Bad Abbach will bald Vergabeverfahren für Kaiser-Therme „scharf schalten“

Von Bettina Gröber · 17. Juli 2025 um 19:00

Aus triftigem Grund diskutierten die Markträte laut Bürgermeister Grünewald nicht öffentlich über die nächste Schritte.

Fast drei Stunden lang tagte der Bad Abbacher Marktgemeinderat am Dienstag hinter verschlossenen Türen, um sich intensiv mit dem aktuellen Stand und dem weiteren Vorgehen in Sachen Kaiser-Therme zu befassen. Wie mehrfach berichtet, muss ein privater Investor gefunden werden, der an die Stelle des Zweckverbands Kurmittelhaus tritt. Letzterer wird Ende 2026 aufgelöst.

Von Wertgutachten über Vertragsentwürfe bis Verkaufsexposé erstreckte sich die Themenpalette, mit der sich das Gremium laut Bürgermeister Benedikt Grünewald „sehr konstruktiv“ auseinandersetzte.

Konkrete Inhalte und vor allem Zahlen, so Grünewald gegenüber der Mittelbayerischen Zeitung, seien nach wie vor nichts, womit man an die Öffentlichkeit gehen wolle beziehungsweise könne: „Wir bereiten gerade das Vergabevergaben vor. Wenn wir jetzt irgendwelche Kriterien veröffentlichen, würden wir den Prozess verzerren. Andernfalls könnte ja Bieter A sagen, Bieter B habe schon viel früher davon gewusst – weil zum Beispiel Bieter B die Zeitung gelesen hat, Bieter A aber nicht“, veranschaulicht der Bürgermeister.

Auch mit Blick auf das Wertgutachten, dessen Nichtveröffentlichung in der Vergangenheit auf Kritik gestoßen war (wir berichteten), „wäre es grob fahrlässig, wenn wir zum jetzigen Zeitpunkt etwas preisgeben würden“, da andernfalls die eigene Verhandlungsposition geschwächt würde. Schließlich wolle man beim Verkauf „einen vernünftigen Preis erzielen“.

Mit jeweils einer Gegenstimme billigten die Markträte die Vertragsentwürfe, auf deren Basis künftig mit Interessenten auch über den Verkauf gemeindeeigener Grundstücke verhandelt werden kann, sowie die Konditionen der Auflösung des Zweckverbands.

Insgesamt gehe es der Marktgemeinde und dem Marktgemeinderat darum, „ein Statement zu setzen“, so Grünewald. Es gehe vor allem auch um den Erhalt der dortigen Arbeitsplätze. Um einen zusätzlichen Anreiz für potenzielle Investoren zu schaffen, will die Marktgemeinde ein eigenes Förderprogramm auflegen, kündigt der Bürgermeister an. Finanziert werden soll es mit einem Teil der sieben Millionen Euro, die die Gemeinde infolge der Auflösung des Zweckverbands erwartet.

Und so geht es weiter: Nach Sitzungen des Kreis- und Bezirkstags (der Landkreis Kelheim und der Bezirk Niederbayern bilden mit der Marktgemeinde den Zweckverband Kurmittelhaus Bad Abbach) sowie des Zweckverbands wolle man am 30. September das Vergabeverfahren „scharf schalten“, sagt Benedikt Grünewald.

Damit beginnt eine europaweite Ausschreibung. Verhandlungen mit Interessenten soll es ab 2026 geben. Für jeden Schritt habe man sich „nach allen Seiten abgesichert“, so der Abbacher Bürgermeister, der Verkauf solle „seriös“ ablaufen.

Grünewald wünscht sich weiter eine „Versachlichung der Diskussion“ und richtet sich damit einmal mehr an die Gegner der Privatisierung. Der Bürgermeister warnt davor, „aus falschen Motiven heraus öffentlich bestimmte Dinge zu sagen und damit das zu verhindern, was man doch eigentlich erreichen möchte“ – nämlich den Erhalt der Kaiser-Therme.

Zu den jüngsten Entscheidungen wollte sich die bis dato kritische Seite im Marktgemeinderat auf Anfrage der MZ nicht äußern.