„Habe hier meine Berufung gefunden“: Ruth Endes will die evangelische Pfarrstelle dauerhaft besetzen

In den vergangenen Jahren gab es einige Wechsel und auch Vakanzen bei der Pfarrstelle der evangelischen Gemeinde Roding, nun kehrt aber Kontinuität ein: „Ich habe hier meine Berufung gefunden“, erzählt Ruth Endes, die seit rund 100 Tagen im Amt ist. Für die gebürtige Rodingerin ist es ein „Nach-Hause-Kommen“, sie will auf Bewährtes aufbauen und auch einige neue Angebote schaffen.
Nach fast 30 Jahren, die sie nicht in Roding verbracht hat, kommen ihr viele Gesichter noch bekannt vor, „ich muss aber schon oft nach dem Namen fragen und woher wir uns kennen“, erzählt sie mit einem Schmunzeln. Sehr herzlich sei aber insgesamt der Empfang in Roding für sie gewesen, betont die Religionspädagogin.
Die letzten Wochen habe es sehr viel zu tun gegeben, unter anderem musste der Umzug von Augsburg, wo sie bis zum Ende des Schuljahres noch an einer vollen Stelle an einer Schule tätig war, in das Pfarrheim direkt an der Christuskirche vollzogen werden. „Ich finde es sehr schön, hier zu wohnen, das passt optimal“, sagt sie.
Fortbildungen absolviert
Außerdem musste Endes als Quereinsteigerin auf dem Posten noch einige Fortbildungen absolvieren, um „alle Aufgaben, die auch eine Pfarrerin hat, durchführen zu können.“ Taufen und Beerdigungen standen dabei an, ebenso aber auch Datenverwaltung im Pfarrheim. Im kommenden Jahr geht es dann noch um Trauungen und Pfarramtsführung, dann ist dieser „Block“ abgeschlossen, und es bleibe mehr Zeit für die eigentliche Arbeit.
„Es sind viele Aufgaben, am Wichtigsten ist mir aber die Arbeit mit den Menschen“, sagt Endes. Etwa bei der Trauerarbeit habe sie schon feststellen können, wie wichtig es ist, „wenn die Angehörigen einen Rahmen haben, in dem sie sich fallen lassen können.“
In ihrer Heimatstadt fühlt sich Endes nach ihrer Rückkehr „richtig wohl“, auch ihr Sohn, der in Augsburg Jura studiert, komme gut klar, auch wenn die Mama nicht mehr in der Nähe ist, berichtet Endes schmunzelnd. Das „Abkapseln“ sei ihr zunächst nicht leicht gefallen, doch nun sei es gut so, wie es ist. „Augsburg ist ja auch nicht unendlich weit weg“, sagt die Religionspädagogin, Besuche seien daher möglich.
„War absolut richtige Entscheidung“
Die Stelle in Roding anzunehmen, sei die „absolut richtige Entscheidung“ gewesen, daran hat Endes schon nach relativ kurzer Zeit keine Zweifel. Sie profitiere dabei auch von der Arbeit des sehr aktiven Kirchenvorstandes. „Wir haben bei den Wahlen eine gute Mischung gefunden aus erfahrenen Leuten und vier Neuen, die sich einbringen“, berichtet sie. Viel Lob hat sie auch dafür, wie durch das große Engagement der aktiven Gemeindemitglieder die nicht einfache Zeit der Vakanz nach dem Weggang von Pfarrerin Lisa Hacker bewältigt werden konnte.
Die Zusammenarbeit mit dem Gremium sei dabei sehr harmonisch, ebenso wie etwa mit der Stadt oder der Katholischen Kirchengemeinde. „Die Ökumene funktioniert in Roding sehr gut, es passt auch menschlich“, findet Endes. So soll es weiter gemeinsame Angebote geben, geplant ist etwa ein ökumenischer Bibeltag für Kinder.
In der Arbeit mit Menschen bringt Endes viel Erfahrung mit, der neue Posten bringe aber auch weitere Herausforderungen. „So viele Predigten zu schreiben, ist schon etwas anderes“, nennt sie ein Beispiel. Bisher habe es aber gut funktioniert, „der Heilige Geist hilft mir und hat mich noch nie enttäuscht“, betont sie. Es gehe ihr in den Predigten darum, das, was in der Bibel steht, in die Neuzeit zu übersetzen.
„Wollen Präsenz zeigen“
Auch wolle die evangelische Gemeinde Präsenz zeigen in Roding und Umgebung. Vor Weihnachten etwa habe ein spontan zusammengestellter Chor in Seniorenheimen gesungen, auch ein Krippenspiel kam gut an.
Künftig will Endes vor allem auch Angebote für Kinder und Jugendliche aufbauen, das werde aber Zeit brauchen. „Aber die habe ich ja. Ich bin gekommen, um zu bleiben“, betont die Rodingerin.