Kommunalwahl im Landkreis Regensburg: Acht Bürgermeister der Freien Wähler hören auf

Nahezu fünf Monate sind es noch bis zur Kommunalwahl am 8. März 2026. Nach zähem Beginn in der ersten Hälfte des Jahres haben sich Parteien, Wählergruppen und Kandidaten im Landkreis Regensburg zuletzt deutlich wahrnehmbarer positioniert. So gibt es mittlerweile in 26 der 41 Landkreis-Kommunen mindestens einen Bürgermeister-Kandidaten. Dabei gibt es einige Überraschungen.
Drei Bewerber haben sich bislang für den Landratsposten in Stellung gebracht. Als erste hatte hier Silvia Gross Anfang Juli offiziell ihren Hut in den Ring geworfen. Sie wurde von der SPD nominiert. Fast zeitgleich folgten nun in den vergangenen Tagen die Nominierungen von Amtsinhaberin Tanja Schweiger von den Freien Wählern und von Patrick Grossmann von der CSU.
Erste Kreistagslisten im Landkreis Regensburg veröffentlicht
Keinen Landratskandidaten, aber eine 70-köpfige Liste mit Kandidaten für den Kreistag, haben die Grünen bisher präsentiert. Sie sind damit zusammen mit der SPD die ersten, die ihre Kreistagskandidaten offiziell vorgestellt haben.
Noch ist allerdings auch keine Eile geboten. Bis zum 8. Januar haben Parteien und Gruppierungen Zeit, ihre Wahlvorschläge einzureichen. Das gilt für den Kreistag und Landratsposten genauso wie für die Gemeinde-, Markt- oder Stadträte und die Bürgermeisterposten. Spätestens an diesem Termin in knapp drei Monaten steht fest, wer sich um die kommunalpolitischen Ämter bewirbt, die im Landkreis zu vergeben sind.
Hier gibt es sicher einen neuen Bürgermeister
Klar ist schon jetzt, dass eine Reihe von amtierenden Bürgermeistern im März nächsten Jahres nicht mehr zur Wahl stehen wird. In etwa einem Viertel der 41 Landkreiskommunen wird es einen neuen Chef im Rathaus geben. Zu einem besonderen Aderlass kommt es dabei bei den Freien Wählern. Bereits heute steht fest, dass acht Bürgermeister aus den Reihen der Freien Wähler ihr Amt abgeben werden.
Dabei geht in Pettendorf und in Brennberg jeweils eine Ära zu Ende. Immerhin steht Eduard Obermeier bereits seit dem Jahr 2002 an der Spitze der Stadtrandgemeinde. Der dienstälteste Bürgermeister im Landkreis hat dort für die Freien Wähler vier Urnengänge gewonnen. Auf eine Amtsperiode weniger bringt es seine Parteikollegin Irmgard Sauerer in Brennberg. Sie amtiert seit 2008 und sammelte 2014 und 2020 jeweils ohne Gegenkandidaten mehr als 90 Prozent der Stimmen.
Nach zwei Perioden kehren zudem Maximilian Kollmannsberger in Tegernheim, Herbert Heidingsfelder in Alteglofsheim, Barbara Wilhelm in Pentling, Robert Spindler in Sünching, Johann Schiller in Riekofen und Rudolf Graß in Obertraubling ihren Rathäusern den Rücken. Alle kommen aus den Reihen der Freien Wähler. Seit 2014 amtierten auch Thomas Eichenseher von der CSU in Duggendorf und bereits seit 2013 Johann Thiel (CSU) in Barbing. Thiel wurde als Nachfolger des im Amt verstorbenen Albert Höchstetter gewählt. Insgesamt 43 Frauen und Männer haben schon jetzt ihre Absicht angemeldet, in die Rathäuser der Landkreis-Kommunen einziehen zu wollen. Nicht alle von ihnen sind allerdings schon offiziell nominiert. Dazu zählen vor allem Amtsinhaber, die angekündigt haben, weiterhin an der Spitze ihrer Gemeinde bleiben zu wollen. Das sind beispielsweise das Wenzenbacher Gemeindeoberhaupt Sebastian Koch genauso wie Elisabeth Kerscher aus Wiesent, Helmut Sammüller aus Nittendorf, Thomas Scheuerer aus Hagelstadt, Jürgen Sommer aus Donaustauf und Matthias Beer aus Beratzhausen.
Dazu gehört aller Voraussicht nach auch Hans Schmid aus Laaber, der vom örtlichen CSU-Ortsverband ausgebootet wurde. Statt des Amtsinhabers, der seit zwölf Jahren an der Spitze des Marktes steht, nominierte die CSU in Laaber Daniela Hofmeister als Bürgermeisterkandidatin. Schmid gründete daraufhin einen politischen Verein, der angekündigt hat, als Wählergemeinschaft „Liste für die Gemeinde Laaber“ bei der Kommunalwahl 2026 anzutreten. Nominiert ist bislang allerdings weder ein Bürgermeisterkandidat noch eine Liste für den Marktrat.
Schon jetzt ist klar, dass es zumindest in fünf Kommunen drei Kandidaten geben wird, die Bürgermeister werden wollen. So müssen es in Lappersdorf, Hemau und Donaustauf die Amtsinhaber Christian Hauner, Herbert Tischhöfer und Jürgen Sommer mit zwei Herausforderern aufnehmen. In Pettendorf und Obertraubling wollen jeweils drei Bewerber die ausscheidenden Bürgermeister beerben.
22 Kandidaten von der CSU im Landkreis Regensburg
Frühzeitig positioniert haben sich besonders viele Kandidaten der CSU. In 22 Kommunen haben Christsoziale bereits ihre Kandidatur signalisiert. Aus den Reihen der Freie Wählern kommen bislang zehn Bürgermeisterkandidaten. Auf sieben Kandidaten bringt es derzeit die SPD, während die Grünen in zwei Kommunen das Rathaus erobern wollen. Dazu kommt noch ein parteiloser Kandidat in Donaustauf und möglicherweise ein Bewerber einer Wählergruppierung in Laaber.
Einen der wichtigsten Bürgermeisterposten im Landkreis hat die CSU schon jetzt abgeschrieben. Denn ausgerechnet in Neutraubling, der größten Stadt im Landkreis, hat sich nach jetzigem Stand kein CSU-Kandidat gefunden, der gegen Amtsinhaber Harald Stadler von den Freien Wählern antreten will.