52,8 Millionen Euro für die Sanierung des Velodroms in Regensburg

Von Juliana Ried, Heike Haala · 18. Juni 2025 um 16:10

Jetzt liegen die mit Spannung erwarteten Pläne für die Sanierung des Kulturtempels im Westen der Regensburger Altstadt auf dem Tisch. Erklärtes Ziel ist es, den Betrieb zur Spielzeit 2030/31 wieder aufzunehmen.

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Die geplanten Gesamtkosten belaufen sich laut der Vorlage für den Stadtrat aktuell auf rund 52,8 Millionen Euro. Davon sollen 23,1 Millionen Euro auf die Sanierung des Velodroms entfallen, 13,7 Millionen Euro auf den Ersatzneubau und die Sanierung der Kreuzgasse 8 bis 12 und 16 Millionen Euro auf moderne Bühnen- und Saaltechnik. Das Projekt soll demnach mit voraussichtlich rund 30 Millionen Euro gefördert werden – dies entspreche etwa 75 Prozent der förderfähigen und 57 Prozent der tatsächlichen Kosten. Die Förderung erfolge über Mittel des Freistaats Bayern im Rahmen der Kultur- und Städtebauförderung.

Die Beschlüsse über die technische Ausführung plant die Stadt laut der Vorlage im Jahr 2026. „Mit der Bauausführung soll ab 2027 gestartet werden und eine bauliche Fertigstellung ist bei planmäßigem Projektablauf im Frühjahr 2030 möglich“, heißt es darin. Der Betrieb könnte zur Spielzeit 2030/31 wiederaufgenommen werden.

Die Gründe für die Sanierung

Das Velodrom wurde laut einer Pressemitteilung der Stadt in den Neunziger Jahren zu einer provisorischen Theaterspielstätte umgebaut. Im Anschluss beschlossen Stadt und Theater, es als zusätzliche große Bühne für Musical-, Ballett- und Theateraufführungen weiterführend zu nutzen. Nach 22 Jahren Spielbetrieb weist das Velodrom laut dem Schreiben der Stadt einen erheblichen Instandhaltungsstau auf. Die Generalsanierung sei unausweichlich. Es sollen unter anderem ein sogenannter Eiserner Vorhang als Brandschutzmaßnahme eingebaut und die gesamte Bühnentechnik erneuert werden. Der Zuschauerraum soll mit einer Teleskoptribüne ausgestattet werden, die eine variable Nutzung des Raumes ermöglicht. Das markante Dach, das einst auf dem Reißbrett des Regensburger Architekten Albert Payer entstanden war, ist auf den Plänen nicht mehr zu sehen – dafür aber ein begehbarer Balkon.

„Die Sanierung des Velodroms ist eine Investition in die Zukunft unseres Theaters, das in der kommenden Spielzeit Staatstheater wird. Gleichzeitig investieren wir damit in unser baukulturelles Erbe“, erklärt Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer. Ein Denkmal wie das Velodrom bleibe nur lebendig, wenn es genutzt werde. „Und genau das können wir jetzt dauerhaft sicherstellen.“ „Obwohl wir mit dem Antoniushaus eine gute Interimsspielstätte haben, so fehlt das Velo doch spürbar als wandelbarste und für alle Sparten nutzbare Spielstätte des Theaters Regensburg. Dieser Ort im Herzen der Stadt, der auch anderen Akteuren der Stadtgesellschaft offenstehen soll, ist ein wichtiger kultureller und gesellschaftlicher Anker“, betont Intendant Sebastian Ritschel. Der kaufmännische Vorstand Dr. Matthias Schloderer ergänzt: „Mit seiner großen Platzkapazität ist das Velodrom ein Schlüssel, um unseren Kulturauftrag für Ostbayern zu erfüllen. Nur so können wir möglichst viele Menschen mit der Kraft des Theaters erreichen und begeistern.“

Nachdem ein erster Entwurf für das Velodrom Thema im Gestaltungsbeirat war, hatten sich Kritiker zu Wort gemeldet, die um das Denkmal fürchten und die hohen Kosten monieren. Das waren Payer und die Altstadtfreunde. Sie sagen übereinstimmend, am Freitag bei der Stadt zu einem Gespräch über die Pläne für das Velodrom eingeladen worden zu sein.