Beim Seifenkisten-Rennen in Bad Kötzting reicht nicht nur die Zeit für den Sieg

Von Stefan Weber · 9. September 2025 um 05:00

Vor drei Jahren war das Seifenkistenrennen im Bad Kötztinger Ortsteil Wettzell im Landkreis Cham ein Spektakel, in seiner dritten Auflage am Sonntag, 7. September, schon eine Veranstaltung, für die einige der Hunderten Zuschauer gerne auf andere zeitgleiche Veranstaltungen verzichtet haben. Immerhin ging es für 23 Starter in ihren tollkühnen Kisten nicht nur um den Sieg, sondern mindestens genauso viel um den Spaß.

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Die KLJB hatte zum „Großen Preis von Wettzell“ gerufen, und dem waren nicht nur die Seifekisten-Fahrer, sondern auch einige Bobbycar-Fahrer gefolgt. Schon lange vor dem Start gegen 13.30 Uhr war der Platz an der Wiesingerstaße beim Friedhof im Dorf dicht mit Gästen aus Nah und Fern gefüllt, für die Bewirtung war gesorgt – und für die passende Streckenführung natürlich auch.

Auf die Idee kommt es an

In der dritten Auflage haben sich die Organisatoren noch mehr Gedanken über die Sicherheit der Fahrer gemacht und Schikane sowie die obligatorische S-Kurve so gestaltet, dass selbst bei Stürzen keine Gefahr mehr bestand. Reine Vorsichtsmaßnahmen, wie sich am Ende des Rennens gezeigt hat, denn in diesem Jahr kam es zu keinen Unfall mehr.

Neben der Schikane im oberen Bereich durfte die S-Kurve natürlich nicht fehlen. - Foto: Stefan Weber

Das liegt vielleicht auch daran, weil mit der Jury-Bewertung der Fahrzeug-Optik nicht nur die Zeit eine Rolle gespielt hat: Wer schnell unterwegs war, aber mit der schnellen Seifenkiste des Vorjahres an den Start ging, bekam in der Wertung der Jury gleich einmal Punkt-Abzug.

Eine Belohnung für all diejenigen, die sich auch in diesem Jahr wieder nicht nur viele Gedanken über das Design ihrer Seifenkiste gemacht hatten, sondern auch etliche Stunden in die Gestaltung gesteckt haben.

Mit dem Bobbycar am Start

Wie beides miteinander vereint werden kann, das stellten etwa die Sieger der Team-Wertung unter Beweis: Gisela und Rudolf Pielmeier waren mit ihrem James-Bond-Wagen nicht nur schnell, sondern überzeugten auch optisch. Gleiches galt für Simon Wolf von den Burgnarren in der Einzelwertung.

Den Anfang des Rennens machten die Bobbycar-Fahrer. - Foto: Stefan Weber

Michael Irlbeck vom Hauptsponsor Café Zinnober nahm seine Fahrt ebenfalls mit viel Humor und ließ sich mit Beethovens Vertonung von Schillers Ode an die Freude begleiten. Spielbankdirektor Andreas Weigert, der sich im vergangenen Jahr noch gewundert hatte, dass das Bayerwald-Casino bei diesem Rennen noch nicht mit vertreten gewesen war, setzte sich selbst an das Steuer eines fahrbahren Roulette-Tisches und verteilte während der Fahrt Süßigkeiten, ganz ohne auf den Tacho zu achten – und wer mit einer Badewanne samt Duschkopf und einem Zusatz-Gewicht von rund 80 Litern Wasser auf die Strecke geht, erwarte wohl schon vorab nicht, eine Bestzeit abliefern zu können;. Den Zuschauern und der Jury gefiel der Wagen dafür umso mehr. Ebenfalls mit vollem Einsatz dabei waren die jüngsten Starter, die mit den Bobbycars noch vor den Seifenkisten an den Start gingen.

Im „ Parc fermés“ vor dem Pfarrheim konnten die Boliden nach dem Rennen besichtigt werden. - Foto: Stefan Weber

Auch hier gab es „getunte“ Modelle, aber selbst die original belassenen Fahrzeuge erreichten Zeiten, die mit knapp über 20 Sekunden für die Strecke fast alle mindestens genauso gut waren wie der der großen Seifenkisten. Am Ende ging es für Fahrer und Zuschauer um Eines: Den Spaß!

Gespanntes Warten am Start - Foto: Stefan Weber