Mit Pauken und Böllern: Schützengau Kötzting feiert 75 Jahre mit Festzug und Böllerschützen

Von Alois Dachs · 14. September 2025 um 17:05

Ein Superfest richtete der Schützengau Kötzting am Samstag zu seinem 75-jährigen Bestehen aus. Bis aus Landshut und Vilsbiburg waren Fahnenabordnungen gekommen, dazu Landes- und Bezirksschützenmeister, um dem „Geburtstagskind“ die Ehre zu erweisen. Landrat Löffler würdigte am Ende des Gottesdienstes die großen Leistungen der Schützen für den Zusammenhalt in der Gesellschaft, die Pflege des Brauchtums und das sportliche Engagement.

Der reaktivierte Spielmannszug Blaibach bot zur Begrüßung der zahlreichen Teilnehmer am Marktplatz ein Standkonzert, ehe Gauschützenmeisterin Evi Graßl mit ihren Stellvertretern Rudi Hofmann und Jürgen Fechter den Kirchenzug anführte, bei dem nach den Gauköniginnen eine Reihe von Ehrengästen mitmarschierten.

In der Stadtpfarrkirche sorgten die Schützen und ihre Fahnenabordnungen für ein buntes Bild. Beim Festgottesdienst mit Stadtpfarrer Thomas Winderl übernahm die Gauschützenmeisterin die Lesungen, Bürgermeister Markus Hofmann spielte die Orgel. In seiner Predigt sagte der Stadtpfarrer, das Kreuz habe für Schützen eine besondere Bedeutung, weil Kimme und Korn, oder das Fadenkreuz wichtig seien, um „ins Schwarze zu treffen“.

Fahnenabordnungen von allen Gauvereinen und aus den Nachbargauen feiern den Festgottesdienst mit. - Foto: Alois Dachs
Gauschützenmeisterin Evi Graßl, 2. Gauschützenmeister Rudi Hofmann (r.) und 3. Gauschützenmeister Jürgen Fechter führen den Kirchenzug an. - Foto: Alois Dachs
Ein Blickfang war die Abordnung des Schützenvetreins „Frisch auf“ Mais, der heuer auch ein Jubiläum gefeiert hat. - Foto: Christa Rabl-Dachs
Die Gauköniginnen und ihre Ritter führen mit der Vorstandschaft den Kirchen- und Festzug an. - Foto: Alois Dachs
Bezirksschützenmeister Hans Hainthaler hat Evi Graßl eine Jubiläumsscheibe mitgebracht. - Foto: Alois Dachs
Der Landesschützenmeister Christian Kühn gratuliert zum Jubiläum mit einem bayerischen Löwen. - Foto: Alois Dachs
Die Viechtacher Gauschützenmeisterin Elfriede Weber hat ein gläsernes Jubiläumsgeschenk dabei. - Foto: Alois Dachs

Jesus, der am Kreuz gestorben ist, wolle unser Herz ansprechen. Das sei gerade in der Welt von heute, die geprägt sei von Krieg und Gewalt, besonders wichtig. Deshalb sollten die Menschen den Blick auf das Kreuz nicht verlieren.

Ein hoher Stellenwert

Landrat Franz Löffler wies darauf hin, dass dem Schützenwesen, das einst zum Schutz der Bürger eingeführt worden sei, im Landkreis hoher Stellenwert zukomme. Immerhin bildeten mehr als 13 000 Schützen mehr als zehn Prozent der Landkreis-Bevölkerung. Für viele Menschen seien Frieden, Wohlstand, Tradition und Brauchtum heute selbstverständlich. Dabei werde oft vergessen, dass diese Werte nur durch Zusammenhalt, ehrenamtliches Engagement in Vereinen und Einsatz für die Heimat erreicht wurden. Deshalb appellierte der Landrat an die Schützen, Tradition, Brauchtum und Leistungsbereitschaft im Schießsport weiter zu pflegen, vor allem auch die Jugend in den Vereinen einzubinden. Der „gute Geist“ des Schützenwesens solle auch den Gau Kötzting in Zukunft tragen, wünschte sich Löffler.

Begleitet von den Spielmannszügen der Feuerwehren Bad Kötzting und Blaibach sowie der Blaskapelle Gamsjager zogen mehrere Hundert Schützen nach dem Festgottesdienst zur Lindnerhalle, wo sie die Böllergruppe der Chambthaler Schützen mit einem gewaltigen Salut empfing. Die Gauvorstandschaft bildete ein Spalier für die Teilnehmer – neben den 20 Gauvereinen waren viele niederbayerische Schützengaue mit starken Abordnungen vertreten – die vom „Reimwirt“ mit Essen versorgt und von den fünf „Bayerwaldsternen“ musikalisch unterhalten wurden.

Rückblick auf „75 Jahre Schützengau Kötzting“

Gegen 19.30 Uhr hieß die Gauschützenmeisterin in der Lindnerhalle die Gäste willkommen. In kurzen Rückblick auf „75 Jahre Schützengau Kötzting“ erinnerte sie an den Gründer Josef Barth, der zwölf Jahre den Gau führte, an seine Nachfolger Konrad Krämer, Albert Bachl, Franz Rabl, Fred Nass (amtierender Ehren-Gauschützenmeister) und Markus Moser, ehe sie selbst 2018 „in die Männerdomäne eingebrochen“ sei. Der Schützengau habe ein stolzes Alter erreicht, sagte Evi Graßl, er fördere aber besonders die Jugend, bleibe damit „traditionell modern“.

Bürgermeister Markus Hofmann dankte Stadtpfarrer Thomas Winderl für den „wunderschönen Festgottesdienst“ und zeigte sich als aktiver Schütze stolz auf den großen Zusammenhalt im Gau Kötzting. Die Mischung aus sportlichem Einsatz, Pflege von Brauchtum und Tradition präge die starke Gemeinschaft. Fairness, Disziplin und Verantwortungsbewusstsein seien neben dem Engagement vieler Ehrenamtlicher die herausragenden Tugenden im Schützengau.

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Landesschützenmeister Christian Kühn als Vertreter von 4400 Schützenvereinen im Bayerischen Sportschützenbund (BSSB) lobte den Einsatz der 20 Vereine im Gau Kötzting und sprach vor allem die Förderung der Schützenjugend an, die mit 120 000 Mitgliedern im BSSB eine starke Nachwuchsorganisation sei, die langfristig die Arbeit früherer Generationen fortführe. Er appellierte an die jungen Schützinnen und Schützen, sich nicht von Kritikern den Spaß am Schießsport verderben zu lassen. Angesichts zahlreicher politischer Einflussnahme auf das Schützenwesen sei es besonders erfreulich, dass der bayerische Innenminister voll hinter dem Schützensport stehe, sagte Kühn, ehe er den bayerischen „Schützenlöwen“ an Gauschützenmeisterin Evi Graßl überreichte.

Lob für „hervorragende Arbeit“

Bezirksschützenmeister Hans Hainthaler überbrachte als Vorstandsmitglied auch die Grüße des Deutschen Schützenbundes zum Gaujubiläum und dankte dem Gau Kötzting für das Verbleiben bei Niederbayern nach der Gebietsreform. Er lobte die „hervorragende Arbeit“ in dem kleinen, aber sehr aktiven Gau und überreichte als Geschenk eine Jubiläumsscheibe. Gau-Ausschussmitglied Martin Auzinger lud die Schützen ein, die von ihm zusammengestellte Ausstellung über die Geschichte des Gaues anzuschauen und überreichte als Jubiläumsgeschenk an Evi Graßl eine extra gestaltete Kachel. Für den Nachbargau Viechtach gratulierte Elfriede Weber ihrer Gauschützenmeister-Kollegin Evi Graßl mit einer Glasstandarte.

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Zum Abschluss zeichnete Evi Graßl die Helfer bei der Organisation aus und dankte Stellvertreter Rudi Hofmann, mit seiner Frau Bettina, die einen Großteil der Organisation übernommen hatten.