Stadt Schwandorf verstärkt wegen Müllproblems die Kontrollen

Von Jan Lange · 13. Oktober 2025 um 05:00

Das Müllproblem rund um einen Wohnkomplex an der Lindenstraße in Schwandorf beschäftigt weiterhin Anwohner und Behörden. In den vergangenen Tagen lag erneut ein großer Haufen Müllsäcke fernab der Mülltonnen. Am Freitag wurde nun die Hausverwaltung aktiv.

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Blaue und weiße Wertstoffsäcke mit allerlei Unrat stehen neben Pappkartons – und das seit Tagen. Sogar ein Fernseher sei rausgestellt worden, haben Nachbarn beobachtet. Die neuen Vermüllungen im Schwandorfer Lindenviertel sind auch dem städtischen Ordnungsamt nicht verborgen geblieben. Am Freitag war der Außendienst Ordnungsamt wieder vor Ort – ebenso wie die Hausverwaltung. Und die fackelte nicht lange: Der Müll wurde auf einen Anhänger verladen und entsorgt.

Feuerwehrzufahrt zugestellt

Hinter den Wohnblöcken sorgten die Vertreter der Hausverwaltung ebenfalls für etwas mehr Ordnung. Einzelne Bewohner hatten hier eine Couch und anderen Unrat abgestellt. „Das geht gar nicht“, fand Andreas Hochmuth, der seit mehr als 50 Jahren in einem der sieben Wohnblöcke lebt.

Der Streifen direkt hinterm Haus sei als Feuerwehrzufahrt deklariert. Das stehe so auch im Mietvertrag, erklärte der Rentner. Deshalb dürfe der Weg in seinen Augen auch nicht mit Möbeln, Sitzecken oder Spielgeräten zugestellt werden. Der 78-Jährige erinnerte daran, dass es bereits zweimal in dem Wohnkomplex gebrannt habe – und eine freie Zuwegung für die Feuerwehr unbedingt erforderlich sei.

Deshalb ärgert er sich auch über die Nachbarn, die ihre Autos mitten in der Feuerwehrzufahrt parken. Eines der Fahrzeuge hat gar keine Kennzeichen mehr, ist also abgemeldet. „Die müssten abgeschleppt werden“, meinte Hochmuth. Doch der Hausverwaltung und dem Ordnungsamt sind diesbezüglich die Hände gebunden, da die Fahrzeuge auf einer privaten Fläche stehen. Immerhin versprachen die Mitarbeiter des Ordnungsamtes dem verärgerten Anwohner, sich wegen der Fahrzeuge nochmals mit der Polizei in Verbindung zu setzen.

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Auch wenn am Freitag noch nicht alle Probleme gelöst werden konnten, so hat sich seit den jüngsten MZ-Artikeln über das Müllproblem dennoch ein bisschen was getan. So führt der Außendienst Ordnungsamt mehrmals wöchentlich Kontrollen durch. „Wir waren in den vergangenen drei Wochen fast jeden Tag da“, bestätigte am Freitag einer der Stadtmitarbeiter, die vor Ort waren. Bei den Kontrollen wurde unter anderem festgestellt, dass Wertstoffsäcke bereits einige Tage vor der Abholung hinausgestellt werden, schrieb Schwandorfs Oberbürgermeister Andreas Feller (CSU) in seiner Antwort an den AfD-Bundestagsabgeordneten Reinhard Mixl, der sich wegen des Müllproblems an die Verwaltung gewandt hatte. Den Brief schickte Feller auch an die MZ-Redaktion.

Laut OB „keine Anhaltspunkte für Rattenplage“

Ratten seien laut dem OB bei keiner einzigen Kontrolle gesichtet worden. Für die Stadt gebe es deshalb auch keine Anhaltspunkte für eine Rattenplage. Andreas Hochmuth sieht das anders. Die Ratten seien in der Regel nachts aktiv – also zu Zeiten, wo keine Kontrollen stattfinden. Er selbst habe schon zahlreiche Ratten rund um die Mülltonnen gesehen. Das Rattenproblem sei zuletzt zwar besser geworden, aber es gebe immer noch Ungeziefer, steht für den 78-Jährigen fest. Das könnte sich vielleicht auch bald ändern, denn der städtische Bauhof wurde beauftragt, vorsorglich Rattengift im Kanalnetz auszulegen.

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Der Stadt sei laut OB das Müllproblem in der Lindenstraße seit August 2024 bekannt. Damals sei Kontakt mit dem Landratsamt aufgenommen und darum gebeten worden, notwendige Maßnahmen zu treffen. Da es sich um eine abfallrechtliche Angelegenheit handle, könne nur der Landkreis Anordnungen treffen und durchsetzen, hieß es vonseiten der Stadt.

Verstöße sollen mit Bußgeldern sanktioniert werden

In der Folge hatte das Landratsamt die Tonnenkapazitäten erhöht. Die Vermüllungen endeten damit aber nicht. Statt die Müllsäcke in die Tonnen zu geben, wurden sie daneben geworfen. „Nachdem Mitarbeiter des Ordnungsamtes im August im Rahmen eines Streifengangs festgestellt haben, dass sich Müllablagerungen wieder häufen und Müll in erheblicher Menge neben den dafür vorgesehenen Tonnen liegt, wurde das Landratsamt davon in Kenntnis gesetzt“, teilte OB Feller mit. Die Stadt habe das Landratsamt darum gebeten, eventuelle Verstöße gegen abfallrechtliche Vorschriften mit Bußgeldern zu sanktionieren.

Die Hausverwaltung „zeigt sich gegenüber der Stadt willens und bemüht, die Situation zu verbessern“, so Feller. Diese habe demnach Ende September mehrsprachige Aushänge angebracht und die Mieter zur ordnungsgemäßen Müllentsorgung angehalten. Für den Fall der Nichtbeachtung wurden den Mietern seitens der Hausverwaltung Konsequenzen angedroht.

Auch die Bahn will handeln

Zudem seien der Stadt laut Feller Nachweise vorgelegt worden, aus denen hervorgehe, dass die Hausverwaltung regelmäßig Sperrmüll von den betreuten Anwesen in der Lindenstraße abgeholt und ordnungsgemäß entsorgt habe. „Inzwischen hat sich herausgestellt, dass nicht ausschließlich die eigenen Mieter für die Müllproblematik verantwortlich sind, sondern auch fremde Personen“, so der OB.

Der Außendienst Ordnungsamt sei von einem Anwohner darüber informiert worden, dass am 26. September eine Person dabei beobachtet wurde, wie sie unerlaubt Müll aus einem Auto abgeladen habe. Es handle sich um eine Person, die in einem anderen Stadtteil Schwandorfs gemeldet sei. „Das Ordnungsamt konnte den Fall beim Landratsamt zur Anzeige bringen, weil sich der Anwohner das Kfz-Kennzeichen des Verursachers notiert hatte“, teilte das Stadtoberhaupt mit.

Der Müllberg auf der Fläche der DB ist bislang noch nicht beseitigt worden. - Foto: Jan Lange

Zudem hat es laut Feller kürzlich einen Vor-Ort-Termin mit der Bahn gegeben. Es sei vereinbart worden, dass der Sperrmüll, der unerlaubt auf dem Grundstück der DB – zwischen den Wohnblöcken und den Bahngleisen – abgeladen wurde, von der DB entsorgt werde. Bis zum Freitagnachmittag war dies aber noch nicht erfolgt, wie die MZ feststellen musste.