Baufällig und wenig Platz: So sehen die Zukunftspläne für Schwandorfs Mittelschulen aus

Dass etwas mit den Grund- und Mittelschulen am Kreuzberg und in Dachelhofen passieren muss, darüber herrscht weitgehend Einigkeit. Was genau gemacht werden soll, ist offen. Nun wurde dem Bauausschuss eine Machbarkeitsstudie vorgestellt, bei der zwei Varianten untersucht wurden. So sehen die Optionen aus.
Variante 1 – Ein neues Mittelschulzentrum entsteht beim Sepp-Simon-Stadion: Auf dem Sportplatz neben dem Sepp-Simon-Stadion könnte ein neues Mittelschulzentrum gebaut werden. An dem Standort würden die beiden bisherigen Mittelschulen vom Kreuzberg und von Dachelhofen vereint. Rund 600 Schüler würden hier in 30 Klassen unterrichtet werden. Denkbar ist laut den Planern ein Gebäude aus fünf Baukörpern, die verschiedene Höhen haben – von zwei- bis viergeschossig. Bei dieser Variante gäbe es nach Einschätzung des Planungsbüros auch die Möglichkeit, den Schulkomplex bei Bedarf in Richtung Süden zu erweitern.
Die Parkplätze an der Oberpfalzhalle könnten auch für das neue Mittelschulzentrum genutzt werden. Als Ersatz für den Sportplatz, auf dem der Neubau errichtet werden soll, wäre südöstlich vom Sepp-Simon-Stadion ein neuer Platz möglich.

Die Kosten für das neue Mittelschulzentrum am Stadion schätzen die Planer auf gut 35 Millionen Euro. Weitere 13,6 Millionen Euro würden für die notwendige Sanierung der Grundschule am Kreuzberg, die an ihrem jetzigen Standort verbleiben würde, anfallen. Damit würden sich die Gesamtkosten für die Variante 1 auf rund 49 Millionen Euro summieren.
Ende 2032 könnte Projekt bei Variante 1 abgeschlossen sein
Das Planungsbüro schätzt die Bauzeit auf fünf Jahre. Wenn heuer die Planung vergeben werde, könnte diese 2026 erfolgen, so der Zeitplan. Nach Beantragung und Bewilligung der Förderung könnten die Bauleistungen, so die Vorstellung der Planer, Ende 2027 vergeben werden. Ende 2032 rechnet das Büro mit dem Abschluss der Gesamtmaßnahme (Neubau Mittelschulzentrum und Sanierung Kreuzberg-Grundschule).
Ein Vorteil ist laut den Planern, dass es in Zukunft nur noch zwei Standorte – Mittelschulzentrum am Sepp-Simon-Stadion und Grundschule am Kreuzberg – geben würde. Die jetzige Mittelschule in Dachelhofen würde aufgegeben. Ein weiterer Vorteil: Die Verkehrsverhältnisse im Kreuzbergviertel könnten neu strukturiert werden.
Wir kennen jetzt ungefähr das Kostenschema und den Zeitrahmen.
Peter Pracht, Diplom-Ingenieur vom Planungsbüro Knipl, Pracht & Partner
Variante 2 – Die Mittelschulen am Kreuzberg und in Dachelhofen werden saniert und am Stadion eine neue Grundschule gebaut: Neben dem Stadion könnte auch nur eine kleine Grundschule für acht Klassen errichtet werden. Die Baukosten würden sich dann auf elf Millionen Euro belaufen, so die Schätzung des Planungsbüros.
In diesem Fall müssten auch die Mittelschulen am Kreuzberg und in Dachelhofen saniert werden, die arg in die Jahre gekommen sind. Die Fenster der Kreuzberg-Mittelschule stammen aus den 1970er Jahren, die Fassade ist noch komplett ungedämmt, und das Gebäude weist Schäden am Beton auf. Auch die Innenräume sind in einem mittelmäßigen bis schlechten Zustand und die Haustechnik wie die Elektroinstallation marode.

Kaum anders stellt sich die Situation in Dachelhofen dar. Auch hier sind die Fenster des Schulgebäude aus den 1970er Jahren, die Fassade ist ebenfalls komplett ungedämmt und die Innenräume in einem altersbedingt mittelmäßigen Zustand.
Gesamtkosten für Variante 2: mehr als 53 Millionen Euro
Für die Sanierung der Kreuzberg-Mittelschule rechnet das Planungsbüro mit Kosten von knapp 18 Millionen Euro, in Dachelhofen wären es mehr als 20 Millionen Euro. Zudem müssten Containerschulen errichtet werden, in denen die Mittelschüler während der Bauzeit untergebracht werden. Jede der beiden Containerschulen würde laut den Planern noch einmal zwei Millionen Euro kosten. Damit würden sich die Gesamtkosten auf mehr als 53 Millionen Euro summieren. Die Realisierungszeit würde sich bei dieser Variante auf acht Jahre belaufen: Ende 2035 könnte den Planern zufolge die letzte Maßnahme abgeschlossen sein.
Probleme bei der Variante: Die Turnhalle am Kreuzberg ist nicht für eine Mittelschule geeignet. Das Gleiche gelte für das dortige Lehrschwimmbecken. „Der Standort am Sepp-Simon-Stadion gibt mehr her, als nur eine kleine Grundschule mit acht Klassen zu bauen“, ist Planer Peter Pracht überzeugt. Außerdem könnten aus seiner Sicht die 20 Millionen Euro, die für eine Sanierung der Mittelschule Dachelhofen nötig wären, besser in ein Mittelschulzentrum investiert werden.
So ist das weitere Vorgehen: Eine Entscheidung hat der Bauausschuss noch nicht gefasst. Die Optionen sollen nun erst einmal in den Fraktionen besprochen werden.
Allein die Finanzierung macht mir Kopf- und Bauchschmerzen.
Alfred Braun, Stadtrat der SPD
SPD-Stadtrat Alfred Braun meinte, dass ihm die Finanzierung Kopf- und Bauchschmerzen bereite. Aber es gab schon mehrere Projekte, so der SPD-Mann, bei denen man nicht geglaubt habe, dass sie sich finanzieren ließen, und die dann doch umgesetzt wurden.
Mit Blick auf die Kosten sagte Schwandorfs stellvertretender Kämmerer Peter Habermeier, dass man es „irgendwie hinkriegen“ werde. Laut der Bauverwaltung sei für den Neubau und die Schulsanierungen eine Förderung von bis zu 55 Prozent möglich.
Künftige Nutzer werden in Planungen einbezogen
OB Andreas Feller (CSU) sicherte zu, dass das Schulamt und die Schulleitungen in die Planungen mit eingebunden würden. „Wir werden nichts irgendwo hinstellen, was hinten und vorne nicht funktioniert“, reagierte Feller auf die Befürchtung von UW-Stadtrat Jochen Glamsch, dass das Mittelschulzentrum mit mehr als 600 Schülern zu anderen Problemen führen könnte.