Warum Bastian Neumann für ein viertes Kaplansjahr in der Pfarrei Roding bleibt

Nicht alltäglich ist es, das vierte Kaplansjahr im gleichen Dienstort zu absolvieren. Bastian Neumann freut sich sehr, dass es in seinem Fall geklappt hat und er noch weiter in Roding bleiben darf.
„Ich komme mit den Menschen hier super zurecht und fühle mich sehr wohl“, berichtet er. In seinem dann allerdings definitiv letzten Jahr in Roding will er unter anderem die Ministrantenarbeit in der Stadtpfarrei und den Filialen weiter zusammenführen und „Serien-Fastenexerzitien“ anbieten.
In den vergangenen Tagen war Neumann oft auch beim Rodinger Volksfest anzutreffen. Bei Gelegenheiten wie diesen entstünden oft sehr gute Gespräche, berichtet der 29-Jährige: „Die Atmosphäre ist da viel ungezwungener und viele der Menschen kenne ich mittlerweile.“ Außerdem sei es ihm wichtig, zu zeigen, dass auch Geistliche „ganz normale Menschen“ sind − und auch mal feiern.
Neumann hat sich in den vergangenen Jahren in Roding ohnehin als gesellig gezeigt, was bei den Menschen gut ankomme, hat er festgestellt. „Wenn es mit den Leuten passt, kann man überall gut arbeiten“, ist er überzeugt. Und da dies in Roding der Fall sei, sei er sehr froh, noch ein weiteres Jahr bleiben zu dürfen.
Hauptgrund: Pfarrerwechsel
Eigentlich hätte Neumann nach seinem dritten Jahr in Roding wechseln müssen, um eine andere Pfarrei kennenzulernen, doch durch den Wechsel des Stadtpfarrers von Holger Kruschina zu Matthias Kienberger im September 2023 sei ein besonderer Grund aufgetreten, erläutert der 29-Jährige. Gemeinsam schrieben Kienberger und er deshalb an die Diözese in Regensburg, mit dem Wunsch, dass Neumann in Roding „verlängern“ darf. Diesem Begehr wurde nachgekommen, freuen sich beide.
Einige Zeit in diesem Jahr wird Neumann auf Fortbildungen verbringen, die ihn darauf vorbereiten, später einmal selbst eine Pfarrerstelle zu übernehmen. „Es sind ganz verschiedene Themen, etwa im Oktober Führen und Leiten“, erzählt er. Auch die zweite Dienstprüfung, eine Art „Abschlusstest“, muss der Kaplan absolvieren.
Aber auch in der Pfarrei Roding hat er noch einiges vor. So möchte er etwa die Ministrantenarbeit noch weiter ausbauen und die Filialen und Roding besser zusammenführen. Die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen sei enorm wichtig, betont Neumann, „da wird ein positiver Bezug zur Kirche und ihren Vertretern vor Ort gelegt.“ Deshalb versuche er auch, so oft es geht bei den gemeinsamen Unternehmungen der Ministranten mit dabei zu sein. Ebenso sei die Arbeit im Schulunterricht in dieser Hinsicht sehr wichtig. Neumann freut, dass es in der Pfarrei insgesamt 140 Ministranten mit einem breiten Altersspektrum gibt, „das zeigt, dass die Arbeit, die wir machen, auch ankommt.“
„Passt einfach alles“
Ebenfalls lobt er die Arbeit im Team mit Pfarrer Matthias Kienberger, den Mitarbeitern im Pfarrbüro, den Gremien und Vereinen – „das passt einfach alles.“
An Roding selbst gefalle ihm unter anderem sehr gut, dass in der Stadt zwar einiges geboten, sie aber noch überschaubar sei. Auch die Lage, nicht weit nach Regensburg oder auch in den Bayerischen Wald, sei sehr gut. „Und es gibt sehr schöne Flecken hier wie am Heilbrünnl oder am Esper“, sagt er.
Bei aller Freude darüber, dass seine Zeit in Roding noch nicht zu Ende ist, ist Neumann auch bewusst, dass ihm der Abschied, der nach dem vierten Kaplansjahr definitiv kommt, um so schwerer werden wird. „Mir ist schon nicht leicht gefallen, meine Praktikumsstelle in Amberg, wo ich nur ein dreiviertel Jahr war, zu verlassen“, blickt er zurück, „umso schwieriger wird es hier werden.“ Der junge Geistliche hofft aber, dass einige Freundschaften und Kontakte auch danach noch erhalten bleiben, „ich werde bestimmt nicht alle Zelte in Roding abrechen.“
Wohin es Neumann dann verschlagen wird, ist völlig offen. Zwischen Ostern und Pfingsten im kommenden Jahr werde die Planung der Diözese erstellt, „und das Bistum Regensburg ist groß“, weiß der 29-Jährige. Auch, ob er noch einmal eine Kaplanstelle antreten wird, oder schon eine eigene Pfarrei bekommt, stehe noch nicht fest, „das hängt davon ab, wo welcher Bedarf ist.“
„Richtigen Beruf gewählt“
Dass er den richtigen Beruf gewählt habe, sei ihm während seiner Zeit als Kaplan mit jedem Tag klarer geworden, erzählt er. „Es gibt keinen Teil meines Berufs, der mir keinen Spaß macht“, unterstreicht der 29-Jährige. Die Freude der Botschaft des Evangeliums weiterzutragen, sei ihm sehr wichtig – ein Jahr lang noch in Roding, dann irgendwo anders im Bistum.
Pfarrer-Lob für „angenehmen Mitbewohner“
„Froh, dass er bleibt“: „Ich bin sehr froh, dass Kaplan Bastian Neumann noch ein Jahr in Roding bleiben kann“, sagt Stadtpfarrer Matthias Kienberger.
Große Hilfe bei Übergang: Neumann sei ihm eine sehr wichtige Hilfe gewesen, als er die Pfarrei im September 2023 von Holger Kruschina, der nach Nittenau wechselte, übernommen hat, erläutert er. „Dadurch, dass er die Abläufe in der Pfarrei bereits kennt, war es für mich viel einfacher“, betont der Stadtpfarrer.
Auch jetzt große Unterstützung: Auch jetzt sei Neumann eine große Unterstützung für ihn, so Kienberger.
Menschlich passt es: Auch menschlich kämen die beiden bestens miteinander aus, „er ist ein sehr angenehmer Mitbewohner im Pfarrheim“, sagt der Stadtpfarrer mit einem Schmunzeln.
