sind neuwertig und müssten nicht saniert werden. Beim geplanten Umbau des Schulstandortes am Kreuzberg gibt es keine Unterschiede zwischen Variante 1 und 3.

Ein weiterer Unterschied zwischen Variante 1 und 3 besteht bezüglich der Mittelschule Dachelhofen. Während bei Variante 1 die Aufgabe des Schulstandortes Dachelhofen einschließlich dem Verkauf oder der Umnutzung der bisherigen Schulgebäude empfohlen wird, soll die Mittelschule Dachelhofen bei Variante 3 saniert und weitergenutzt werden. Die Planer empfehlen in diesem Fall einen Neubau der Mensa, wenn das benachbarte Pfarrheim künftig nicht weiter genutzt werden soll. Dort werden die Kinder momentan verpflegt.

Variante 2 sieht den Neubau einer Grundschule am Sepp-Simon-Stadion vor sowie den Umbau der Kreuzbergschule zur Mittelschule und die Sanierung der Mittelschule Dachelhofen.

So viel kosten die verschiedenen Varianten

Der Neubau eines großen Mittelschulzentrums am Stadion (Variante 1) würde nach Schätzung des Planungsbüros Knipl, Pracht und Partner circa 35,4 Millionen Euro kosten. Bei einer kleineren, dreizügigen Mittelschule (Variante 3) würden die Kosten bei 21,3 Millionen Euro liegen. Die Kosten würden sich trotz einer halb so großen Schule nicht halbieren lassen, gibt Architekt Peter Pracht zu bedenken. Denn es gebe Räumlichkeiten, die sowohl bei einer großen wie auch bei einer kleinen Mittelschule geschaffen werden müssten.

Bei Variante 1 würde der Schulstandort Dachelhofen aufgegeben, bei den anderen beiden Varianten würde die Mittelschule Dachelhofen grundlegend saniert werden. - Foto: Hubert Heinzl, Archiv

Auf schätzungsweise 13,6 Millionen Euro würden sich die Kosten für den Umbau der Kreuzbergschule zu einer reinen Grundschule belaufen. Diesbezüglich gibt es keine Unterschiede zwischen Variante 1 und 3. Bei Variante 1 würden keine Kosten für Dachelhofen anfallen, da der Schulstandort aufgegeben werden soll. Laut Pracht könnten durch einen Verkauf vielmehr Gewinne erzielt werden. Auf 20,6 Millionen Euro schätzen die Planer die Kosten für die Generalsanierung der Mittelschule Dachelhofen (Variante 3). In diesem Fall würden auch Kosten für Container (rund zwei Millionen Euro) entstehen, in denen die Dachelhofer Schüler während der Schulsanierung unterrichtet werden.

Die Gesamtkosten liegen bei Variante 1 bei etwa 49 Millionen Euro, bei Variante 2 bei circa 53,6 Millionen Euro und bei der nun vorgestellten Variante 3 bei 57,6 Millionen Euro. Sie wäre damit aus Sicht der Planer die teuerste der drei Varianten.

So sieht der Zeitplan für die einzelnen Varianten aus

Die Planer rechnen damit, dass Variante 1 innerhalb von fünf Jahren realisiert werden könnte. Damit könnte das Vorhaben bis etwa 2032 umgesetzt sein. Den Abwicklungszeitraum für Variante 2 schätzen die Planer auf circa acht Jahre. Sie wäre dann voraussichtlich im Jahr 2035 umgesetzt. Bei Variante 3 geht das Planungsbüro von einer Fertigstellung bis 2038 aus. Wenn der Umbau der Kreuzberg-Grundschule und der Mittelschule Dachelhofen nicht hintereinander sondern parallel realisiert werden, könnte die Fertigstellung auch schon im Jahr 2036 erfolgen, so Pracht.

Das Sepp-Simon-Stadion könnte von den Mittelschülern für den Schulsport genutzt werden. Bei einer sechszügigen Mittelschule würde es laut Planer eine höhere Förderung für die Sanierung der Sportanlage geben. - Foto: Daniel Seger, Moods Photography, Archiv

So denken die Fraktionen über die Vorschläge

Laut Hans Sieß favorisiere die CSU-Fraktion Variante 3. Schwandorf erhalte dann eine neue Mittelschule und könne gleichzeitig den Schulstandort Dachelhofen erhalten. Zudem müsse „das Geld nicht auf einen Schlag“ ausgegeben werden, so Sieß. Auch die SPD tendiere laut Alfred Braun zu Variante 3. Der Erhalt der Mittelschule Dachelhofen sei für die Sozialdemokraten auch ausschlaggebend, erklärt der SPD-Stadtrat. Die Kosten seien zwar eine „Riesensache“, aber das müsse die Stadt ihren Kindern schuldig sein.

Die 3. Bürgermeisterin Marion Juniec-Möller (Grüne) erklärte dagegen, dass ihr Herz für Variante 1 schlage. Sie finde den „großen Wurf am attraktivsten“. Langfristig könnten auch Betriebskosten eingespart werden, wenn es weniger Schulgebäude gebe, war sie überzeugt. Und sie befürchtete: Je länger die Umsetzung des Projektes dauere, desto mehr würden sich die Kosten zwischen Schätzung und Endsumme auseinanderdefinieren. Dieses Argument brachte auch UW-Stadtrat Jochen Glamsch an. Je länger der Zeitraum sei, umso teurer werde das Vorhaben, glaubt er. FW-Stadtrat Karl-Heinz Saur ist überzeugt, dass man „mit dem großen Wurf am besten fährt“. Variante 1 bringe für die Stadt den „größten Gewinn“.

CSU und SPD stellen zusammen 18 von 30 Stadträten. Würden diese beiden Fraktionen – wie angedeutet – für Variante 3 votieren, würde es dafür eine Mehrheit im Stadtrat geben.