Beim Papst in Rom und Stofftier im Backofen: Was Rodinger Geistliche mit Ostern verbinden

Von Oliver Hausladen · 18. April 2025 um 05:00

Unvergleichliche Stimmung auf dem Petersplatz in Rom bei einer Messe des Papstes, ein verstecktes Stofftier im Backofen oder das erste Mal ministrieren bei einer Liturgie in der Osternacht: Drei Rodinger Geistliche blicken zurück auf besondere Momente in der Osterzeit, die sie geprägt und bewegt haben.

Stadtpfarrer Matthias Kienberger: In der 2. Klasse habe er als Ministrant angefangen, berichtet der Geistliche, und dabei besondere Erfahrungen mit dem Osterfest gemacht. „Da war ich sehr intensiv mit dabei“, erzählt er, die spezielle Stimmung des Festes habe er dabei gespürt, auch schon bei den Vorbereitungen. Dadurch, dass oft Camboni-Missionare bei den Gottesdiensten mit dabei waren, „gab es auch einen Hauch Weltkirche“, erinnert sich Kienberger. Er habe sich damals immer auf die Gottesdienste gefreut – aber genauso auch auf die Osternest-Suche im heimischen Garten. „Das hat genauso mit dazugehört“, erzählt der Stadtpfarrer.

Intensive Tage in Rom

Äußerst intensiv hat Kienberger die Kar- und Ostertage in Rom mit Gottesdiensten mit Papst Johannes Paul II. erlebt. „Das waren schon sehr besondere Ereignisse“, so der Kenner der Ewigen Stadt, der dort schon sehr viele Führungen gegeben hat. Ebenso im Gedächtnis geblieben sind dem Geistlichen die Osterfeiertage in Jerusalem an den in der Bibel erwähnten Orten.

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Etwas Besonderes sei auch das erste Ostern in Roding als seiner neuen Wirkungsstätte im vergangenen Jahr gewesen. „Ich war etwas angespannt, aber in freudiger Erwartung, wie es in Roding abläuft“, sagt Kienberger, „es hat mich dann sehr angesprochen.“

Bewegend sei für ihn, in der Osternacht mit Kerze in die dunkle Stadtpfarrkirche zum Gottesdienst zu kommen. Dies sei eine ganz besondere Atmosphäre, „wenn sich das Licht dann durch die anderen Osterkerzen verteilt, dann ist Ostern.“

Ruth Endes, evangelische Pfarrstelle Roding: Die Religionspädagogin ist als Kind mit ihren Eltern und vier Geschwistern regelmäßig in die Osternachtsfeiern in der Rodinger Christuskirche gegangen, erzählt sie, das sei immer schon etwas Besonderes gewesen und habe ihr etwas gegeben – ebenso wie das anschließende gemeinsame Familienfrühstück am schön gedeckten Tisch. „Wenn da die selbst gebackenen Hefekränze meiner Mama mit dem bunten Ei in der Mitte für jeden standen, ist das eine sehr schöne Erinnerung“, blickt Endes, die ihren Eltern dankbar ist, dass sie ihr diese Erfahrungen ermöglicht haben, zurück.

Rückkehr nach Roding

Eine Umstellung war dann für sie die Zeit, als sie als Religionspädagogin in Augsburg arbeitete. Nur mit ihrem Sohn und teilweise alleine sei das Osterfest nicht mit dem als Kind und Jugendliche in Roding vergleichbar gewesen, sagt Endes, andererseits habe dies in ihr Verständnis dafür geweckt, was es heißt, die Festtage nicht im Kreis der Familie verbringen zu können.

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Dies sei nach ihrer Rückkehr nach Roding nun wieder anders. Zwar wird nicht mehr bei den Eltern gefeiert, doch diese bleiben zum Frühstück der evangelischen Gemeinde in der Christuskirche, erzählt sie. Ostern sei für sie auch immer ein Zeichen, dass nach der Fastenzeit „ein langer Weg zu Ende geht“, die Auferstehung Jesu werde durch die besonderen Gottesdienste und ihre Atmosphäre spürbar.

Kaplan Bastian Neumann: Neumann hat als Kind sehr gerne Osternester gesucht, erinnert er sich – manchmal auch an etwas ungewöhnlichen Orten. „Da oft schlechtes Wetter war, fand das Ganze auch schon mal auf dem Dachboden oder im Keller statt“, erzählt er. Ein Highlight dabei: „Einmal hat der Osterhase einen Stoff-Eisbär im Backofen versteckt.“

Etwas später als Ministrant wurde für ihn auch das kirchliche Osterfest wichtig. „Meine Mama hat dann angefangen, als Mesnerin zu arbeiten, da war es für mich dann ganz normal, dass ich in der Karwoche und der Osterzeit viel Zeit in der Sakristei verbracht habe“, berichtet Neumann.

Ganz intensiv hat der Kaplan die Festtage 2018 in Rom erlebt, die Atmosphäre auf dem Petersplatz mit Besuchern aus aller Welt, die gemeinsam das gleiche Fest feiern, habe ihn fasziniert. Außerdem sei er mit seiner Gruppe von Kirche zu Kirche gezogen, „es hat toll gepasst, da werde ich immer dran zurückdenken.“

Nervös vor „erstem Mal“

Etwas nervös war er, als er Kaplan zum ersten Mal selbst die Liturgie in Trasching selbst zelebrierte. Mittlerweile sei aber etwas Routine eingekehrt, und er können es entspannter angehen, so Neumann, der heuer zum dritten Mal in Trasching die Osternacht feiern wird. Nach wie vor fasziniert ihn der große Unterschied zwischen der „Leere“ am Karfreitag und dann der großen Feier der Osternacht.

Gottesdienste an Ostern in Roding

• Pfarrei Roding: Karfreitag 10.30 Uhr Karfreitagsliturgie für Kinder; 15 Uhr Die Feier vom Leiden und Sterben Christi: Wortgottesdienst, Kreuzverehrung, Kommunionfeier (in Roding und Trasching)

Karsamstag: 9 Uhr Trauermette; 21 Uhr: Feier der Osternacht (Trasching). Ostersonntag: 5 Uhr: Feier der Osternacht: 8.30 Uhr Messe (Obertrübenbach), 9 Uhr Festgottesdienst (Trasching); 10 Uhr Festgottesdienst; 16.30 Uhr Ostervesper (Heilbrünnl); 18 Uhr Messe (Wetterfeld)

• Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Roding: Karfreitag 15 Uhr Gottesdienst, Sonntag 5 Uhr Feier der Osternacht, Sonntag 10 Uhr Familiengottesdienst (jeweils in der Christuskirche)