Petition für sichere Schulwege: Schwandorfer fordert mehr Querungshilfen und längere Tempo-30-Zonen

Von Jan Lange · 27. Januar 2025 um 19:00

Wochentags sind in Schwandorf Tausende Schüler unterwegs. Dass die Schulwege nicht immer sicher sind, davon ist Johannes Grabler überzeugt. Deshalb initiierte der Fronberger eine Petition für sichere Schulwege, die bis Juni unterstützt werden kann.

Da er fast täglich mit dem Rad oder zu Fuß unterwegs ist, kennt er die Problemorte gut. Knapp ein Dutzend schwierige Stellen hat er ausgemacht und Lösungen vorgeschlagen. Die MZ hat sich einige Stellen angesehen.

Querungshilfe an der Kreuzung Böhmerwaldstraße/Hoher-Bogen-Straße

Viele Schüler der Kreuzbergschule überqueren die Hoher-Bogen-Straße an der Böhmerwaldstraße, wenn sie zur Oberpfalzhalle oder zum Sepp-Simon-Stadion laufen. Über die stark befahrene Straße zu kommen, sei nicht so einfach. Johannes Grabler kennt als früherer Lehrer der Kreuzbergschule die Kreuzung aus eigenem Erleben. „Zu Stoßzeiten ist es dort lebensgefährlich – nicht nur für Fußgänger“, ist er überzeugt.

Die Situation könnte laut Grabler durch eine Fußgängerampel, einen Zebrastreifen, eine Verkehrsinsel oder einen Kreisverkehr verbessert werden. Bei einem Gespräch mit Vertretern der Stadt sei ihm mitgeteilt worden, dass die Errichtung einer bedarfsgesteuerten Fußgängerampel geprüft werden soll. Schwandorfs Pressesprecher Andreas Hofmeister wies auf Nachfrage nur darauf hin, dass sich die Vorschläge noch in Prüfung befinden würden. Zu dem Thema soll im Verkehrsausschuss am 12. März detaillierter informiert werden.

Zebrastreifen und Tempo 30 an der Kreuzung Kreuzberg-/Goethestraße

Der Fuß- und Radweg beim Amtsgericht wird von vielen Schülern genutzt, um zum zweiten Haupteingang des CFG-Gymnasiums oder zur Kreuzbergschule zu gelangen. „Wer die Situation an der Kreuzung kennt – vor allem um 12.40 Uhr bei Unterrichtsende –, der weiß, dass es so nicht bleiben kann und ein Zebrastreifen nötig ist“, findet Grabler. Gut Hundert Meter entfernt, an der Kreuzung Kant-/Sandstraße, gibt es einen Zebrastreifen.

Ein weiterer Fußgängerüberweg werde bisher abgelehnt, so Grablers Fazit nach dem Gespräch mit der Stadt. Ähnliche Erfahrungen habe laut Grabler der Leiter des Gymnasiums, Johannes Werner, gemacht. Er habe die Forderung nach einem Zebrastreifen schon vor zwei Jahren an die Stadt herangetragen. Daraufhin habe es einen Ortstermin mit Stadt und Polizei gegeben. Damals sei ein zweiter Zebrastreifen eher als kontraproduktiv eingeschätzt worden, weil er ein zu selbstverständliches Sicherheitsgefühl erzeugen würde. Es würde keinen Zugewinn an Sicherheit bringen, so die damalige Einschätzung. Grabler teilt diese Meinung nicht, denn der bestehende Zebrastreifen an der Ecke Kant-/Sandstraße habe sich ja „offensichtlich bestens bewährt“.

In der Kantstraße sollte auch Tempo 30 gelten. Während in Kreuzberg- und Sandstraße die Geschwindigkeit reduziert wurde, gilt in der Kantstraße 50 km/h. Grabler hält eine Ausweitung der Tempo-30-Zone für nötig, da die Kreuzung täglich viele Schüler überqueren.

Für eine Geschwindigkeitsreduzierung gibt es bisher keine positiven Signale. Beim Ortstermin vor zwei Jahren sei der Vorstoß abgelehnt worden. Ein Tempolimit sei im Hinblick auf die Verkehrssituation in der Goethestraße mit ihren vielen Engstellen als nicht notwendig zurückgewiesen worden, sagt Grabler. Chancenlos schätzt er die Forderung nicht ein. Der Stadt sei, so sein Eindruck, die Gefahrenstelle bekannt und sie suche nach Lösungen. Das mache die Anbringung eines Verkehrsspiegels an der Ecke am Amtsgericht deutlich. „Der Spiegel hat aber wohl eher eine Alibifunktion und wird der Gefahrenproblematik an dieser Kreuzung in keinster Weise gerecht“, findet Grabler.

Verlängerung der Tempo-30-Zone in Fronberg

Die Geschwindigkeit sollte schon vor der Fußgängerampel zur Grundschule auf 30 km/h reduziert werden, so Grabler. Tempo 50 sei stadteinwärts zu viel, da hier auch Grundschüler unterwegs sind, ist er überzeugt. Von der Stadt habe er dafür bisher keine Zustimmung bekommen.

An der Fronberger Straße in Fronberg würden auch Querungshilfen fehlen, so in Höhe der Kita Storchennest zur gegenüberliegenden Bushaltestelle oder bei der Bäckerei.

Mehr Querungshilfen für Fußgänger an der Wackersdorfer Straße

Die Ampeln am Wendelinplatz und an der Ecke Sandstraße liegen gut 600 Meter auseinander. Der Abstand sei zu lang, dazwischen müsste ein weiterer Überweg geschaffen werden, so Grabler. Er denkt dabei an die Schüler der KMK-Realschule, die die Baumannstraße herunterkommen und die vielbefahrene Wackersdorfer Straße überqueren würden, um zur Bushaltestelle bei der Agentur für Arbeit zu gehen. Würde bei der Baumannstraße ein weiterer Übergang geschaffen werden, gibt es das Problem, dass auf der Gegenseite kein Fußweg existiert. Er müsste durch den Park bis zur Kreuzbergstraße verlängert werden.

Vorfahrt für Fußgänger und Radler an der Kreuzung Fabrik-/Kreuzbergstraße

Die Rechts-Vor-Links-Regelung am Fuß- und Radweg beim Kriegerdenkmal sei für alle Verkehrsteilnehmer überfordernd und unsicher, sagt Grabler. Bäume und Hecken würden zudem die Sicht verdecken. Deshalb sollte mittels eines Zebrastreifens Fußgängern und Radlern Vorfahrt gewährt werden.

Für Unterstützer

Link: www.openpetition.de/!SADsmile

Unterschriften: Bisher unterstützen 191 Personen die Petition, davon 158 aus Schwandorf.

Quorum: Das Quorum liegt bei 550 Unterstützern.

Ende: 30. Juni 2025

Der gesperrte Fußweg von der Holzbergstraße 7 zur Bushaltestelle an der Fronberger Straße in Fronberg sollte wieder geöffnet werden. Foto: Jan Lange
Die Tempo-30-Zone in Fronberg sollte bis zur Ampel zur Grundschule verlängert werden, so die Forderung. Foto: Jan Lange
Die Rechts-Vor-Links-Regelung an der Kreuzung Fabrik-/Kreuzbergstraße ist ungünstig, so die Einschätzung des Petenten. Foto: Jan Lange
Ein Zebrastreifen ist an der Kreuzung Kreuzberg-/Goethestraße dringend erforderlich, heißt es in der Petition. Der von der Stadt bereits angebrachte Verkehrsspiegel an der Ecke des Amtsgerichtes reiche nicht aus. Foto: Jan Lange
Viele Schüler laufen die Baumannstraße herunter und queren die Wackersdorfer Straße. Eine Querungshilfe würde an dieser Stelle die Sicherheit erhöhen, erklärt Johannes Grabler. Die nächsten Übergänge sind am Wendelinplatz und der Ecke Sandstraße. Foto: Jan Lange
An der vielbefahrenen Fronberger Straße in Fronberg fehlen Querungshilfen – so zum Beispiel bei der Kita zur gegenüberliegenden Bushaltestelle. Foto: Jan Lange
Da an der Holzbergstraße in Fronberg kein Fußweg existiert, wird gefordert, den gesperrten Fußweg von der Holzbergstraße 7 zur Bushaltestelle an der Fronberger Straße wieder zu öffnen. Foto: Jan Lange
Der sehr steile und enge Abgang am Schokoladenweg gegenüber vom Schwandorfer Rathaus sollte fahrrad- und behindertengerecht abgeflacht und verbreitert werden, so die Forderung. Foto: Jan Lange