In der Oberen Regenstraße in Regensburg sorgen Wildparker und Rüpelradler für Ärger

Eigentlich wohnt Swen Lottermoser in einer verkehrsberuhigten Zone. Davon bekommt der Anwohner aus der Oberen Regenstraße in Regensburg aber nichts mit. Täglich erlebt er gefährliche Situationen, weil dort viele Autofahrerfalsch parken und Radler zu schnell unterwegs sind. Eine Maßnahme der Stadt hat die Situation in seinen Augen nun sogar noch verschärft.
Dabei waren die Holzpfähle, die Mitarbeiter des Gartenamts Anfang Mai in die teilweise zerstörten Grünstreifen eingruben, eigentlich als Abhilfe gegen die Wildparker gedacht. Laut Katrin Butz von der städtischen Pressestelle sollen sie das Parken auf dem Straßenbegleitgrün verhindern.
Jetzt stehen die Autos aber nicht mehr auf diesen Rasenflächen, die sich auch jetzt noch nicht von den Wildparkern erholt haben, sondern am Straßenrand. Es werde dort immer noch und dauerhaft im selben Ausmaß falsch geparkt wie zuvor, schreibt Lottermoser in einem Brief an Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer (SPD), der der Redaktion vorliegt.
Dabei ist das nicht erlaubt: In verkehrsberuhigten Bereichen darf laut Butz außerhalb der dafür gekennzeichneten Flächen nicht geparkt werden.
Radelverbot auf dem Schotterweg
• Ufer: „Rad fahren ist hier nicht erlaubt“, sagt Thomas Hasler von der Polizeiinspektion Regensburg Nord.
• Grund: Der Schotterweg dort ist Bestandteil der Grünanlage. Deswegen gilt dort die Grünanlagensatzung, erklärt Katrin Butz von der Pressestelle der Stadt. „Dort ist auch kein separates Schild, welches das Radfahren frei geben würde. Somit ist es laut Satzung dort nicht erlaubt, mit dem Fahrrad zu fahren“, sagt sie.
Das führt laut Lottermoser zu gefährlichen Situationen. Durch die Falschparker verenge sich die Straße nun um etwa einen Meter. Der Kreuzungsbereich mit der Plankstraße – Lottermoser bezeichnet ihn als Einfahrt und Durchfahrt für Rettungsdienst, Polizei, Anwohner, Radfahrer und Besucher oder die städtische Müllabfuhr – werde dadurch extrem schmal.
„Es muss dort rückwärts rangiert werden bei Gegenverkehr und die Radfahrer nehmen darauf kaum Rücksicht und kreuzen vor und hinter den Fahrzeugen“, macht er seinem Ärger in dem Brief Luft. Und Radfahrer gebe es hier laut Lottermoser etwa 100ß am Tag, weil die Straße zudem auf einer der geplanten Hauptrouten liegt. Das verschärfe die Sache zusätzlich.
Vor Ort zur Feierabendzeit wird deutlich, was er meint: In wenigen Minuten reihen sich etliche Falschparker neben den neuen Holzpfählen auf. Durch die Rampe, über die Radfahrer von der Reinhausener Brücke in die Obere Regenstraße gelangen, haben sie ordentlich Schuss, wenn sie in dem verkehrsberuhigten Bereich ankommen. „Dabei müssten sie ab da in Schrittgeschwindigkeit fahren“, sagt Lottermoser.
Das bestätigt Butz von der Pressestelle. Der Anwohner schlägt der Oberbürgermeisterin auch einige Maßnahmen vor, mit denen die Situation verbessert werden könnte: Eine weiße Zickzack-Markierung auf der Straße sowie zusätzliche Verkehrsschilder, die erklären, dass der Bereich keine Parkfläche ist, könnten Abhilfe schaffen, ist Lottermoser sich sicher.

Möglich ist das aus Sicht der Stadt aber nicht: Butz verweist auf die Schilder für den verkehrsberuhigten Bereich am südlichen und am nördlichen Beginn der Zone. Sie seien deutlich sichtbar und machten klar, dass für alle Verkehrsteilnehmer – auch Radfahrer – Schrittgeschwindigkeit gilt oder das Parkverbot außerhalb der dafür gekennzeichneten Flächen.
Zusätzliche Schilderstandorte oder Markierungen auf dem Boden seien laut Butz rechtlich nicht zulässig. Die Zick-Zack-Markierungen wären nur auf Fahrbahnen zur Abgrenzung von Park- und Parkverbotsbereichen denkbar. „Verkehrsberuhigte Bereiche stellen jedoch Mischverkehrsflächen dar und weisen keine Fahrbahn auf“, argumentiert sie.
Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer (SPD) sagt zu dem Brief Lottermosers: „Wir nehmen die angesprochenen Beobachtungen in der Oberen Regenstraße sehr ernst.“ Sie werde die betroffenen Anwohner zeitnah zu einem Vor-Ort-Termin einladen, um sich ein eigenes Bild von den Gegebenheiten zu machen und danach womöglich zu besseren Lösungen für alle Beteiligten kommen zu können. Einstweilen werde die Stadt die Polizeiinspektion Nord bitten, ihre Kontrollen in Bezug auf die Falschparker in dem Bereich zu verstärken.

Thomas Hasler von der Polizeiinspektion Nord ist die Problematik mit den Falschparkern an der Oberen Regenstraße bekannt. „Bislang wurde die Örtlichkeit durch die Polizei regelmäßig angefahren und überprüft. Etwaige Falschparker werden konsequent geahndet“, sagt er. Auch Verstöße gegen die Schrittgeschwindigkeit werden seiner Auskunft zufolge mit einer Verwarnung geahndet.
Lottermoser aber ist skeptisch: „Mit Kontrollen wird es zwei oder drei Monate besser, aber dann geht es wieder genauso weiter“, befürchtet er. Er fordert von der Stadt, dass sie die Regeln, die sie selbst für diese Stelle aufgestellt hat, durchsetzt – auch im Sinne der Anwohner und der Menschen, die das Regenufer in ihrer Freizeit aufsuchen. Auf den Termin mit der Oberbürgermeisterin ist er schon gespannt.