Ab sofort wächst das neue Parkhaus in Bad Kötztings Innenstadt wieder in die Höhe

Heimlich still und leise endete der letzte Abschnitt, der noch in Teilen etwas mit dem Abbruch des alten Parkhauses in der Bad Kötztinger Innenstadt (Landkreis Cham) zu tun gehabt hatte, als am späten Mittwochabend ein Tieflader den letzten Bagger aus der Baugrube holte. „Nur den kleinen“, wie Stadtbauamtsleiter Christian Kopf sagt – den mit über 30 Tonnen.
Das noch größere Gerät war da schon nicht mehr vonnöten, um das tiefe Loch, das seit wenigen Tagen einsam und verlassen mitten in der Stadt klafft, auf eine Tiefe zu graben, die zwischen drei Metern am nördlichen Ende und bis zu sieben Meter im Süden beträgt.
Zeit für den „Winterschlaf“?
Zeit für den „Winterschlaf“ sei es aber noch lange nicht an der Baustelle, weiß der Bauamtsleiter. Nur eine kurze Verschnaufpause ist dem Großprojekt gegönnt, bevor die nächste Firma anrückt. Es ist die Firma Rädlinger aus Cham, die im kommenden Jahr den nun anstehenden größten Teil der Arbeiten ausführen wird: den Aufbau des neuen Parkhauses.
Bevor es damit im Frühjahr aber so richtig losgehen kann, stünden ab Montag erst einmal die vorbereitenden Maßnahmen zur Einrichtung der Baustelle an, sagt Kopf. Nichts, was sich die Spezialisten schon vorab anhand von Kartenmaterial hätten überlegen können. Wenn es um den Aufbau gehe, dann sei das auch ein Thema enormer Lasten, sagt Kopf.
Er blickt auf eine Karte, die – aufgeteilt in Dreiecken zur Vermessung – auf den Millimeter genau ausweist, wie tief die Baugrube an den einzelnen Stellen ist. Da schon das alte Parkhaus dicht umbaut gewesen war, stelle sich nun zum Beispiel die Frage, wo der riesige Kran, der für den Aufbau benötigt werde, stehen soll. Der müsse nicht nur sehr schwere Lasten rund um den Betonbau auf der gesamten Baustelle verteilen können, sondern später auch irgendwie noch aus der Baustelle wieder herauskommen. Auch so Fragen wie: Wo sollen die Baustoffe gelagert werden, und: Wo bringt die Baufirma die notwendigen Container unter, die für die Arbeiten gebraucht werden?
Auf Baustellen auf der grünen Wiese eher weniger ein Problem, in der dicht bebauten Innenstadt von Bad Kötzting eine wahre Herausforderung. Probleme, die ohne die Anwohner nicht leicht zu bewältigen gewesen wären, wissen die Beteiligten.
So würden die Baustoffe auf dem Grundstück gelagert werden können, das im Süden an die Baustelle angrenzt. Schon zu Beginn der Bauarbeiten hatte die Stadt an dieser Stelle mit Einwilligung der Besitzer sogar ein Gebäude eingerissen, um Platz schaffen zu können. Sehr zupass kommt dem Neubau außerdem eine Baulücke, die sich direkt gegenüber der Baugrube befindet. Was an der Marktstraße das Gebäude der ehemaligen Apotheke Wieser umfasst, ist in der Gehringstraße ein freier Platz, der sich sehr gut für den Aufbau der Container eigenen werde, schätzt Christian Kopf.
Darum werde auch die Sperrung zwischen Metz- und Schirnstraße bestehen bleiben, sagt er. Auch wenn die eigentlichen Arbeiten zum Aufbau des neuen Hauses erst im Frühjahr beginnen werden, wird ab kommender Woche mit der Einrichtung wieder Bewegung in die Baustelle kommen.
Jetzt für 2025 entscheiden
Schon jetzt müsse sich die Baufirma entscheiden, wie in einigen Monaten der Aufbau bewerkstelligt werden kann, bei dem bis zu 50 Tonnen schwere Lasten transportiert werden müssen – und das alles, ohne dass am Grund oder den Rändern der Grube – von den angrenzenden Wohnhäusern ganz zu schweigen – Schaden entsteht, und alles so konzipiert, dass am Schluss alle Gerätschafen auch wieder aus der Grube herauskommen können.
Das vielleicht spannendste Jahr des Bauprojekts beginnt ab Montag.
