Viel Lob und eine Liebeserklärung beim Spatenstich für das neue Parkhaus

Dass mit Blick auf die fast acht Meter tiefe Baugrube hinter ihm die Veranstaltung am Freitagvormittag fast eher die Bezeichnung „Grundsteinlegung“ statt „Spatenstich“ verdient hätte, das sah nicht nur Bürgermeister Markus Hofmann so. Immerhin wird schon seit Mitte vergangenen Jahres am neuen Parkhaus in der Innenstadt gebaut – dem größten Einzelprojekt der Stadt seit gut zehn Jahren.
Ein beeindruckender Hintergrund für das Foto mit allen Beteiligten als der marode Vorgängerbau aus den 1970er-Jahren war die Baugrube an diesem sonnigen Spätwinter-Tag aber allemal. Für Hofmann war der Spatenstich für das neue Parkhaus „ein bedeutender Tag“ , der mehr als 20 Jahre alte Überlegungen endlich Wirklichkeit werden lasse. Ein „starkes Zeichen für die Zukunft der Innenstadt“, einen „Meilenstein“, „Symbol für Mut“ und ein „gutes Beispiel dafür, Leerstände nicht zu beklagen, sondern die Zukunft aktiv zu gestalten“, sah nicht nur das Stadtoberhaupt in dem Projekt. Das lasse sich die Stadt immerhin gut 13 Millionen Euro kosten.
5,6 Millionen Euro vom Staat
Weil 5,6 Millionen davon vom Staat als Fördermittel nach Bad Kötzting fließen, sahen auch die beiden Landtags-Abgeordneten Dr. Gerhard Hopp (CSU) und Julian Preidl (FW) das Geld gut angelegt in einem Ort, der nicht nur Stellplätze für rund 100 Fahrzeuge bieten werde, sondern mit Dachgarten und Bibliothek allen Menschen einen Ort bieten werde, an dem persönlicher Austausch stattfinden könne – quasi im „neuen Wohnzimmer“ der Stadt.
Dass sich die Orte auch im Landkreis Cham im Wandel befänden, das könne jeder selbst sehen, sagte Landrat Franz Löffler. Dass sich Leerstände in Innenstädten ergäben, weil die bisherige Nutzung nicht mehr nachgefragt werde, „das ist Teil der Realität“, sagte er.
Umso wichtiger sei es, dass auch auf kommunaler Ebene alles versucht werde, um die Orte neu zu denken. Hier müsse „jeder seine Rolle übernehmen“ – ob die Stadt als Bauherr für das Parkhaus, das nur der erste Schritt auf dem Weg zum weiteren Barrieren-Abbau in der Innenstadt und die Umsetzung eines ebenfalls bereits erstellten Verkehrsgutachten sei, oder der Landkreis und auch der Freistaat, die Leerstände mit Behörden und Schulen gefüllt hätten. Natürlich könnten auch Staat und Kommunen nicht alles übernehmen, auch die Bürger müssten sich mit einbringen. Das neue Parkhaus in Bad Kötzting sei ein sehr gutes Beispiel dafür, wie Förderungen zielgerichtet eingesetzt werden.
Architekt Sebastian Hrycyk vom beauftragten gleichnamigen Büro aus München, machte nicht nur dem Projekt, sondern auch der Stadt eine Liebeserklärung.
Wie ein Monolith aus dem Fels
Seine Liebe habe schon auf dem Dach des Altbaus begonnen, sagte er. Eigentlich sei geplant gewesen, den Neubau aus Holz zu entwerfen, doch das habe der Bau mit über 100 Stellplätzen „nicht vertragen“. Stattdessen habe es sich das Büro „leicht gemacht“, und viel vom Vorgängerbau in die Planung mit aufgenommen. Eingegraben in die Erde, sei es möglich geworden, fünf statt bislang drei Parkdecks zu verwirklichen und den Neubau wirken zu lassen wie einen „Monolithen, der aus dem Fels gewachsen ist“.
Der Dachgarten mit Blick auf den Kaitersberg (den er beim einwöchigen Besuch mit seiner Familie in der Stadt mehrfach erklommen habe) und zum Schluss die Bibliothek mit Veranstaltungsort, so klar in der Struktur, „wie ein Kind ein Haus zeichnen würde“, das sei der Ansatz der Architekten gewesen, um das im Kern funktionale Gebäude in den Ort einzufügen.





