Nach Bombenhagel und Häuserkampf blieb von Neumarkt nur eine Ruinenlandschaft

Von Heidi Bauer · 16. April 2025 um 14:30

Sie legten Panzersperren und terrorisierten sie die zurückgebliebenen Bewohner: Nach den schweren Bombenangriffen vom 23. Februar und 11. April 1945 verschanzte sich am 18. April 1945 eine versprengte SS-Truppe in Neumarkts Altstadt – mit fatalen Folgen. Zeitzeugen berichten von ihren schrecklichen Erlebnissen.

Auch viele Dörfer und Gehöfte blieben von Zerstörungen nicht verschont. Ein Großteil der Menschen war auf der Flucht, Hunger und Angst ums Überleben waren allgegenwärtig.

Fanatische Nazis leisten Widerstand bis zum Letzten

Wer heute durch die Gassen der Neumarkter Altstadt schlendert, entdeckt sie nur mit geschultem Auge: die Spuren, die der apokalyptische Kampf um die Stadt zum Ende des Zweiten Weltkriegs gezeichnet hat. Als die Amerikaner am 22. April in die Stadt einzogen, stand kaum noch ein Stein auf dem anderen. Wie es dazu kam, lesen Sie hier.

Feuerwalze packte ein Haus um das andere

Was die wenigen Menschen erlebten, die nicht mehr rechtzeitig aus der Stadt Neumarkt hatten fliehen können, war ein Alptraum. Die frühere Wirtin des Gasthauses „Zum Hechten“ hat in einem Tagebuch die schrecklichen Ereignisse detailliert dokumentiert. Einen Auszug daraus finden Sie hier.

Tagelang in den Wäldern versteckt

Auch die Menschen, die Neumarkt verlassen hatten, lebten in Angst und Schrecken. Die Dörfer und Höfe im Umland waren mit Flüchtlingen aus Neumarkt und von woanders her überfüllt. Wer keinen Platz mehr fand, versteckte sich kurzerhand im Wald, so wie die Familie der verstorbenen Hildegard Weber aus Neumarkt. Was sie erlebte, schildert die Zeitzeugin in den Aufzeichnungen. Einen Teil davon lesen Sie hier.

Noch heute die schrecklichen Bilder vor Augen

Wenn sie die aktuellen Bilder aus der Urkraine und dem Gazastreifen sehen, kommen ihnen die Ängste von damals wieder hoch: Die schlimmen Erlebnisse zum Ende des Zweiten Weltkriegs sind den Zeitzeugen auch nach 80 Jahren unvergessen. Was sich in Ottosau bei Neumarkt zugetragen hat, berichtet Johann Sossau. Mehr dazu erfahren Sie hier.

Angst vor Tod und Denunziation war allgegenwärtig

„Auch wir Kinder wussten damals, dass Neumarkt völlig zerbombt war“, berichtet Franziska Schneider bei einer Gesprächsrunde im Berchinger Caritas-Seniorenheim St. Franziskus. Niemand habe in die Stadt gedurft. Dennoch: „Dass die Amerikaner gekommen sind, war unser Glück“, findet Anni Hlawatsch. Warum sie und weitere Zeitzeugen so denken, lesen Sie hier.