Regensburger beim Sex gefilmt: Serien-Spanner kommt frei – Verbindung zu spektakulärem Fall

Nachts ging er auf die Jagd nach intimen Bildern: Reihenweise filmte ein Eritreer (40) junge Paare beim Sex durch die Jalousie. Der Spanner sorgte im Regensburger Süden für Aufregung – zudem gibt es Verbindungen zu einem Kriminalfall, der für Schlagzeilen in der ganzen Republik sorgte.
Rund ein Jahr streifte der Mann durch die Nacht und fotografierte Frauen oder Paare in intimen Momenten durch die Jalousie. Das wirft die Staatsanwaltschaft dem 40-Jährigen vor. Rund 30 derartige Vorfälle hat die Ermittlungsbehörde zur Anklage gebracht. Darüber hinaus existieren laut Anklage Videos, auf denen der Mann schlafende Frauen belästigt. Am Mittwoch wurde der Fall vor dem Amtsgericht Regensburg verhandelt.
Rund 30 Vorfälle in Regensburg: Spanner gesteht die Taten
Der Anwalt des 40-Jährigen, der Regensburger Jurist Alexander Greithaner, räumte die Taten im Namen seines Mandanten vollumfänglich ein. Eine Mischung aus Langeweile und Einsamkeit habe ihn getrieben. Ihm täten die Vorfälle außerordentlich leid. Er habe etwas Falsches getan und wolle dafür geradestehen.
Der Fall kam ins Rollen, als eine junge Frau den Mann auf ihrer Terrasse im Stadtsüden bemerkte. So schilderte es eine Kriminalpolizistin im Zeugenstand am Mittwoch. Die junge Frau installierte eine Wildkamera, ließ das Licht an und die Jalousie ein Stück offen – damit wollte sie den Mann wohl in eine Art Falle locken. Der Eritreer tauchte tatsächlich erneut auf und wurde gefilmt. Die Bewohnerin ging mit dem Video zur Polizei. Die Beamten gingen vermehrt auf Streife – ein Zivilpolizist schnappte den Mann schließlich im Winter auf frischer Tat.
Spanner trieb wohl auch auf der Regensburger Dult sein Unwesen
Bereitwillig rückte der 40-Jährige sein Handy heraus. Die Polizei fand jede Menge Videos. „Es war eine Vielzahl von nackten Körpern“, sagte die Kriminalpolizistin im Zeugenstand. Die Polizei stand vor einem großen Rätsel, bei dem am Ende auch Kommissar Zufall Ermittlungshilfe leistete. Beamte erkannten bei einem Gang durch die Wohnanlage, in der der Angklagte festgenommen wurde, eine der Gefilmten. Die Frau wiederum berichtete von einer Nachbarin, der ebenfalls ein Spanner aufgefallen war.
Von da an gelang es der Polizei, Opfer um Opfer zu ermitteln. Die Vorfälle hätten in der Gegend im Regensburger Süden für Aufmerksamkeit gesorgt. Und: Es existieren weitere Spannervideos, sagte die Kriminalpolizistin. Darauf sind beispielsweise Frauen im Dirndl zu sehen, die offenkundig auf der Regensburger Dult auf die Toilette gehen. Bis heute ist nicht jede Frau bekannt, die Opfer des Spanners wurde.
Auf dem Handy des Angeklagten entdeckten die Ermittler darüber hinaus Videos, auf denen schlafende Frauen belästigt wurden. Aus den Schilderungen der Kriminalpolizistin im Zeugenstand ist zu schließen, dass der Fall des Spanners mit einem Vorfall am Regensburger Hauptbahnhof zusammenhängt, der Anfang 2024 für Schlagzeilen in der ganzen Republik sorgte.
Verbindung zu aufsehenerregendem Fall am Regensburger Hauptbahnhof
Damals behauptete eine Frau mehrfach, vergewaltigt worden zu sein. Die Folge: eine massive Debatte um die Sicherheit rund um den Bahnhof. An den beiden angeblichen Taten war nichts dran. Die Frau wurde im Juni für die Lügen verurteilt. Im Prozess kam allerdings auf, dass sie wohl tatsächlich missbraucht worden war in jener Nacht, in der sie die Vergewaltigung erfand. Der Täter: Offenkundig eben jener 40-Jährige, der am Mittwoch auf der Anklagebank Platz nahm.
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In ihren Plädoyers forderten Anwalt Greithaner und Staatsanwältin Dr. Blankenhorn jeweils eine Bewährungsstrafe – auch weil der Angeklagte reinen Tisch gemacht hatte. Und dennoch, betonte etwa Blankenhorn: „Es ist bodenlos, was sie getan haben. Es hinterlässt einen sprachlos.“ Die Staatsanwältin lobte überdies die Ermittlungsarbeit der Polizei. „Es war wie ein Puzzle.“ Auch Verteidiger Greithaner machte klar: „Es war unschön, was er getan hat.“ Der Anwalt hob allerdings das Geständnis hervor.
Bewährung für Spanner aus dem Regensburger Süden
Dieses Geständnis sorgte letztlich dafür, dass der Mann zu einer Haftstrafe von zwei Jahren auf Bewährung verurteilt wurde. Seine Taten seien „unter aller Kanone“, betonte Richter Killinger. Allerdings habe er dadurch, dass er alles eingeräumt hat, den Opfern eine Aussage vor Gericht erspart und das Verfahren erheblich beschleunigt. Zudem habe sich der Mann während der gesamten Ermittlungen kooperativ gezeigt. Die Bewährung soll vier Jahre andauern. Der Eritreer verließ den Gerichtssaal als freier Mann. Das Urteil ist rechtskräftig.
Spanner weckt Erinnerungen an alten Fall im Regensburger Westen
Jahrelang spannte ein Mann im Westen durch Jalousien. 2021 sorgte der Fall deutschlandweit für Schlagzeilen, nachdem Opfer Videos der Taten veröffentlichten. Im Januar 2023 erging Haftbefehl gegen den Mann. Letztlich wurde er wegen dreier Fälle zu einer Geldstrafe verurteilt. Einzig in diesen Fällen lagen genügend Beweise gegen den Regensburger vor.