Breite Mehrheit für die Sanierung des Velodroms in Regensburg

Nach mehr als 90 Minuten Debatte sprachen sich die Mitglieder des Planungs- und des Kulturausschusses bei einer gemeinsamen Sitzung am Dienstagnachmittag dafür aus, die Planungen für die Sanierung des Velodroms fortzuführen. Aller Kritik an Kosten von knapp 53 Millionen Euro und Sorgen um das Denkmal zum Trotz.
Diese Bedenken waren im Vorfeld aus dem Kreis der Altstadtfreunde laut geworden. Während der Sitzung wurde deutlich, dass sie bei den FDP-Stadträten Gehör gefunden hatten. Zu deren Beginn stellte Horst Meierhofer deswegen einen Antrag, den Tagesordnungspunkt zu vertagen – ohne Erfolg.
Nur wenige waren dagegen
Am Ende der Debatte war Meierhofer das einzige Mitglied aus dem Kulturausschuss, das der Vorlage nicht zustimmte. Im Planungsausschuss votierten Gabriele Opitz (FDP) und Irmgard Freihoffer (BSW) gegen die Vorlage. Freihoffer hatte schon während der Debatte gesagt, dass sie bei ihrer Entscheidung schwanke, weil ihr die Kosten Bauchschmerzen bereiteten.
Kulturreferent Wolfgang Dersch berichtete im Verlauf der Sitzung, wie er das Gespräch mit den Altstadtfreunden am Freitag wahrgenommen habe. Es sei schnell emotional geworden und auf dem Alternativkonzept beharrt worden. Die Stadt habe den Kompromiss angeboten, die Altstadtfreunde in Zukunft einzubeziehen. Aber von der anderen Seite habe es wenig Offenheit für die Planungen der Stadt gegeben, sagte der Kulturreferent.

Kaufmännischer Direktor des Theaters, Dr. Matthias Schloderer, erklärte, dass die Bühne im Velodrom nun 220 Quadratmeter groß sei und auf 240 Quadratmeter wachsen soll. Die von den Altstadtfreunden vorgeschlagene Arenabühne würde es lediglich auf 117 Quadratmeter bringen. Das schränke die szenischen Möglichkeiten ein.
Der Liveblog zum Nachlesen: Regensburger Stadträte diskutieren über Velodrom: Es geht um 53 Millionen Euro
Intendant Sebastian Ritschel schwang sich vor den Stadträten zu einem Plädoyer für die Sanierung nach den Plänen auf, wie sie nun auf dem Tisch liegen. Das Velodrom bezeichnete er als Herzstück des Theaters. Es sei eine hochemotionale Situation und ein Ort mitten in der Stadt. Das Haus benötige die geplante technische Ausstattung aber, um eine Multifunktionalität herzustellen. Diese soll laut Ritschel nicht nur die Bedürfnisse des Theaters, sondern auch die der Stadt befriedigen.
Intendant ergriff das Wort
Der Zuschauerraum werde einmal innerhalb von Minuten umgebaut werden können, versprach er. Den Orchestergraben brauche es, um Musiktheater anbieten zu können – das sei im Antoniushaus, das derzeit Ausweichspielstätte ist, nicht möglich und das habe Einfluss auf den Spielplan.
Während der Debatte kündigten viele Stadträte ihre Zustimmung zu der Vorlage an. „Kultur wird immer wichtiger. Wichtiger denn je“, sagte Thomas Mayr (Brücke). Ob Wirtschaftlichkeit oder Abstimmung mit der Denkmalpflege – seine Fraktion habe nichts zu kritisieren. „Ich halte es für wichtig, dass wir tatsächlich mal ins Machen kommen“, forderte Stefan Christoph (Grüne). „Natürlich braucht das unser Theater. Deswegen gehen wir da auf jeden Fall mit“, kündigte Michael Lehner (CSU) an. Er sprach sich dafür aus, dass etwa auch Vereine oder Schülergruppen das Velodrom nutzen. Die SPD werde dem Vorschlag mit Freude zustimmen, sagte Dr. Klaus Rappert. Das Velodrom, insbesondere die Dachkonstruktion, bleibe sehr schön erlebbar. Klar, es sei viel Geld, aber das sei gut investiert. Auch Dr. Christoph Schießl (FW) sagte, dass seine Fraktion der Vorlage zustimmt.
Kultur wird immer wichtiger. Wichtiger denn je.
Thomas Mayr (Brücke)
Benedikt Suttner (ÖDP) schlug vor, mehr Nutzungsarten zu ermöglichen – bis hin zu Kongressen. Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer (SPD) entgegnete, dass das Velodrom immer für andere Veranstaltungen genutzt worden sei. „Das wird auch immer so sein“, versprach sie. Jakob Friedl (Ribisl) erklärte, die 16 Millionen Euro für die Bühnentechnik lieber in Schauspieler investieren zu wollen.
Am Donnerstag soll der Regensburger Stadtrat die Entscheidung treffen, ob an dem Millionenprojekt weitergearbeitet werden soll.