Parken statt „Tropfsteinhöhle“: Bad Kötztinger Parkhaus wächst sichtbar in die Höhe

Seit Mitte vergangenen Jahres wird bereits am neuen Parkhaus in der Innenstadt gebaut, erst Ende Februar dieses Jahres war der Spatenstich. Da die beiden Straßenzüge rund um die Großbaustelle für Fußgänger gesperrt sind, gibt es nur selten Möglichkeiten, sich einen Eindruck vom Fortschritt zu verschaffen – doch gemeinsam mit Stadtbauamtsleiter Christian Kopf ist das natürlich kein Problem.
Das XXL-Format hinter den Bauzäunen, das der extra große Kran über den Dächern der Stadt schon seit Monaten verheißt, wird hinter den Absperrungen noch sichtbarer. Zwischen 15 und 20 Arbeiter sind täglich auf der Baustelle beschäftigt. Beton wird verarbeitet, Elektriker sind unterwegs, das Baumaterial stapelt sich auf dem bereits fertigen Teil und auch im nahen Garten eines Nachbaranwesens, das die Stadt für die Bauzeit zu Verfügung gestellt hat. Ein Anwohner muss bis zur Fertigstellung ganz auf seinen Garten verzichten, der abgetragen werden musste.
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„Wir sind sehr froh und dankbar darüber, dass die Anwohner der Stadt alle entgegengekommen sind“, sagt Kopf. Anders sei eine Maßnahme dieser Größe nicht machbar – zumal das künftige Parkhaus mit Stadtbibliothek die gesamte Fläche einnehme, die der Stadt gehöre. Um die Arbeiten ausführen zu können, seien zumindest zeitweise Flächen der Anlieger unbedingt notwendig, von den übrigen Einschränkungen während der mehr als zweijährigen Bauphase ganz zu schweigen.
Wir sind sehr froh und dankbar darüber, dass die Anwohner der Stadt alle entgegengekommen sind.
Bad Kötztings Stadtbauamtsleiter Christian Kopf
Immerhin: Die Baustelle liege aktuell immer noch voll im Kosten- und Zeitrahmen, erklärt Kopf. Somit würden weder die Anwohner noch der städtische Haushalt noch mehr belastet als geplant. Allerdings hätten die Bauarbeiten nun auch einen Punkt erreicht, an dem das Wetter mitspielen müsse. Um die späteren Fahrbahnen, deren Betonoberfläche beschichtet würden, fertigstellen zu können, brauche es trockenes Wetter.
Darum komme es in diesen Tagen auch immer wieder zu Straßensperrungen, die nicht vorab angekündigt werden könnten – ein Umstand, der auch die Autofahrer rund um die Baustelle immer wieder betreffe, wie er weiß. Im Moment seien die Planungen aber schon einen Schritt weiter, und zwar beim Bau der Bibliothek auf dem „Dach“ des Parkhauses. Die Ausschreibungen für den Hochbau – also vor allem für dieses Gebäude – liefen aktuell.

Bis Ende des Jahres sollten auch diese Aufträge vergeben sein, sodass im März (je nach Wetter eventuell auch etwas später) damit begonnen werden könnte. Rund ein Jahr nach dem Baubeginn des Gebäudes könnte die gesamte Maßnahme abgeschlossen sein, schätzt Kopf vorsichtig, da Maßnahmen dieser Größe immer schwierig einzuschätzen seien. Wenn aber alles nach Plan weiterlaufe, dann sollten im Laufe des kommenden Jahres bereits die ersten Fahrzeuge im Parkhaus ihren Platz finden.
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Im Moment sieht es jedenfalls ganz danach aus, dass der Fahrplan gehalten werden kann, und nicht nur die Bad Kötztinger, sondern auch die Gäste der Stadt die „Tropfsteinhöhle“ des Vorgängerbaus beim Parken in der Innenstadt endlich vergessen können.
Blick in die verschiedenen Himmelsrichtungen
Nach Süden: Der Blick von der Gehringstraße aus in Richtung Rathaus präsentiert bereits das obere Ende des Parkhauses. An dieser Stelle wird ab dem Frühjahr 2026 mit dem Bau der geplanten Bibliothek mit Veranstaltungsfläche gebaut werden. Außerdem wird auf dem „Dach“ des Parkhauses auch eine Grünfläche entstehen.

Nach Norden: Von hier aus gesehen fehlt noch eine weitere Ebene; Gut abzuschätzen ist von hier aus die Höhe der Stadtbücherei: Sie wird mit zweieinhalb Stockwerken etwas niedriger werden als das dreieinhalbstöckige Wohnhaus, das im Norden an die Baustelle grenzt. Später würde man von hier aus vor allem viel Grün sehen.

Nach Osten: Von der Holzapfelstraße aus gibt es den Blick auf die Auffahrrampe im Inneren – nur noch erahnen lässt sich von hier, dass es noch eine ganze Ebene nach unten gehen wird. Dafür ist am rechten Bildrand der „Kopfbau“ zu sehen, in dem etwa Toiletten untergebracht werden – dieser wird noch um eine weitere Ebene wachsen.

Nach Westen: Hier ein wichtiges Detail: Wer später vor dem sichtbaren Teil des Parkhauses in der Gehringstraße steht, wird vor allem viel Beton sehen. Damit der einer Granitstein-Optik sehr nahekommt, wurde beschlossen, den glatten Beton (links im Bild) über weite Flächen zu bearbeiten, was rechts im Bild zu sehen ist.
