„Für uns ist das heute ein Anfang“: Klinik Donaustauf startet in ihre neue Zukunft

Von Jürgen Scharf · 26. Juli 2024 um 17:08

Nach monatelangen Vorbereitungen ist das erste Zwischenziel erreicht. Der Schlüssel für die Klinik Donaustauf (Landkreis Regensburg) konnte von der DRV Bayern Süd an die Caritas übergeben werden.

Sylvia Pemmerl erinnerte am Freitag noch einmal daran, dass die Telefone aller Beteiligten in den vergangenen Monaten quasi einem Belastungstest unterzogen worden waren. Schier unzählige Gespräche seien geführt worden, um dann diesen Freitag endlich am ersten Ziel ankommen zu können: der Übergabe des Schlüssels für die Klinik Donaustauf von der DRV Bayern Süd an die Caritas.

Es war ein großes Hallo. Ein langes Podium war im Konferenzraum der Klinik aufgebaut worden, um alleine die offiziellen Redner alle unterzubringen. Unter die Zuhörer mischten sich aber noch etliche weitere Ehrengäste.

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„Es ist einfach toll“

Etwa der CSU-Landtagsabgeordnete Patrick Grossmann. „Ich habe mich beim Herfahren erinnert, wie wir vor Monaten hier hochmarschiert sind, um für den Erhalt der Klinik ein Zeichen zu setzen“, erzählte er. „Es ist einfach toll, dass sich dieser Einsatz gelohnt hat“, sagte der CSU-Bundestagsabgeordnete Peter Aumer. Und die SPD-Landtagsabgeordnete Carolin Wagner fand, dass „es wirklich ein tolles Gefühl ist, dass wir hier eine tragfähige Lösung gefunden haben“. Zu Beginn des Jahres schien es um die Zukunft der Klinik schließlich noch zappenduster bestellt. Die DRV hatte damals bekannt gegeben, dass sie die Klinik verkaufen wolle. Sollte dies nicht gelingen, müsse darüber beraten werden, „ob ein wirtschaftlicher Weiterbetrieb der Klinik möglich erscheint“. Im Klartext: Der Einrichtung drohte das Aus.

Die Klinik genießt zwar einen sehr guten Ruf, war für die DRV Bayern aber seit Jahren ein Zuschussgeschäft. Mehrere Interessenten hatten sich in einem Bieterverfahren beworben, am Ende war nur noch die Caritas im Rennen. Wegen der genauen finanziellen Konditionen stand der Besitzerwechsel aber lange auf der Kippe. Um die Klinik in die Zukunft zu führen, müsse schließlich nach der Übernahme noch stark investiert werden, argumentierte die Caritas. Als sich beide Seiten aufeinander zubewegt hatten, gelang der Durchbruch.

Am 1. August ist es dann ganz offiziell

Richtig offiziell ist es genau genommen aber erst am 1. August. Dann wird aus der Klinik Donaustauf die St. Maria gGmbh. Sylvia Pemmerl, die Leiterin der Stabsstelle Krankenhäuser der Caritas, sagte am Freitag, dass nun die Arbeit beginne, um die Einrichtung für die kommenden Jahre fit zu machen: „Wir wollen die Leistungen ausbauen, um auch wirtschaftlich stabil zu bleiben.“ Deswegen werde es in der Klinik auch ein Gefühl des Wandels, des neuen Anfangs geben: „Hier wollen wir die Mitarbeiter aber auf jeden Fall mitnehmen.“ Die Caritas werde investieren, und es werde noch mehr Personal als bisher benötigt, um alle Vorstellungen in die Tat umzusetzen. Nicht zu vergessen sei, dass es auch darum gehe, Synergieeffekte mit anderen Caritas-Krankenhäusern, etwa St. Josef in Regensburg, zu erzeugen.

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Großes Lob für Mitarbeiter

Direkt zu der Belegschaft sprach Caritas-Direktor Michael Weißmann: „Wir wissen um den Wert der Mitarbeitenden. Sie sind das Herz der Klinik.“ In den letzten Monaten hätten diese „mit viel Herzblut, Engagement und Zusammenhalt für ihr Krankenhaushaus gekämpft. Das war sehr beeindruckend“. Deshalb sei es für ihn selbstverständlich, dass alle in St. Maria gehalten werden sollen: „Wir brauchen ihre Erfahrung. Jeder Einzelne ist wichtig, um die Klinik in eine gute Zukunft zu führen.“

Einen großen Schlüssel hatte Brigitte Iding, für die Kliniken zuständiges Mitglied der Geschäftsführung der DRV Bayern Süd, dabei. Diesen konnte sie nun nach eigenen Angaben voller Überzeugung überreichen: „Es war immer unser Ziel, die Klinik in gute Hände zu übergeben.“ Die vergangenen Monate sei allerdings ein bürokratischer Krafttakt vonnöten gewesen. Rund 200 Verträge mussten gepüft werden, erzählte sie, alleine das offizielle Übergabedokument habe mehr als 250 Seiten. Den neuen Verantwortlichen legte sie eins ans Herz: „Bitte passen sie gut auf unsere Klinik und deren tolle Mannschaft auf.“

Nicht bange um die Zukunft der Einrichtung ist dem Medizinischen Direktor Maximilian Malfertheiner. Die Klinik habe schließlich in der Vergangenheit bewiesen, dass sie sich an aktuelle Anforderungen anpassen könne. Oder wie es der neue Geschäftsführer, Matthias Swaczyna, sagte: „Für uns ist das heute ein Anfang.“