FW-Landratskandidat Christian Nerb bläst zum Angriff auf CSU-Amtsinhaber Neumeyer: „Wir können das besser“

Von Martina Hutzler · 23. Juli 2025 um 12:35

Bei der Versammlung der Freien Wähler Saal hat sich Christian Nerb offiziell als FW-Landratskandidat präsentiert und den Amtsinhaber Martin Neumeyer (CSU) scharf attackiert: Dieser habe „zwar nicht alle Probleme im Landkreis Kelheim verschuldet“, aber ihre Lösung „falsch angepackt“, so Nerb: „Wir können das besser.“

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In der Versammlung vom FW-Ortsverband Saal am Montag, zu der auch Abgesandte der Kreisführung und weiterer Ortsverbände kamen, stichelte Dennis Diermeier, Vorsitzender der FW-Kreisvereinigung, in Richtung der CSU: „Es macht Andere nervös“, dass die Freien Wähler sich bereits auf den bisherigen Saaler Bürgermeister Christian Nerb als Landratskandidaten festgelegt hätten, mutmaßte Diermeier.

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Nerb (64) selbst listete etliche Themen auf, die aus seiner Sicht „von unserem Landrat Neumeyer falsch angegangen werden“. Insbesondere sage die FW-Kreistagsfraktion „Nein“ zu einem „Ausverkauf unseres Landkreises und seiner Krankenhäuser“ bei zugleich hoher Verschuldung.

Statement zu Lehrschwimmhalle Mainburg

Der Stadt Mainburg versprach Nerb für den Fall, „dass wir die Entscheidungsgewalt bekommen“, einen Neubau der (wegen Einsturzgefahr geschlossenen) Lehrschwimmhalle anzupacken, mit 50-prozentiger Kostenübernahme durch den Landkreis.

Die Ilmtalklinik Mainburg könne nicht mehr wie bisher ein „Grundversorger“ bleiben, räumte der FW-Fraktionschef ein; aber es müsse als künftige „Sektorenübergreifende Versorgungseinrichtung“ weiterhin eine stationäre Notfallversorgung bieten, samt Innerer Medizin und Chirurgie.

Dass es am Kelheimer Krankenhaus im Frühjahr mit der Oberender-Geschäftsführung „schiefgegangen“ sei, „kommt davon, wenn man nicht mit den Mitarbeitern vor Ort spricht: ein klares Versäumnis“ des Landrats, so Nerb. Er selbst plane vier Bürgerversammlungen pro Jahr auf Kreisebene.

„So geht man nicht mit den Leuten um“

Mit Blick auf die (bekanntlich geplatzte) Fusion der Kreissparkasse Kelheim mit Ingolstadt-Eichstätt kritisierten er und Diermeier einmal mehr, dass zwei Vize-Vorstandsmitglieder der Sparkasse abberufen worden seien, nur weil sie die Fusion abgelehnt hätten: „So geht man nicht mit den Leuten um“.

Beim Thema Schulen forderte der bisherige Saaler Bürgermeister unter anderem zu prüfen, ob das Sonderpädagogische Förderzentrum auf (billigeren) landwirtschaftlichen Flächen in Thaldorf neu gebaut werden könne statt auf den vorgesehenen (teureren) Flächen beim Keldorado. Bei der Kaisertherme wertete Nerb den angegebenen Sanierungsbedarf von 50 Millionen Euro als Vorwand, weil „man die Therme loswerden will“. Er würde als Landrat aber auch versuchen, den Zuschuss von 1,75 Millionen Euro für den Markt Bad Abbach zu revidieren.

Nachfrage zu Amazon-Logistikpark in Rohr

Auf Nachfrage von Roland Weiß, Vorsitzender der Bürgerinitiative gegen den geplanten Logistikpark Rohr-Stocka, sagte der FW-Landratsanwärter, er sehe das Amazon-Projekt kritisch: Falls es auf Kreisebene „eine rechtlich saubere Lösung gibt, sich dagegen zu wehren, würde ich mich dem nicht verschließen“.