Regensburg feilt am Plan für die Sanierung des Velodroms – Die Altstadtfreunde haben schon einen

Ob aus Sorge um das Baudenkmal oder wegen der Höhe der Kosten: Seit einiger Zeit melden sich auch kritische Stimmen zu Wort, wenn es um die Sanierung des Regensburger Velodroms geht. Und so wird es bald auch zwei Entwürfe zu der Spielstätte zu sehen geben.
Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer (SPD) rechnet im ersten Quartal 2025 mit einer Beschlussvorlage für den Stadtrat. Das sagte sie während der vergangenen Sitzung des Kulturausschusses. „Nachdem nun alle vorbereitenden Untersuchungen abgeschlossen sind, können die Planungen mit den gewonnenen Erkenntnissen fortgeführt und abgeschlossen werden“, erklärt dazu Katrin Butz von der städtischen Pressestelle. Durch diese Voruntersuchungen bestehe nun soweit Planungssicherheit, dass bis Frühjahr eine Vorentwurfsplanung und eine vertiefte Kostenschätzung vorgelegt werden können. „Anschließend können alle weiterführenden Beschlüsse zur Realisierung des Projektes durch die städtischen Gremien getroffen werden“, sagt sie.
Gegenwind für das Projekt
Inzwischen haben aber auch die Altstadtfreunde einen Entwurf für die Sanierung des Velodroms erstellt – einen Alternativentwurf. Der soll nun unter den Vereinsmitgliedern diskutiert und dann Intendant Sebastian Ritschel vorgestellt werden, kündigt Vorsitzender Prof. Peter Morsbach an. Er fordert: „Das Velodrom ist ein Baudenkmal und so muss es auch behandelt werden.“
Damit ist er nicht der Einzige: Seit vor einem Jahr die ersten Simulationen zum möglichen zukünftigen Erscheinungsbild des Velodroms im Gestaltungsbeirat gezeigt wurden, bläst den Projektverantwortlichen Gegenwind für ihre Pläne ins Gesicht. Kurz nach der Sitzung warnte der Regensburger Architekt Albert Payer, der die Pläne für die Sanierung des Velodroms in den 1990er-Jahren zeichnete, dass das, was die Stadt nun vorhat, das Denkmal überfrachten könnte: Die für den Eisernen Vorhang – das ist ein Brandschutzelement – vorgesehenen Aufbauten auf dem Dach könnten den Baukörper sprengen, die Einbauten an der Decke die markante Dachkonstruktion zum Accessoire degradieren. Dabei bleibt er auch jetzt.
Altstadtfreunde plädieren für Sanierung
Die Altstadtfreunde plädieren nun ohne Frage für die Sanierung, die weitere kulturelle Nutzung und auch die geplanten 600 Zuschauerplätze. Zwei Dinge werde es auf diesem Alternativentwurf aber nicht zu sehen geben: eine Guckkastenbühne und einen Eisernen Vorhang. „Eine Guckkastenbühne brauchen wir nicht. Das ist eine barocke Sache, die nicht ins Velodrom passt“, erklärt Morsbach. Mit der Bühne könne auch der Eiserne Vorhang entfallen, wodurch wiederum auf Eingriffe in die Substanz verzichtet werden könnte, schlägt Morsbach vor.
Auch die Kosten für das Projekt beschäftigen einige Regensburger weiterhin – das war etwa während der vergangenen Sitzung des Kulturausschusses zu hören. 1,5 Millionen Euro aus dem Gesamtpaket von knapp sechs Millionen Euro für den Kulturbereich will die Stadt laut dem Entwurf für das Investitionsprogramm im kommenden Jahr in die Planung der Sanierung stecken. Demnach hat die Stadt bis 2023 bereits 2,5 Millionen Euro für dieses Projekt ausgegeben und in diesem Jahr noch einmal 318 000 Euro. Insgesamt sind in dem Entwurf zwar Gesamtkosten von 43,46 Millionen Euro angegeben. Allerdings ist in diesem Zusammenhang auch stets von Kostensteigerungen die Rede. Die Befürchtung: Das Projekt könnte teuer werden, selbst wenn die Oberbürgermeisterin ankündigte, dass der Freistaat 75 Prozent der Kosten übernehmen wird. Und so sehen einige Stadträte hier noch Gesprächsbedarf. Dahingehend äußerten sich Florian Rottke (Brücke), Benedikt Suttner (ÖDP) und Jakob Friedl (Ribisl-Partie).
Das passiert im Velodrom
Dagegen sagt Stina Walterbach, die beim Theater für Marketing und Kommunikation zuständig ist: „Das Theater Regensburg begrüßt ausdrücklich, dass in den vergangenen Monaten große Fortschritte bei der Planung und Gründung der Portalwand gemacht werden konnten.“ So sei man der Sanierung des Velodroms wieder einen wichtigen Schritt nähergekommen.
Zuletzt wurden auf der Baustelle laut Butz von der städtischen Pressestelle die Szenenfläche und die Portalwand mit allen technischen Einrichtungen abgebrochen, ebenso die Unterbühne, der Orchestergraben und Teile des Zuschauersaals. Dann erfolgten archäologische Grabungen, Baugrunduntersuchungen sowie denkmalpflegerische Klärungen zur Gründung der Portalwand.
Termine im Velodrom
Spezial: An diesem Freitag beginnt um 21 Uhr im Foyer das Velo Spezial mit dem Titel „abgewogen“, eine Collage aus Text, Musik und Bewegung zum Thema Körper.
Führungen: Einblicke in die Arbeiten bekommen die Regensburger ab jetzt auch während Baustellenführungen. Die sind am 11. und am 25. November jeweils um 18 Uhr.
Auftritt: Am 27. November beginnt um 21 Uhr eine Open Mic Night im Foyer.
