Kreistag lobt neues Konzept und die „Aufbruchstimmung“ am Krankenhaus Kelheim

Von Martina Hutzler · 18. Juli 2025 um 18:00

Notwendig und wegweisend: So charakterisierten Rednerinnen und Redner im Kreistag die Beschlüsse zum Kelheimer Krankenhaus. Fraglich freilich, ob die Einmütigkeit auf die Mainburger Ilmtalklinik übertragbar ist.

Landrat Martin Neumeyer nannte das Mühen der Kreispolitik, beide kreis-eigenen Kliniken zu erhalten, „eine Bewährungsprobe für die Demokratie“ und blickte schon voraus auf die Kreistags-Sitzung zu Mainburg am 28. Juli. Beifall gab es bei seinem Dank an die Angestellten, die Hebammen und die neue Geschäftsführerin vom Caritas-Krankenhaus St. Lukas (CSL), Claudia Eder.

Eder sei „die richtige Person an der Spitze“, pflichtete Kreis- und Aufsichtsrat Dennis Diermeier (Freie Wähler) bei. SPD-Sprecher und Aufsichtsrat Willi Dürr erinnerte daran, er habe „als einer der wenigen laut und deutlich gewarnt“ vor Eders Vorgängerin Sabine Hehn (Oberender-AG).

SLU-Sprecher Dr. Andreas Fischer sieht St. Lukas mit dem PwC-Strategiepapier „auf dem richtigen Weg“ zur finanzierbaren und wohnortnahen Grundversorgung. Letztere wäre ohne das CSL insbesondere im Raum Riedenburg gefährdet, erinnerte Grünen-Sprecherin Maria Krieger. Gut sei, künftig mehr zu kooperieren statt „immer mehr schwere und elektive Fälle zu generieren“. Ihre Fraktionskollegin Christiane Lettow-Berger freute sich über die „Aufbruchstimmung“ am CSL seit dem Oberender-Abgang.

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Kreis- und Aufsichtsrat Ferdinand Hackelsperger (ÖDP) hält die fürs CSL gewählten LG für „hochkarätig erfüllbar“. Er warnte aber, der Gemeinsame Bundesausschuss müsse das neue LG-System angemessen vergüten – „sonst sind wir machtlos gegen neue Defizite“.

Einstimmig votierte der Kreistag für den künftigen Kurs des Kelheimer Krankenhauses und die Generalsanierung des Zentral-OP. - Foto: Hutzler

„Ich freu‘ mich“ über die parteiübergreifende Einigkeit, gestand der Kelheimer Kreisrat und Bürgermeister Christian Schweiger (CSU). Das CSL werde ein echter Grundversorger und entlaste so die großen Kliniken. Das fordere aber „auch schmerzhafte Umstellungen“, bei der man Geschäftsführerin Eder unterstützen werde.

Sein Fraktionskollege Dr. Benedikt Grünewald dankte dem Landrat für den „langen Atem“ bei den nötigen Reformen, und der Caritas, „dass Sie an unserer Seite geblieben sind“, trotz zeitweiliger Negativ-Schlagzeilen. Das mehrfach geäußerte Lob für die beiden PwC-Berater ließ Grünewald hoffen, dass deren Expertise auch bei der Mainburger Ilmtalklinik zähle. Das sei nun doch nicht vergleichbar, konterte umgehend sein Mainburger Kollege Helmut Fichtner (FW).