Ein Jahr Caritas-Krankenhaus St. Maria in Donaustauf: Was hat sich seit der Übernahme getan?

Nach langem Bangen ging die Klinik Donaustauf im Landkreis Regensburg im August 2024 in die Hände des Caritasverbands für die Diözese Regensburg e.V. über. Die Klinik, vormals von der Deutschen Rentenversicherung Bayern Süd betrieben, wurde zum Caritas-Krankenhaus St. Maria. Matthias Swaczyna hat die Geschäftsführung der Fachklinik für Lungenerkrankungen und Psychosomatik übernommen. Im Interview erklärt der 35-Jährige, wie er den Neuanfang erlebt hat – und wie sich das Haus jetzt für die Zukunft aufstellt.
Personalsituation zu Beginn ungewiss
Herr Swaczyna, vor einem Jahr hat die Caritas die Klinik Donaustauf übernommen. Wie wurden Sie damals empfangen und wie lief die erste Zeit ab?
Matthias Swaczyna: Ich habe einen Monat vor dem offiziellen Trägerwechsel zu arbeiten begonnen und eine Übergabe von meinem Vorgänger erhalten – aber natürlich war am Anfang vieles neu. Gleichzeitig standen aber sofort akute Entscheidungen an. Auch personell war wegen der unsicheren Zukunft des Hauses zuvor wenig entschieden worden. Von den Mitarbeitenden wurde ich aber sehr offen und neugierig aufgenommen.
Welche großen Bausteine haben Sie in diesem Jahr angepackt?
Swaczyna: Wir alle mussten uns auf die neue Situation einstellen. Wir haben viele Sofortmaßnahmen umgesetzt, gerade bei der Infrastruktur. Auf der Intensivstation musste das Patienten-Monitoring-System erneuert werden. In der Radiologie war ein neues Informationssystem notwendig, weil die bisherige Lösung nicht mehr tragfähig war. Der Nachholbedarf hat uns viel beschäftigt.
Sie haben es bereits angesprochen: Auch die Personalsituation war ein Thema. Wurden, wie im Vorfeld angekündigt, tatsächlich alle Mitarbeiter übernommen?
Swaczyna: Ja, von den rund 300 Mitarbeitenden aus der Klinik Donaustauf sind glücklicherweise eigentlich alle geblieben. Viele haben bereits in den Tarifvertrag der Caritas gewechselt – ein großer Vertrauensbeweis, der uns da entgegengebracht wurde. Obwohl wir auf die Bestandsmitarbeiter bauen, wollen wir natürlich auch zusätzliches Personal gewinnen. Allerdings herrscht in der Region, wie überall in Deutschland, ein großer Mangel an Pflegefachkräften. Im ärztlichen Bereich kommt uns zugute, dass unsere beiden Klinikdirektoren, Prof. Dr. Maximilian Malfertheiner und Prof. Dr. Thomas Loew, deutschlandweit gut vernetzt sind.
In Bezug auf potenzielle Bewerber, aber auch auf das bestehende Klinikpersonal: Wie baut man nach einem Trägerwechsel Vertrauen auf?
Swaczyna: Mit Kommunikation. Ich habe viele Einzelgespräche geführt und mir die Zeit genommen, in die einzelnen Bereiche, Stationen und Funktionsbereiche auch mal ein paar Stunden mitzugehen. So konnte ich sehen, wie das Haus eigentlich tickt und die Stationsleitungen und Mitarbeitenden besser kennenlernen. Gemeinsam mit der Unternehmenskommunikation haben wir außerdem ein wöchentliches Klinik-Update eingeführt. So wissen alle, wo wir stehen und woran gerade gearbeitet wird. Einer der großen Vorteile dieses Hauses ist seine Überschaubarkeit, es ist klein und familiär. Die Mitarbeiter sind auf die Straße gegangen, um für den Erhalt der Klinik einzutreten. Diese Haltung spürt man hier.

Muss sich ein Krankenhaus nach so einem Schritt auch in der Außenwahrnehmung neu präsentieren?
Swaczyna: Ja, absolut. Mit dem Namenswechsel von Klinik Donaustauf zu Caritas-Krankenhaus St. Maria war uns klar, dass dies eine große Veränderung in der Wahrnehmung bedeutet. Wir haben eine große Kampagne gestartet, eine neue Homepage aufgebaut und zum Tag der offenen Tür eingeladen. Auch abseits eines solchen Termins kann das Haus übrigens gern besichtigt werden. Die Klinik soll nicht als isoliertes Haus auf dem Berg wahrgenommen werden, sondern als Teil der Region.
Post-Covid spielt weiterhin eine Rolle
Während der Corona-Pandemie und in der Zeit danach galt das Krankenhaus als Hoffnungsträger für Post-Covid-Patienten. Nehmen diese immer noch eine große Zahl ein?
Swaczyna: Grundsätzlich betreuen wir Patienten mit langen Krankheitsgeschichten. Viele sind chronisch krank. Post-Covid spielt dabei weiterhin eine Rolle. Unser Schwerpunkt liegt aber klar auf dem Lungenzentrum. Das ist das Herzstück des Hauses. Dort haben wir die Strukturen gestärkt, etwa durch den Ausbau der ambulanten Versorgung und einer eigenen Studienambulanz, die Forschung und Praxis verbindet. Daneben haben wir in der Psychosomatik eine Institutsambulanz aufgebaut, die Menschen nach ihrem stationären Aufenthalt weiter betreut. Auch unser Schlaflabor, das größte in Ostbayern, konnten wir erweitern.
Wie gut ist das Krankenhaus St. Maria mit anderen Häusern in der Region vernetzt?
Swaczyna: Der Austausch ist sehr eng. Natürlich besonders mit St. Josef, aber auch mit dem Universitätsklinikum. Im Lungenzentrum arbeiten wir ebenfalls eng mit anderen Häusern zusammen. Auf unserer Intensivstation betreuen wir zudem Patienten, die von Beatmungsgeräten entwöhnt werden müssen. Das ist ein spezialisiertes Angebot, das es in anderen Einrichtungen kaum gibt. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Infektiologie, etwa bei der Behandlung von Patienten mit Tuberkulose.
Ist die Finanzierung des Hauses denn nun langfristig gesichert?
Swaczyna: Wir sind ein freigemeinnütziges Haus und müssen uns wirtschaftlich selbst tragen. Ziel ist es, die finanzielle Kehrtwende zu schaffen. Das wird Zeit brauchen, denn wir kommen aus einer schwierigen Phase. Die Patientenzahlen steigen allerdings bereits, und das wird sich langfristig in den Ergebnissen zeigen. Wir schauen zuversichtlich in die Zukunft.