Er macht Weltliteratur für alle zugänglich: Johannes Reitmeier mit Kulturpreis „Schauer 2025“ gewürdigt

Autor, Regisseur und Intendant Johannes Reitmeier aus Bad Kötzting hat am Sonntag auf Burg Neuhaus den Kulturpreis „Schauer 2025“ erhalten. Jury-Sprecher Theo Zellner betonte: Der „Schauer“, der für Kultur steht, sei ein Zeichen des Respekts vor Reitmeiers Lebensleistung.
Seit 2002 wird auf Burg Neuhaus unter der Patenschaft des Landkreises Cham die Auszeichnung vergeben. Wie Walter Reiser sagte, wolle die Laienbühne Schorndorf mit dem Preis an den früheren Burgbesitzer Vinzenz Schauer erinnern. Ziel sei es, Personen, Gruppen oder Institutionen zu ehren, die sich um die Kultur im Bayerischen Wald und in Bayern verdient gemacht haben.
Der Name der bisherigen Preisträger könne sich sehen lassen. Glaskünstler Hubert Hödl fertigt die Preisobjekte an – jedes ein Unikat. Unter den früher Geehrten waren unter anderem Toni Lauerer, Walter Thanner, Walter Kolbeck, Norbert Neugirg, Josef „Bäff“ Piendl und Paul Windschüttel.Viele Ehrengäste anwesend




Zahlreiche Ehrengäste waren anwesend – darunter Geistliche, Burgherrin Thekla Schauer mit Ehemann Ludwig Oswald, Bundes- und Landtagsabgeordnete, Bürgermeister aus dem Landkreis Cham sowie Vertreter der Sponsoren Sparkasse und Raiffeisenbank.
Schorndorfs Bürgermeister Max Schmaderer betonte die Bedeutung des Ehrenamts für die Kulturszene im Landkreis. Jury-Sprecher Zellner gab anschließend den diesjährigen Preisträger bekannt. Vorstand Säp Kiesl erinnerte zuvor an die verstorbenen Wegbegleiter Reimund Früchtl und Theo Sellner, der vor Hubert Hödl die Glasobjekte gestaltete.
Ganz besonders spannend wird es, wenn wir auch bei uns dahoam solche Preisträger haben.
Franz Löffler, Landrat
In seiner Laudatio beschrieb Zellner den Preis als Symbol für Weitblick im Sinne des Landkreis-Logos „Beste Aussichten“. Nach der Ansprache überreichte Landrat Franz Löffler die Urkunde und das Glasunikat an Johannes Reitmeier. Löffler verwies auf die hohe Messlatte früherer Preisträger und fügte an: „Ganz besonders spannend wird es, wenn wir auch bei uns dahoam solche Preisträger haben.“ Reitmeier ermögliche durch seine Arbeit einen kulturellen Brückenschlag weit über die Region hinaus.
Reitmeier sprach von einer großen Ehre und einem wichtigen Preis. Regisseure seien auf das Zusammenspiel mit anderen angewiesen – nur so könne Theater wirklich entstehen. Besonders dankte er den Gruppen aus Bad Kötzting und Rimbach, die früh mit ihm zusammengearbeitet haben.
Der Beginn des Schauer-Preises liege im Theater, erklärte Zellner. Die Jury sei überzeugt, dass Reitmeier als Regisseur, Intendant und Theatermacher Theater, Oper, Operette und Musical zu neuen Höhepunkten geführt habe – auch überregional. Besonders hob Zellner Reitmeiers Anfänge 1988 auf Burg Lichtenegg hervor, wo er Literaturklassiker in Mundart inszenierte – ein Wagnis, das sich als erfolgreich erwies.
Bereicherung für Kulturleben
Auch seine spätere Arbeit am Landestheater Innsbruck sowie seine Neugier und Experimentierfreude seien Ausdruck eines besonderen künstlerischen Anspruchs. Reitmeiers Ziel sei es stets gewesen, Weltliteratur für alle zugänglich zu machen. Seine Inszenierungen verglich Zellner mit der Übersetzung einer Fremdsprache – verständlich und mitreißend zugleich.
Reitmeiers Leidenschaft zeige sich besonders bei Proben, wo er alle Rollen mitspreche und Massenszenen mit besonderem Gespür arrangiere. Dazu kämen abgestimmte Kostüme, Lichteffekte, Musik und Bühnenbilder. Sein Engagement bereichere das Kulturleben der Region maßgeblich.
In der Bilanz Reitmeiers stünden bedeutende Projekte wie die Landshuter Hochzeit, die Passionsspiele in Tirschenreuth oder das Freilichtspiel Agnes Bernauer in Straubing. Als Intendant in Kaiserslautern erzielte er eine Auslastung von über 90 Prozent im Zehnjahresdurchschnitt. Von 2012 bis 2023 leitete er das Tiroler Landestheater Innsbruck.
Einen besonderen Akzent habe Reitmeier mit der Inszenierung des „Freischütz“ in Taiwan gesetzt – ein künstlerischer Brückenschlag über Kontinente hinweg. Zellner schloss mit den Worten: Johannes Reitmeier sei ein großer Künstler seiner Heimat und damit Botschafter des kreativen Schaffens im Landkreis.